Kategorie: Konzertreviews

  • Kontraste: zwischen Mozart und Moderne

    Das letzte von den vier Klavierkonzerten, die Mozart bei seinen Versuchen, sich in Salzburg zu etablieren und einen Namen zu machen, steht in der für den Komponisten nicht eben seltenen Tonart Es-Dur (KV 271) und wurde später womöglich fälschlich „Jeunehomme“-Konzert genannt, da zwei Biographen darin den (Mädchen?-)Namen der Pariser Pianistin erkennen wollten, die als erste…

  • Digitalität – von Spiel bis Unterwerfung

    Schillers Bonmot, wonach der Mensch sich als solcher zu erkennen gebe, wenn er spielt, gilt im Falle der Nutzung digitaler Möglichkeiten nur mehr bedingt, denn digitale Medien können auch vereinnahmen, unterwerfen oder beherrschen, je bis zu welchem Grad wir uns darauf einlassen. Aber die Grenzen können verschwimmen und es steht manchmal in Frage, ob wir…

  • Anpassung an die Macht – ein Künstlerdilemma?

    Anpassung an die Macht – ein Künstlerdilemma?

    Zum zweiten Mal nach dem Start vor einer Woche ging an diesem Samstagabend der Vorhang auf für Offenbachs Opéra fantastique Hoffmanns Erzählungen, basierend auf dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré, die den universellen Künstler selbst in die Handlung einbezogen hatten, mitten im 19. Jahrhundert gewiss ein einigermaßen gewagtes dramaturgisches Unterfangen …

  • Kammergesänge mit Dramatik und Witz

    Wenn es um die Vorarbeiten zu einer neuen Operninszenierung geht, stehen allzu selten die emsigen Arbeiten hinter den Kulissen im Vordergrund. Ihnen ist es jedoch zu verdanken, dass eine ebenso tiefengestaffelte wie latent symbolträchtige Bühnenillusion erzeugt wird. Dazu bedarf es in der Regel einer eigenen Crew, die dem Sängerpersonal an Zahl nicht nachsteht. Für die…

  • Thrill und Ironie

    Dem amerikanischen Musical-Komponisten Stephen Sondheim gelingt es sowohl dramaturgisch als auch musikalisch, in seinem Sweeney Todd die Waage zwischen Thrill und Ironie zu halten. Gerade dort, wo die an sich realistisch eingefädelte Handlung ins Absurde umkippen will, mehren sich die spaßigen Allusionen der Dialoge angesichts des blanken Horrors.

  • Eine bahnbrechende Erfindung

    Nicht gerade täglich ist das Musiktheater Ort der künstlerischen Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlich-technischen Themen. Insofern ist Stewart Copelands Electric Saint, gestern zum wiederholten Male nach der englischsprachigen Weimarer Uraufführung am 5. September und noch zweimal in diesem Jahr am DNT zu sehen, ein solcher Ausnahmefall: Das Drama über den Kampf Nikola Teslas um die Durchsetzung des von ihm…

  • Auf dem Prüfstand: Puccinis Version von „Manon Lescaut“

    Reduktion auf das scheinbar Wesentliche: Das Stichwort geistert seit mehr als 15 Jahren durch den Blätterwald des öffentlichen Diskurses. Auch der italienische Verismo, prominent vertreten durch Verdi und Puccini, tendierte in besonderem Maße dazu, Stoffe der Weltliteratur stark auf eine bestimmte Lesart zu verkürzen, wenn auch nicht ihrem Sinngehalt zu entfremden.

  • Wechselbäder: Barock und Postmoderne

    Ein interessantes, vor allem aber hochvirtuoses Programm konnten die AkademistInnen am Theater heute in ihrer Matinee bieten. Malte Wasem, Direktor der Orchesterakademie, moderierte durch ein buntgewürfeltes Programm, in dem der persönliche Geschmack der jungen Musikerinnen und Musiker durchaus abgebildet werden sollte. Vor technisch Schwierigem schreckt jedenfalls keine(r) von Ihnen zurück, grundsätzlich wurden komplexe Werke einstudiert und…

  • Auf Tournee: Eine Hoffnung geht in Erfüllung

    Weltmusik-Alben mit direktem Bezug auf den Bruch durch die Pandemie und auf den Verlust größerer Geselligkeiten im weiteren Freundeskreis sind noch ziemlich rar, aber manch singuläres Ensemble mag sie zum Anlass einer ziemlich angstfreien Reise durch Europa genommen haben, so etwa das in Amsterdam angesiedelte KAMA Kollektiv mit seiner neuen und wiederum eigenwilligen Kompilation von Liedern und Instrumentalstücken.

  • Ein Gang durch Beethovens 3. Symphonie: Analyse und Synthese

    Für die Moderation einer musikhistorisch zentralen Symphonie der Wiener Klassik im Übergang zur Moderne der Romantik konnte das Theater Erfurt die neue Leiterin des Kulturhauses Dacheröden gewinnen: Johanna Bastian ist selbst studierte Violinistin und Expertin für Musikvermittlung, einem Bereich, in dem sie sich sowohl in Hamburg und Bremen als auch in Nordrhein-Westfalen vielfache Verdienste erwarb. Als…