Kategorie: News

  • Umerzählung in Noten

    Von göttlicher Herkunft soll Aktaion nach Diodor gewesen sein.  Den Sohn der Autonoë und des Aristaios, letzterer Spross aus der Verbindung Apollons mit der Nymphe Kyrene, bildet der Kentaur Chiron, ein Wesen halb Stier, halb Mensch (und daher zu einem Leben in der Wildnis verbannt) zum geschickten Jäger aus. Artemis, die für seinen Berufszweig zuständige Göttin, verwandelt…

  • Alles was möglich (und neu) ist

    Musik lag im Haus eines der Protagonisten der Minimal Music, John Adams, selbst ohne Geräuscherzeugung in der Luft, die Samuel Adams, Jahrgang 1985, ebenso atmete. Schließlich ging der Sohn einer Fotografin und des zu Ruhm gelangten Komponisten aber eigene Wege, die neue Räume eröffneten. Eines jedoch übernahm er ganz: den Antrieb zum Jonglieren und Experimentieren mit musikalischen Techniken und…

  • Epengesang – Romanze – Kirchenkonzert

    Ähnlich wie ihr Nachbarland Polen musste die Ukraine stets als „Puffer“ zwischen den größeren Mächten herhalten, nicht erst, seit die Interessen russischer Bevölkerungsteile zum Politikum wurden und – unter Einwirkung aus östlicher Richtung – Krieg nach sich zogen. Die gegenwärtige Situation verstellt leider den Blick auf die Bedeutung der Künste, speziell der Musik im Land, die nicht nur durch…

  • Über die Stille hinaus

    Lässt sich noch weniger hören als die Absenz von Geräuschen und Klängen, wie lässt sich stummer Raumschall manipulieren, hat ein „Vakuum“ akustische Gestalt? Menschliche Stimme und traditionelle Instrumente stoßen im Pianissimo ab einem bestimmten Punkt an ihre Grenzen, deshalb scheint die Veränderung durch die besondere Beschaffenheit des umgebenden Raums und seine Eigenschaften reizvoll, um andere Höreindrücke zu gewinnen.…

  • Teatro Nacional, Brasilia: Geburtsstunde eines Orchesters

    Eine Melange aus Eigenheiten russischer Musik der frühen Moderne und brasilianischer Folklore auf der Basis von Musiklehre aus Deutschland – das gibt es nicht alle Tage. Sie ereignete sich aber exzeptionell im Schaffen des 1919 in Manaus, der Kapitale der Amazonasregion geborenen Dirigenten und Komponisten Cláudio Santoro. Neben seinem in Rio de Janeiro ansässigen Lehrer Hans-Joachim…

  • Gades Anfänge

    Natürlich ist es kein Zufall, dass Niels Wilhelm Gades erste „offizielle“ Instrumentalkomposition das Scherzo zu einem Klavierquartett in cis-Moll für dessen gängigste Besetzung mit Violine, Bratsche und Violoncello war. Um 1836 war er nämlich (sicherlich einer der jüngsten) Geiger an der Königlichen Kapelle zu Kopenhagen, studierte aber gleichzeitig bei Andreas Peter Berggreen Komposition; für einen Anfänger im…

  • Das Mediaevum im Rücken

    So lange lagen die aus heutiger Sicht grauen, lichtarmen Jahrhunderte noch nicht zurück, da entpuppte sich auf dem Feld der Kirchenmusik ein vielfarbig schillernder Schmetterling, der der Kunst des Mittelalters keinen Blick zurück mehr gönnte. Erst 1480 taucht Jacob Obrecht zu Bergen op Zoom als Sangmeister, will sagen: Chorleiter aus dem Dunkel der Geschichte auf.

  • Taljaard’s Tales

    Seine Chormusik basiert zum größten Teil auf Versen in Afrikaans, doch liegt mit Thula Sthandwa für zwei verschieden gemischte Besetzungen auch ein Beitrag in der historisch indigenen Landessprache vor: Hannes Taljaard aus Siloam im südafrikanischen Bundesstaat Venda macht in den durch niederländischen Einfluss in seiner Heimat „sesshaft“ gewordene europäischen Genres gerne afrikanische, aber auch arabische…

  • Carriacou: „Große Trommel“ und kleine Quadrille

    Die Region der Grenadinen innerhalb der Gruppe der Antillen „über dem Winde“ verfügt über etliche nahezu unbewohnte Miniatureilande. Der geographischen Zersplitterung zum Trotz gibt es dort ein Zentrum, nämlich die von etwa achttausend Menschen bevölkerte Insel Carriacou, die mit Hillsborough eine eigene Hauptstadt aufweisen kann.

  • Hoffnung, Verrückung und Erlösung

    Im Mittelpunkt des Konzerts am gestrigen Donnerstagabend standen Peter Maxwell Davies‘ Eight Songs for a Mad King, sicher nicht widerstandslos uraufgeführt Anno 1969. Extreme an den Rändern und den Spitzen der Gesellschaft, Inhalte wie die Tiraden eines verrückt gewordenen Königs zum Beispiel muss aber eine pluralistische Kulturlandschaft schon aushalten – sie tat es bereits im Falle von Shakespeares skurril-grotesken…