Kategorie: News

  • Im Fokus: Merkenswertes Chopin-Festival

    Die Wiege von Ragtime, Jazz und zahlreichen Neuerungen der anbrechenden Moderne Ende des 19. Jahrhunderts liegt bei Chopins Klaviermusik, nicht nur in den kühnen harmonischen Wechseln, sondern auch bei seinen rhythmusformenden Synkopierungen und prägnanten Metren, die sich von den traditionellen Tanzcharakteren der Stücke weit entfernen.

  • Beethovens ferner Zeitgenosse – aufschreckend modern

    Diese Chance hätten sicher die meisten Komponist(inn)en seit dem Aufstieg der westlichen Kunstmusik gerne genutzt: in ärmlichen Verhältnissen geboren in die Obhut eines wohlhabenden Oheims zu kommen und dessen Firmenerbe anzutreten. Vielleicht hätten sich aber nicht alle vom kompletten Verlust dieses Vermögens wieder aufgerappelt wie der 1781 im böhmischen Dorf Schönbüchel zur Welt gekommene Anton Philipp Heinrich, der…

  • Durch den Spiegel: Ein vielfach gebrochenes Prisma

    Er gehört der zweiten Generation der Begründer einer der zahlreichen europäischen elektroakustischen Schulen in Warschau an und schließt sich in den ersten Kompositionsjahren an seinen namhaften Lehrer Włodzimierz Kotoński an: Paweł Szymański nahm wie dieser an den Darmstädter Ferienkursen, dem in Europa zentralen Forum für zeitgenössische Musik teil, zwischen 1978 und 1982 gar dreimal und machte 2007…

  • Was (in der Kunst) die Wirklichkeit entlarvt

    Die häufig als Gesamtmotto von Puschkins Märchen vom Zaren Saltan verstandene Sentenz Denn in Märchen wird zur Weisheit, was der Wahrheit scheinbar spottet lässt sich natürlich vortrefflich auf die dargestellte, von den Untertanen keineswegs als gerecht wahrgenommene Zarenzeit anwenden: Der sei es erfahrene oder erdachte Despotismus und die Intrige am Hof bilden schließlich die handlungsstiftende Folie der…

  • Prinzessin Brambilla – in Musik wiedergeboren

    Von Carlo Gozzis Komödienschauspielen beeinflusst schrieb der Autor der Kreisleriana im Jahr 1820 seine Ménage à quatre Prinzessin Brambilla,  eine längere Erzählung, die er als „Capriccio“ bezeichnete, weniger in Anspielung auf eine musikalische Gattung als vielmehr auf ihren ironiegewürzten Inhalt. Es geht bei E.T.A. Hoffmanns 12. Phantasiestück um erträumte Mesalliancen ebenso wie um Geistesverwandtschaften: Der…

  • Sternenfunkeln: Natur aus Tönen

    Wie simultan erlebend erfasst der Konzertbesucher das phosphoreszierende Sternenflimmern und -gefunkel in dem ausgedehnten Stück Verlängerung der Nächte für 21 Streicher, das bei einem zentralen baltischen Wettbewerb als bestes Kammermusikwerk ausgezeichnet wurde. Die Komponistin ist die 1982 in Vilnius geborene Justė Janulytė; sie studierte bei Bronius Kutavičius und Osvaldas Balakauskas an der Litauischen Akademie für Musik…

  • Interaktion der Schallquellen

    Es mag ein Kennzeichen dieser Generation sein, denn nahezu in allen Metropolen der westlichen Welt einschließlich Lateinamerikas suchten Nachwuchskomponist(inn)en in den 1980er Jahren die Möglichkeiten der Vermischung von elektroakustischen Klangerzeugern mit dem Sound traditioneller Instrumente und mit Geräuschen der Außenwelt zu verbinden, um damit neue Schallereignisse hervorzubringen, mit ihnen zu experimentieren und schließlich Kompositionsstile zu…

  • … und in Port au Prince

    Weniger die Schokoladen- als vielmehr eine ernüchternde Seite von Weihnachten zeigt (derzeit) die Situation Ende Dezember 2019 auf Haiti. Demonstrationen gegen Misswirtschaft und Korruption sorgen in der angespannten humanitären Lage der Bevölkerung für zusätzlichen Sprengstoff.

  • Weihnachten in Portugal

    In der Lissaboner Kirche São Vicente erwartet nicht nur die dortige Gemeinde, sondern (hoffentlich) auch viele Touristen, die sich über die Feiertage in der portugiesischen Hauptstadt ihrer anschaulichen Ruhe und Feierlichkeit wegen gerne tummeln, ein außergewöhnliches Konzert mit dem Coro Ricercare und der Orquestra Sinfónica de Lisboa unter der Leitung von Vasco de Azevedo. Als Solistin…

  • Seltene symphonische Gäste

    Momentaufnahmen aus alles anderem als einfachen Lebenssituationen: Das waren die Werke, die das Philharmonische Orchester Erfurt unter der Leitung von Myron Michailidis an diesem Donnerstag- und Freitagabend von drei Komponisten zwischen Klassik und Moderne präsentierte, zum einen Nikos Skalkottas‘ harmonisch raffinerte und kurzweilige, nach Landschaften benannte Fünf griechische Tänze, dann Bernhard Crusells Sinfonia Concertante für Klarinette, Horn,…