Kategorie: News
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Unruhestifter im Hotel
Als Regisseur beinahe zum Greifen nah stellte sich Regisseur Hendrik Müller nach dem Schlusstableau der gestrigen Erfurter Theaterpremiere von Fra Diavolo oder Das Gasthaus zu Terracina, situiert in den Abruzzen und uraufgeführt 1830 in Paris, dem Publikum vor.
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Gegen den Strich zu bürsten?
Auch Interpretationsmoden kommen und gehen. Wurde früher die (vermeintliche) „Eigenart“ eines Werks überbetont, frisiert frau/man heute gerne gegen den Strich, bei süffigen sanglichen Melodien wird der Sopran zurückgeschraubt, bei bombastischer Akkordik das Fortissimo minimiert und polyphone Strukturen hörbar gemacht, im Falle ohrenfällig schwerfälliger Diktion das Tempo beschleunigt. Vielleicht sollten öfter einmal die anderen Seiten einer Komposition…
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Indigene Musik Brasiliens – wo es sie (noch) gibt
Zwar existieren auf dem Gebiet des Halbkontinents Brasilien zahlreiche Mischformen aus dem genuin afrikanischen Candomblé, insbesondere demjenigen angolanischer Herkunft, doch enthalten auch der Samba und der Maracatú nur wenige indianische Elemente aus den Kulturen der ältesten Bevölkerungsteile.
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„Very First Lady“ der afroamerikanischen Symphonik
Den gesellschaftlichen Vorbehalten gegenüber der schwarzen Bevölkerung der USA geschuldet gelang deren Professionalisierung – oft unter großen persönlichen Mühen und Selbstaufgabe – im Bereich der klassischen Musikszenen erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die erste afroamerikanische Frau, die eine Symphonie schrieb, war die 1887 in Little Rock geborene begnadete spätere Komponistin, Musikerin und Hochschullehrerin Florence Beatrice Smith.…
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Die griechische Monochordlehre und ihre Folgen
Um es vorweg zu klären: Das Monochord und seine Skala mit den sechs perfekten Oktaven wurde lange Zeit dem vorsokratischen Philosophen und Mathematiker Pythagoras zugeschrieben, Belege für diese Behauptung fehlen aber.
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Nicht nur ein Meister am Klavier
Nach den Liedern La Malagueña und Siboney, mit denen er weit über Kuba hinaus bekannt wurde, schrieb Ernesto Lecuona, Sohn eines von den Kanaren eingewanderten Journalisten, überwiegend Stücke für das Klavier, die Folkloristisches verarbeiten, genuin Musik für den Tanzboden sind; einige sind so nah am Ragtime und dem afroamerikanischen Blues, dass man glaubt, Scott Joplin und seine Nachfolger um die Ecke…
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Katalyse statt Analyse oder: Zauberer am Pult
Sergej Rachmaninoffs Bonmot, im Programmheft des Theaters Erfurt von Ruth Hardt zitiert, Musik sollte „der Ausdruck der komplexen Persönlichkeit eines Komponisten“ und kein Ergebis theoretischer Konzeption sein, fand im offiziellen Antrittskonzert von Generalmusikdirektor Myron Michailidis an diesem Donnerstag- und Freitagabend lebhafte Bestätigung. Gleich einem Zauberer leitete der neue Chefdirigent und mehrfache Preisträger durch die nicht nur…
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Stimme der Forschung
In der gerade erschienenen dritten diesjährigen Ausgabe der Zeitschrift „Die Musikforschung“ (ISSN Print 0027-4801), die ebenso wie „Acta Musicologica“, „Archiv für Musikwissenschaft“, die „Österreichische Musik-Zeitschrift“ und „Musik und Ästhetik“ die deutschsprachige musikwissenschaftliche Publizistik dokumentiert, sind drei ebenso profilierte wie ergebnisreiche und impulsgebende Hauptartikel enthalten.