• Grüne Insel mit bunter Klangkultur

    Krokushügel nennt sich idyllisch-verspielt die mit nur 65 Metern oberhalb des Meeresspiegels höchste Erhebung auf Anguilla, einer der zur britischen Krone gehörenden Antillen „über dem Winde“. Der Name der Insel, zu deutsch „Aal“, bezieht sich auf deren lang gedehnte Form eines grünen Bandes von Südwest nach Nordost und das flache Relief. Auch hier schlug am…

  • Litauens Barockexport

    Es macht wohl die besondere Mischung aus der russischen Violinschule und den westeuropäischen Traditionen, dass die litauischen Musiker des Kammerorchesters St. Christophorus an einer Nahtstelle zwischen Ost und West einen „persönlichen“ Weg der Interpretation Alter Musik eingeschlagen haben – und dies, zumal der Anschluss nach dem Abreißen barocker Aufführungspraxis erst wieder gefunden werden musste. Das Verdienst der Gründung einer inklusive…

  • Amerikanische Cembali – seit wann?

    In diesem Monat haben Cembalostimmer zumindest in der nördlichen Hemisphäre wieder alle Hände voll zu tun: Die Instrumente bekommen unausweichlich einen schlimmen Katarrh, wenn sie nicht ständig „nachtemperiert“ werden, da die Raumtemperatur zwischen Nacht und Tag deutlich schwankt. Aber einen Glaskasten für das Cembalo mit eingebauter Heizung wird sich auch niemand ins Studier- bzw. Konzertzimmer…

  • Hühnerpastete auf dem Kilimanjaro?

    Spätestens seit Beginn der 1950er Jahre war das Komponieren mit elektronischen Medien in der gesamten westlichen Welt inklusive Australiens en vogue – ebenso in Kanada. Auf der Welle ritt auch die in Calgary im Bundesstaat Alberta geborene spätere Pianistin und Performancekünstlerin Diana McIntosh mit. Abgesehen davon, dass sie in zahlreichen Konzerten, 2002 zum Beispiel mit…

  • Ein durch und durch musikalischer „Papiertiger“

    Helmut Oehring, Jahrgang 1961, in Ostberlin als Kind gehörloser Eltern aufgewachsen, war nicht der erste, der das Werk des gewissermaßen „inzentrischen“, schon zu Lebzeiten als „Nestbeschmutzer“ beschimpften oberösterreichischen Autors zur Vertonung nutzte. Vielmehr arbeitete Bernhard in den frühen Jahren seiner schriftstellerischen Produktivität selbst mit einem Komponisten, nämlich Gerhard Lampersberg, zusammen, auf dessen Tonhof in Maria Saal er immer…

  • Mit Carlos Gardel und Duke Ellington

    Als wahres Chamäleon der Musik in den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro entpuppte sich um 1930 Anibal Augusto Sardinha. Karriere machte der Banjo-Initiant und spätere brillante Gitarrist allerdings unter dem Künstlernamen Garoto. Schon auf den ersten Stufen der Erfolgsleiter nahm er eine Schallplatte auf, mit der er seine Fertigkeiten im Maxixe-Choro – nämlich dem…

  • Originell in Chopins Fußstapfen

    Der Katalog seiner vierhändigen Klavierstücke verrät schon die Orientierung am französischen Repertoire der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere an Chopin, denn es handelt sich überwiegend um Formen wie Caprice, Fantaisie, Ballade, Sérénade, oder Tänzen wie Valse, Gavotte und Barcarolle: Julius Zarębski, 1854 in Schytomyr geboren, das damals dem Russischen Reich einverleibt war und heute zur…

  • Italien-Spiegelungen

    Haben wir wirklich September? Angesichts des weiteren Abendprogramms in Joana Mallwitz‘ Konzert am Donnerstagabend mit Bachs (mutmaßlichem) Doppelkonzert für Violine und Oboe und Mendelssohns „Italienischer“ Symphonie Nr. 4 konnte man tendenziell Werke hören, die sich mit ihrem frühlingshaften Impetus eher für Ende April oder Anfang Mai eignen. Beinahe dasselbe konnte von Ottorino Respighis bunt-quirligen Feste Romane…

  • Akustische Ökologie: keine Modeerscheinung

    Es reicht wesentlich tiefer als es das bloße Einfangen und Imitieren von Lauten der natürlich-kreatürlichen Umwelt, deren Beschaffenheit und Varianz die Klarinettistin und Komponistin Vicki Hallett seit längerem in ihren Bann ziehen, leisten könnte. Neben einer spezifisch australischen Ausrichtung „akustischer Ökologie“ beschäftigen sie auch andere Formen der Klangkunst, etwa das prioritär von biologischer Seite getragene Elephant…

  • Mit jüdischer Seele

    Das Ensemble The String Company steht seit längerem für ebenso oiginelle wie bis ins Detail ausgefeilte Konzerte innerhalb der Klezmer- und Folkszenen. Die fünf Musiker, allen voran Marion Minkus als jiddisch singende Liedkünstlerin mit Soul-Stimme, Reinhard Schwalbe an jazzig angeschrägter Violine, Lev Guzman als Bratschist und Sänger, Gitarrist und Sänger Frank Truckenbrodt sowie Friedemann Seifert am Bass…