Kategorie: Reviews
-

Das Meer, bewegt und in Ruhe
Bei Sea Sketches handelt es sich um eine fünfsätzige Suite für Streichorchester, die von der Meereslandschaft an der Grafschaft Glamorganshire in South Wales inspiriert ist. Dort wuchs die Violinistin und absolvierte Pianistin Grace Williams selbst auf und widmete die Komposition neben dem ständigen Gedenken an die Kindheitsjahre in Barry ihren Eltern. Der Umstand, dass die…
-

Mutationen
Das Phänomen, dass aus akademisch geprüften klassischen Musikern und Komponisten Popkünstler werden, ist ja hinlänglich verbreitet, man denke etwa an Benny Andersson – der dann allerdings vor etlichen Jahren den Rücksalto einlegte und wieder zum „seriösen“ Pianisten und Ausführenden seiner eigenen in der Kunstmusik basierten Werke wurde. Oder die Venezolanerin Gabriela Montero, die aus einem…
-

Ein Highlight von vielen
Der Bayerische Rundfunk hatte in München, und dies sicher nicht nur im Bewusstsein der recht ordentlichen Rundfunkgebühren, keinen Aufwand gescheut, um einem zu Abertausenden erschienenen Publikum zum Tag der offenen Tür am 20. Juni einiges zu bieten. Die Produktions- und Funkstätte wurde, weniger gut erreichbar für Außenstehende, vor nicht langer Zeit vom Zentrum in der…
-

Annäherung an historische Authentizität
Am 5. Mai passierte im Schloss zu Versailles etwas Ungewöhnliches: Ein von Wissenschaftlern der Universität Sorbonne und dem Kunstkollektiv Obvious eingerichtetes, von der KI ausgeführtes quasi-barockes Schauspiel mit mehr oder weniger originaler, aber tatsächlich niemals in der Barockzeit komponierter Musik, die unter anderem an Jean-Baptiste Lully erinnerte, ging über die Bühne. Auch wenn das Publikum…
-

Anmutungen und Experimente
Die renommierte zeitgenössisch komponierende und als Fach auch lehrende Hochschulprofessorin Constanzia Gourzi führte selbst in den Abend des Ensembles Oktopus im Kleinen Konzertsaal der Münchner Musikhochschule am 2. Juni ein. Aus der Kombination von Stilleepisoden, Geräuschen und nur andeutungsweise musikalischen Elementen lässt Peter Ablinger, Jahrgang 1959, ein Gesamtkunstwerk entstehen. Nicht zuletzt wohl, da der Komponist…
-

Prokofjews Brücke zu Mozart
Nach längerer Zeit durfte das Publikum am Gärtnerplatztheater am Dienstagabend wieder einmal „seine“ Musiker auf der Bühne erleben, die ja sonst den Orchestergraben bevölkern. Vermutlich diente der an den Anfang gesetzte Marsch Nr. 1 (KV 320a) Mozart als Einzugsmusik für das Orchester, das zum Abschied der Studenten nach ihrem Abschluss an der Universität Salzburg Anno…
-

Schwerpunkt Melodie
Am zweiten Streikmittwoch des Personals der Münchner Verkehrsbetriebe, am 11. Februar 2026, war es schon beinahe eine Leistung, an seinen Zielort zu gelangen. Noch größer war diese natürlich für die Performer des Abends, engagierte Schlagzeugstudenten der Hochschule für Musik und Theater, die ebenso wie ihr Publikum mit der Unbill des Wetters auf dem Weg zu…
-

Neujahrskonzert
Gute Stimmung anlässlich des in viele Länder der Welt übertragenen Live Streams zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker verbreitete sich im Saal des Musikvereins, nicht allein wegen der größtenteils allseits bekannten Walzer, Märsche und Polkas. Am Pult stand der Kanadier Yannick Nézet-Séguin, vielen bekannt durch seine Einspielungen spätromantischer Werke in den vergangenen 10 Jahren wie etwa…
-

Goldbergs Polyphonie
Gemeint ist hier nicht J.S. Bachs fleißiger Schüler Johann Gottlieb Goldberg, sondern eine mindestens zehnköpfige Blechbläserformation, die rund um München agiert und sich dadurch auszeichnet, dass sie bekannte „Perlen“ der Popszene dekonstruiert und neu kombiniert: Das führt so weit, dass für manchen unbedarfteren Hörer anderer Musikrichtungen das jeweilige Stück vollkommen neu klingt und die Versatzstücke…
