Kategorie: Alben- & Singlereviews
-

Brillant instrumentiert: Orchestermusik aus Mexiko
Trotz enormer Anstrengungen, auf dem Parkett prominenter Musiker, Komponisten und Dirigenten Mexicos und der Vereinigten Staaten seinen Platz zu finden, war José Pablo Moncayo (1912 – 1958) nicht der erhoffte große Durchbruch beschieden. Dabei liest sich seine Biographie exakt wie die eines besessen und zäh arbeitenden Künstlers, der mehr erreichen will. Berühmt ist er heute…
-

Das Meer, bewegt und in Ruhe
Bei Sea Sketches handelt es sich um eine fünfsätzige Suite für Streichorchester, die von der Meereslandschaft an der Grafschaft Glamorganshire in South Wales inspiriert ist. Dort wuchs die Violinistin und absolvierte Pianistin Grace Williams selbst auf und widmete die Komposition neben dem ständigen Gedenken an die Kindheitsjahre in Barry ihren Eltern. Der Umstand, dass die…
-

Meisterhafte Instrumentation
Das Kammerorchester Estro Armonico bezieht sich äußerlich auf einen Werkzyklus von Antonio Vivaldi zurück, will aber genau das sein, was der Name bedeutet, nämlich „harmonische Inspiration“. Das Orchester wurde Anfang der 1990er Jahre in Luxemburg begründet und erfuhr unter Leitung seines Konzertmeisters Guy Goethals bald Anerkennung durch ein breites Publikum. Es verfügt über 45 Musiker…
-

Mehr als Etüden
Von ihrem äußerst bewegten Leben abgesehen sollte die geborene Comtesse de Charnay namens Hélène de Nervode besonders deshalb nicht mehr in Vergessenheit geraten, weil sie ihre große Begabung für das Instrumentalspiel mit gesellschaftlichem Engagement zu verbinden wusste, und dies nicht nur in den Kreisen des Adels. War sie zunächst eine erfolgreiche konzertierende Cembalistin, wurde sie…
-

Klänge verborgener Orte
Bekanntlich experimentierte Karlheinz Stockhausen einst mit Geräuschen als musikverwandten Klangereignissen und setzte sie in räumliche Bezüge. So entstand 1968 sein innovatives experimentelles Gemeinschaftswerk Musik für ein Haus, in Verbindung mit dem Posaunisten Vinko Globokar, dem Geiger Saschko Gawriloff und dem Oboisten Heinz Holliger – und nicht zuletzt dem Publikum, das akustische Erfahrungen in den Räumlichkeiten…
-

Il Fido Amico: bisher verschollen
Noch produktiver als seine nahezu gleichaltrigen Zeitgenossen Georg Philipp Telemann und J.S. Bach komponierte Christoph Graupner ganze 1418 Kantaten, darüber hinaus zahlreiche Instrumentalwerke in unkonventionellen Besetzungen, etwa ein Konzert für Oboe d’amore, Flöte d’amore und Viola d’amore in G-Dur oder eines in B-Dur für Viola d’amore, Chalumeau und Oboe. Seine Bühnenwerke wies Christoph Graupner überwiegend…
-

Brescianellos Concerti und Sinfonie
Große Kirchen haben den Nachteil, dass sie, führt man in ihnen weltliche Musik auf, sehr starken Widerhall aus verschiedenen Richtungen reproduzieren, was den Eindruck, den der Hörer von einem Konzertsaal regulariter gewohnt ist, nicht ersetzen kann. So auch geschehen bei der Aufnahme des ansonsten unglaublich präsent aufgenommenen Albums von zwei dreisätzigen Sinfonie, drei Concerti mit…
-

Die frühe Allroundkünstlerin
Das Wunderkind im Walzerland: Der Vater war Komponist, die Mutter nähte in gehobener Stellung für den Wiener Hof. Sie selbst galt schon sechsjährig als Wunderkind am Klavier und trat in Folge in sehr jungen Jahren immer wieder als Konzertpianistin auf. Ihre Eltern beförderten sehr ehrgeizig ihre Karriere und so sollte sie auch bald komponieren und…
-

Symphonikerin und Dirigentin: Ruth Gipps
Durch eine von männlichen Netzwerken dominierten Domäne wie derjenigen der öffentlichen Kunstmusik suchte sie sich ihren eigenen Weg zu bahnen und erwies sich auch als durchsetzungsfähig. Als sie den Versuch unternahm, Dirigentin eines großen Symphonieorchesters zu werden, scheiterte sie an den Vorbehalten gegenüber eine Frau am Pult: Es galt auch in der zweiten Hälfte des…
