Kategorie: Konzertreviews

  • Unter Barbados‘ Sternenhimmel

    Mit einer gewissen Berechtigung kann sich die Insel Barbados als eines der markanten Zentren klassischer Musikausübung in der mittelamerikanischen Inselwelt, sei es mit, sei es ohne kolonialistischen Beigeschmack bezeichnen.

  • Neuanfang

    Nicht nur mit den bekanntesten Nummern italienischer Opern, auch mit den seltener aus den Medien zu hörenden emotional aufgeladenen wie nachdenklich stimmenden Arien wartete das Theater Erfurt zum Ende der Saison 2019/2020 am Domplatz auf. Das Orchesterspiel am gestrigen Freitagabend fiel dank der neuen Zeltbühne auch akustisch mehr als zufriedenstellend aus, das Publikum ging am…

  • Januarabend mit Glanzpunkt

    Januarabend mit Glanzpunkt

    Besucher des Theaters Erfurt durften sich darüber freuen, dass das MDR Sinfonieorchester, dessen neuer Chefdirigent Dennis Russell Davies ab der nächsten Spielzeit am Pult stehen wird, wieder einmal hier gastierte. Während der Interimszeit konnte gestern Abend der junge britische Dirigent Kerem Hasan in dieser Rolle für sich punkten.

  • Was (in der Kunst) die Wirklichkeit entlarvt

    Die häufig als Gesamtmotto von Puschkins Märchen vom Zaren Saltan verstandene Sentenz Denn in Märchen wird zur Weisheit, was der Wahrheit scheinbar spottet lässt sich natürlich vortrefflich auf die dargestellte, von den Untertanen keineswegs als gerecht wahrgenommene Zarenzeit anwenden: Der sei es erfahrene oder erdachte Despotismus und die Intrige am Hof bilden schließlich die handlungsstiftende Folie der…

  • Seltene symphonische Gäste

    Momentaufnahmen aus alles anderem als einfachen Lebenssituationen: Das waren die Werke, die das Philharmonische Orchester Erfurt unter der Leitung von Myron Michailidis an diesem Donnerstag- und Freitagabend von drei Komponisten zwischen Klassik und Moderne präsentierte, zum einen Nikos Skalkottas‘ harmonisch raffinerte und kurzweilige, nach Landschaften benannte Fünf griechische Tänze, dann Bernhard Crusells Sinfonia Concertante für Klarinette, Horn,…

  • Was ist in „den letzten fünf Jahren“ passiert?

    In Mehrspartentheatern wird zunehmend auf das Repertoire für kleine experimentierfreudige Theater eingesetzt. Das immer noch neuartige „Schuhkartonprinzip“ hat mit der Konzertsaison 2019/20 auch am Theater Erfurt Einzug gehalten. Die in sich offene Studio Box des kleineren Saals versucht sich seither an verschiedenen Formaten, die von der Talk Show (zur Musik und zu Persönlichem) über die…

  • Originell französisch

    Ein Gast, der sich hier bislang rar machte, betrat am Frühabend dieses Mittwochs die Bühne im Großen Saal, der europäische „Bruder“ der American Drama Group und des britischen TNT Theatre nämlich, dessen Akteure ebenso gerne Originalstücke auf französisch wie englisch geben. Die Aufführung war tageszeitgemäß auf das jüngere Publikum der Schulen zugeschnitten, obwohl Molières Sprache in historischem Gewand…

  • Ohne melancholisches Schwergewicht

    Lediglich den Melodielinien in Henryk Wieniawskis 2. Violinkonzert d-Moll kann eine gewisse Schwermut attestiert werden, ansonsten war sie dank des Einsatzes von Valery Voronin, Intendant und Chefdirigent am südrussischen Opern- und Ballettheater von Astrachan, und des immer wieder seidig-leichtfüßig musizierenden Philharmonischen Orchesters Erfurt wie weggeblasen! Vielmehr dominierte in der Aufführung vom Donnerstagabend die Strukturanalyse der…

  • Große Hommage an die Alpennordkante

    Zweier Komponisten der nördlichen Grenzregion der ehemaligen Habsburger mit der Wittelsbacher Monarchie wurde an den letzten beiden Abenden gedacht, Salzburgs und Münchens mit dem bayerischen Anteil der Alpen. Von Provinzialität kann in beiden Fällen nicht die Rede sein: Denn sowohl W.A. Mozart als auch Richard Strauss bewegten sich trotz weniger Gemeinsamkeiten zu Lebzeiten in einem weitgespannten europäischen…

  • Flammbares Relikt

    Halb Detektivgeschichte, halb Krimi-Thriller präsentiert sich der Stoff des Romans Der Name der Rose fast vierzig Jahre nach seinem Erscheinen in anderer, so nicht überall erwarteter, aber spektakulärer Form – nämlich als Musical. Dem norwegischen Duo Øystein Wiik und Gisle Kverndokk gelang, wie zur Premiere gestern Abend zu hören und zu sehen war, eine originelle und bewegte…