• Seestücke

    Der innige Wunsch nach einer „glücklichen Seereise“ begleitete Menschen insbesondere in Zeiten, als es angesichts vieler Unbill keinerlei Lebens- und Wiederkehrversicherung gab – hatte sich jemand einmal im Schiff einem Ozean ausgesetzt. Bevor die Aufklärung den bereits in der Renaissance aufgekommenen Expeditionsgeist noch einmal durch das Bedürfnis nach empirischer naturwissenschaftlicher und ethnographischer Forschung beförderte, galt das…

  • Jig – Kehraus der Suite

    Im Laufe ihrer höfischen und auch bürgerlichen „Karriere“ entwickelte sich ein höchst munteres irisch-britisches Tanzlied, Jig genannt, nicht nur zum schnellsten Satz der Ballettsuite, sondern auch zu ihrem letzten, ganz im Sinne des „Rausschmeißers“: Das tanzende oder auch nur zuhörende Publikum sollte in derber Manier noch einmal kräftig durchgerüttelt werden, um dann atemlos zum Bankett überzugehen oder…

  • Barocke „Jam Sessions“ – fast wie im Urlaub

    Der Cuxhavener Konzertorganist und Dirigent Jürgen Sonnentheil bleibt mit seinem Ensemble „Das Neu-Eröffnete Orchestre“ auf dem Boden, auch wenn er des öfteren mit ungewöhnlichen Solo-Programmen auf Konzertreisen abhebt. Zum Köthener Herbst 2015 hatte der versierte Musiker zu einer Orgelmatinee eingeladen, unmittelbar an Bachs fürstlicher Wirkungsstätte Köthen, an der vor allem namhafte weltliche Werke wie die Brandenburgischen…

  • Schwungvoll voraus

    Eine mitreißende Mixtur aus dem Wiener Repertoire um Johann Strauß und die von ihm begründete Dynastie vermochte das Publikum im Jenaer Volkshaus nach den ruhigeren ersten Januartagen 2016 am heutigen Nachmittag in Schwung zu versetzen.

  • Wahre Poesie in Tönen

    Sprunglebendig im eigentlichen Wortsinn eröffnete die amtierende Musikdirektorin des Salzburger Landestheaters, Mirga Gražinyte-Tyla, das 6. Sinfoniekonzert der Saison am Theater Erfurt mit der Ballettsuite Nr. 4 aus Mieczysław Weinbergs Ballett Burattino oder Das goldene Schlüsselchen. Die junge litauische Dirigentin ließ dem Werk des Warschauers seine manchmal schroffen Ecken und Kanten, die durch kurze rhythmisch prägnante Motiv- und…

  • Filmmusik und mehr: Mit griechischer Seele zwischen den Genres

    Anders als viele ihrer professionellen MusikerkollegInnen veranlasste Eleni Karaindrou ihr späteres Studium in Paris keineswegs zu einer Wendung zur elektronisch erzeugten avantgardistischer Musik, sondern im Gegenteil: Sie studierte an der Sorbonne Musikethnologie und an der Schola Cantorum Komposition; schon hier zeigte sie eine deutliche Neigung zum Melos des elegischen Liedes. Dies brachte sie im Anschluss an ihre Rückkehr nach…

  • Interpretamente einer umstrittenen Legende

    Was verbindet Henry Purcell eigentlich mit Georg Friedrich Händel und Johann Adolph Hasse? Im Falle der beiden ersteren nicht nur der gleiche Wirkungsort London, im Falle der beiden letzteren nicht alleine die Konkurrenz um das „europäische“ Prädikat des erfolgreichsten Opernkomponisten der Zeit. Alle drei schufen bedeutende Werke im Zusammenhang mit der Rezeption des weder in der…

  • Zauber des Ozeans

    Der schon dem Namen nach unbeschwert klingende Carnaval de Coco auf dem insularen Kleinod San Andrés liegt zeitlich gesehen bereits hinter uns: Das Fest findet jährlich vom 27. bis zum 30. November statt und stellt gleichzeitig als Reinado del Coco ein Wettbewerbsevent mit verschiedenen benachbarten Karibikinseln und Ländern der Atlantikküste dar. Den Höhepunkt der Umzüge und Feiern bildet das…

  • Von feierlich bis fröhlich – Konzerte zum Jahreswechsel

    Mendelssohn erwachte 1826 aus einem Sommernachtstraum, Jean Sibelius schrieb seine Sturm-Ouvertüre Mitte der 1920er Jahre, William Walton die Filmmusik zu Hamlet 1947: Während morgen um 18 Uhr in der Kölner Philharmonie durch das Gürzenich-Orchester unter Michael Francis musikalisch das Shakespeare-Jahr 2016 schon eingeläutet wird, geht es andernorts auch weniger klassisch zu. In der Hamburger Laeiszhalle, sonst ein Hort…

  • Was ein Bass alles möglich macht

    Wie Schmetterlinge und Vögel über einem Bach schweben: Variationen und freiere Formen ebenso wie die Entfaltung von Melodien ermöglichte die spezifisch englische Ausprägung des gleichförmig dahinfließenden Basses. Dabei bezeichnete Ground den Ostinato-Bass selbst als auch die ihn bestimmende Form zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert: Diese machte unter dem Namen Division upon a ground nordwestlich von Kontinentaleuropa…