Die Wiege von Ragtime, Jazz und zahlreichen Neuerungen der anbrechenden Moderne Ende des 19. Jahrhunderts liegt bei Chopins Klaviermusik, nicht nur in den kühnen harmonischen Wechseln, sondern auch bei seinen rhythmusformenden Synkopierungen und prägnanten Metren, die sich von den traditionellen Tanzcharakteren der Stücke weit entfernen.

Zum 50jährigen Jubiläum der Gründung der deutschen Chopin-Gesellschaft in Darmstadt wird dort am 29. Februar 2020 hoher Besuch von vier ersten Preisträgern erwartet, der ebenso rar ist wie das nur vierjährig wiederkehrende Datum selbst: Den größten Teil des Programms bestreiten dabei der aus Joensuu anreisende Janne Mertanen und Joanna Marcinkowska aus dem polnischen Posen. Den Anfang macht um 18 Uhr macht der finnische Chopin-Experte mit vier markanten Stücken aus dessen Repertoire, der Barcarolle Fis-Dur, dem Impromptu in Ges-Dur, der f-Moll-Ballade und dem Nocturne Es-Dur.

Gefolgt wird sein Auftritt von Ivett Gyöngyösis Vortrag der Polonaise fis-Moll und den vier klangschönsten Mazurken aus Chopins op. 30. Die 26jährige und weit über ihr Heimatland hinaus bereits erfolgreiche Pianistin setzt das Programm mit der Rhapsodie Nr. 10 Franz Liszts fort, ein Werk, das Chopins progressiven Beitrag zur Geschichte der Klaviermusik in Europa weiterschreibt. Anschließend wird Joanna Marcinkowska nach dem Nocturne Des-Dur Chopins die drei wohl bekanntesten Walzer in As-Dur und Es-Dur sowie das Andante spianato et Grande Polonaise Es-Dur op. 22 spielen.

Zum Jubiläumskonzert in der Orangerie des Schlosses Darmstadt bot die aus den USA anreisende Pianistin Claire Huangci dem Festkomitee vier wichtige Stücke eines großen Verehrers Chopins, aus dem Repertoire Ignacy Paderewskis an, nämlich dessen auf das Vorbild zurückverweisende Minuet, Nocturne, Caprice und die Cracovienne Fantastique.
Impressionen vom X. Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb Darmstadt