• Sweelinck als Schüler

    Wer stärkte eigentlich dem heranwachsenden Jan Pieterszoon Sweelinck dergestalt den Rücken, dass er später sein insbesondere für die Wende zum 17. Jahrhundert so einzigartig modernes Instrumentalgesamtwerk schaffen konnte, das dem stylus fantasticus eines Diderik Buxtehude und der Kunst J.S. Bachs um etliche Jahrzehnte vorgriff, beiden aber in seiner Weise ebenbürtig war?

  • An J.L. Adams kommt keiner vorbei

    An den scheinbar endlosen Frostperioden liegt es vermutlich nicht, dass Alaska aus europäischer Perspektive mit renommierten Komponisten kunstmusikalischer Herkunft kaum hervorgetreten ist. Allerdings kommt auch keiner, der sich auf die musikalische Spurensuche dort begibt, an John Luther Adams vorbei. Der im Teenageralter eigentlich in Rockgefilden engagierte Perkussionist hat seine Wurzeln eher in sonnigen Gefilden, wuchs im Staat Mississippi auf und…

  • Eine Brücke zwischen den Kulturen

    Kurz vor der Eröffnung des diesjährigen Achava-Festivals am 31. August sollten sich Interessierte und für die Begegnung der Kulturen offene Bürger und Gäste die Bandbreite der Veranstaltungen im Überblick vergegenwärtigen. Allen, die für Klassik ein offenes Ohr haben, sei die Aufführung von Verdis Messa da Requiem am 8. September um 19.30 Uhr auf den Erfurter Domstufen empfohlen, die…

  • Forschung mit Trendsettern?

    In der zweiten Lieferung des laufenden Jahres lässt die Zeitschrift Die Musikforschung in erster Linie außerhalb Deutschlands angesiedelte Komponisten mit ihrem Werk zu Wort kommen – und hier überwiegend zu Aspekten des 20. Jahrhunderts. Das Themenspektrum ist allerdings so weit gestreut, dass Abwechslung beim Lesen und Studieren garantiert werden kann. Zusätzlich finden sich wie gewohnt zahlreiche…

  • Verdichtetes Mittelalter

    Verdis 1853 in Rom uraufgeführtes Bühnenwerk Der Troubadour ist auch in Erfurt mit seinem jungen neuen Theater schon seit langem Bestandteil des Stadtrepertoires: Anlässlich der Iga 66 wurde es vor 61 Jahren schon einmal an derselben Stelle, nämlich auf dem Domplatz, aufgeführt. Die historistisch beeinflusste Mittelalter-Mixtur ist geradezu der finale Prototyp aller romantischen Projektionen des…

  • Intrigenopfer trotz Protektion

    Als Kind unversklavter Mulatten in Rio de Janeiro zeigte José Maurício Nunes García (1767 – 1830) großes Talent zur Musik. Es gelang ihm später dieses voll zu entfalten, da er als Priester im Hauptberuf Zugang sowohl zur (öffentlichen) Ausübung am Instrument als auch zur Komposition hatte. Obwohl er heute als Vater der brasilianischen Kunstmusik in seinem…

  • Nur für Taucher und Archäologen?

    Genau genommen besteht der Reichtum der savannenartig trockenen Insel vor Yucatán in der westlichen Karibik heute in ihrem exuberant großen Sportangebot. Insbesondere Taucher fühlen sich auf Cozumel wie zu Hause; bereits Jacques Cousteau ging hier vor Anker. Denn der Abenteurer und Dokumentarfilmer fand dort ein einzigartiges Paradies von Korallenriffen vor, die sich bestens zum Tauchen eigneten. Scuba…

  • Bestrickend anders

    Um eine etymologische Finte zu bemühen: Hans Christian Andersens Bücher waren anders, sonst hätten sie nicht so nachhaltige Aufmerksamkeit gefunden. Ähnliches mag von seinen komponierenden Landsleuten in der Gegenwart gelten. Denn der skandinavischen, speziell aber der dänischen Musik eignet wenigstens seit Beginn des 18. Jahrhunderts neben ihrer Bindung an die nördliche(re) Natur eine besondere noble Innigkeit,…

  • Engagiert und kulturverbindend: Anne Boyds Einsatz für die Musik

    Der Film Facing the Music dokumentiert Anne Boyds Kampf um die Etablierung von Musikkursen an der Fakultät der Künste der Universität Sydney. Ihr Engagement hatte 2005 zur Folge, dass die Musikabteilung in das Konservatorium innerhalb der Universität selbst integriert wurde. Mit bedeutsamen Weichenstellungen für das Fach hatte die einstige Kompositionsschülerin Peter Sulthorpes bereits weitreichende Erfahrung, denn…

  • Beschleunigung – Verlängerung – Verfremdung

    Im Laufe der Jahrhunderte haben Komponisten jegliche Methoden angewandt, um ihr Ausgangsmaterial, in der Regel eine melodische oder harmonische Idee, zu verwandeln. Einen ebenso extremen wie normalen Eingriff in die (natürlich nicht immer) eigene Ton- und Klangsequenz stellt das Verfahren der Differenzierung oder Variierung dar. Vermeidung von Eintönigkeit und damit der Langeweile für die Zuhörer…