Kategorie: Reviews

  • Neuanfang

    Nicht nur mit den bekanntesten Nummern italienischer Opern, auch mit den seltener aus den Medien zu hörenden emotional aufgeladenen wie nachdenklich stimmenden Arien wartete das Theater Erfurt zum Ende der Saison 2019/2020 am Domplatz auf. Das Orchesterspiel am gestrigen Freitagabend fiel dank der neuen Zeltbühne auch akustisch mehr als zufriedenstellend aus, das Publikum ging am…

  • Flamme und Schatten

    Erst kürzlich, anlässlich eines Konzerts des klassisch basierten PLEXUS Ensemble, kam Anne Cawrses 2019 geschriebenes Kammermusikstück Flame and Shadow für Sopran, Violine, Klarinette und Klavier zu gebührenden Ehren, wenn auch die Aufführung selbst nicht vor physisch präsentem Publikum, sondern nur online ermöglicht wurde. Die Idee ebenso wie den Titel und Teile des Gedichts entlieh die…

  • Projektionsfläche Norden

    Wagten sich abenteuerlustige Forscher wie Roald Amundsen, Autor der Nordwestpassage und Knud Rasmussen, Verfasser der Grönlandsaga, ganz bewusst physisch an die Grenzen der nördlichen Welt heran, blieb für viele Komponisten auswärts der Norden oft lediglich eine ferne, durch Kälte, Eis, Schweigen und Leere geprägte Projektionsfläche ihrer Kunst.

  • „Unmusikalisches“ Instrument?

    Der hohe und spitze Ton eines namhaften antiken Metallblasinstruments eignete sich zwar zur Begleitung kultischer Ereignisse oder um Kriegszüge und -triumphe zu signalisieren, doch zum Hervorbringen von Musik im lyrischen Sinn war die vielleicht von einem Verb für „pfeifen“ ableitbare Salpinx, die vermutlich von außerhalb kam und keine griechische Erfindung war, eher ungeeignet: Sie kann nur wenige…

  • „Naturton“ trifft Orchesterklang

    Die frühe öffentliche Karriere des klassischen Virtuosen William Barton begann nach seinem 12. Geburtstag, als er erstmals mit Tanzgruppen von Aborigines in Sydney auftrat. Die Mitwirkung im Hintergrund reichte ihm nach den Erfahrungen einer Amerika-Tournee nicht mehr und er entschied sich für seine ungewöhnliche Solistenlaufbahn. Nach seinem Studium verschiedener Musikstile trat der ebenso mutige wie begnadete Musiker erstmals…

  • Umformungen

    Im Jahr 1995 bekam die Universität von Aveiro, malerisch und fast exakt in der Mitte zwischen Porto und Coimbra gelegen, begehrten Nachwuchs: Isabel Soveral, die schon in den 1980er Jahren zu einer bedeutenden Gruppierung junger portugiesischer Komponist(inn)en zählte, agiert seitdem dort als Expertin für Komposition, Musiktheorie und -analyse. Neben Constança Capdeville, Sara Carvalho, Petra Oliveira Bachratá…

  • Oratorio al stilo (più) moderno

    Sicher handelte es sic bei der kaum aus dem Dunkel der Geschichte herausgetretene Römerin Camilla de Rossi um eine Komponistin, die an den neuesten Entwicklungen ihrer Zeit besonders interessiert war. Dies bezeugen nicht nur ihre Oratorien, die auf dem Übergangsgrat zwischen dem hohen Barock Versailler Schule und dem durch die Empfindsamkeit beeinflussten Spätbarock anzusiedeln sind. Sie schrieb…

  • Auf einer Bühne: Elektronik mit Streichquartett

    Begabte Musiker, Tonmeister und Plattenproduzenten aus dem den USA benachbarten Staat Puerto Rico versuchten schon vor etlichen Generationen in New York Karriere zu machen, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg, ein Trend, der nahezu bis heute anhält.

  • Sonderweg zwischen Renaissance und Barock

    Hier darf einmal einer in der nordwestliche Hemisphäre verbreiteten Forschungsmeinung widersprochen werden, die portugiesische Komponisten des 17. Jahrhunderts (die hauptsächlich der Kirche zugearbeitet haben) in die Polyphonie der Spätrenaissance einsortiert.

  • Wissenschaftler trifft verrückten Professor

    Einen Wettkampf zwischen zwei Dub-Größen auf Tonträger mitverfolgen zu können, ist nicht alltäglich: Auf Jamaica trafen sich zwei nicht nur in der Karibik bekannte Toningenieure und Abmischer, die schon vielfach zusammengearbeitet haben. Also nannten sie ihren Staffellauf um die beste Musik Scientist meets The Crazy Mad Professor At Channel One.