• Odysseen

    Zunächst bemächtigten sich Kantaten- und OpernkomponistInnen, viel später auch Filmregisseure des Odyssee-Stoffs und seines Helden. Von partiellem Interesse war die Rückkehr des „weit Verschlagenen“ zu seiner Gattin Penelope, prototypisch in die große Musiktheaterszenerie versetzt durch Claudio Monteverdi. Nach seiner Oper Il ritorno di Ulisse in Patria von 1641 entsprach Marc-Antoine Charpentier dem spätestens in der Renaissance erwachten Publikumsinteresse…

  • Unerhörte Begebenheit

    Der Maler Heinrich Eduard von Wintter ergriff 1720, bevor Alessandro Scarlatti daran ging, seine letzte opera seria Griselda, uraufgeführt schließlich in Roms Teatro Capranica im Januar 1721, in Reinschrift abzufassen, die Gelegenheit, von diesem für eine Gravur sein Porträt zu konterfeien. Die Darstellung bekam dem 1660 in Palermo geborenen Komponisten sehr gut: Die Jahre sieht…

  • Mit Pauken und Marimben

    Man muss kein absoluter Anhänger von Samba und Salsa sein, um diese Einspielung unter dem erst 42jährigen Dirigenten Timo Handschuh mit Interesse zu hören. Marimba, Vibraphon und Pauke(n) sind in einer brasilianischen Combo keine Seltenheit und so schuf einer der Altmeister des Schlagwerks für Ensemble, Ney Rosauro, Konzerte und eine Serenade für diverse solistische Besetzungen…

  • Einmal Dutilleux und zurück

    Neuer Generalmusikdirektor des Theaters Erfurt wird zur nächsten Saison der Kreter Myron Michailidis, den das Publikum bereits in der Spielzeit 2016/17 anlässlich der Aufführung von Riccardo Zandonais Oper Giulietta e Romeo kennenlernen durfte. Der über alle Weltmeere gereiste Dirigent leitete unter anderem das Shanghai Opera House Orchestra, das Mexico State Symphony Orchestra und das George Enescu…

  • Gebündelte Erkenntnisse – mit Dauerfaktor

    Arnold Jacobshagen räumt in seinem Kompendium, das den Komponisten Gioachino Rossini in seinem gesamten musikalischen Umfeld und dessen weiterer Irradiation zu begreifen sucht, unter anderem mit dem spezifisch mitteleuropäischen Klischee vom Hauptvertreter der komischen Oper – zentriert auf den Barbier von Sevilla und La Cenerentola – auf, denn die Zahl der ernsten Bühnenwerke überwiegt durchaus. Wenig präsent…

  • Guyanas Chutney-Mischung

    Nach den Temperaturen in Georgetown sehnt sich momentan hierzulande sicher mancher: Auch heute liegen sie zwischen 24° und  28° Celsius. Nur eine Regenbrise weht von See herüber, die die Laune angesichts des morgen dort zu erwartenden klaren und sonnigen Wetters nicht wirklich trüben kann. Das heiße, ganzjährig anhaltende tropische Klima in einem Land nicht weit von der…

  • Debutrepertoire für das Saxophon

    Neben Joseph-Henri Altès und Eugène Walckiers zählte Jules Demersseman zu den begabtesten Schülern des damals unumstrittenen französischen Flötenmeisters Nr. 1, Jean-Louis Tulou. Dieser, der sich neben seiner Virtuosenkarriere auch der Jagd und der Malerei gewidmet und seinen größten Konkurrenten, Louis Drouet, aus dem Rennen geworfen hatte, prägte mit mehr als 130 Kompositionen (überwiegend für sein…

  • Anderswo wird auch gefeiert

    Die guten Neujahrswünsche gelten selbstverständlich nicht nur den Leserinnen und Lesern deutscher Musikzeitschriften, sondern ausdrücklich allen, die zufällig hier vorbeisurfen – etwa denen, die noch auf der Suche nach dem passenden New Year’s Event sind. Zunächst wollen wir uns in die Residenzstadt des einstigen Fürstentums Nordbaden aufmachen, das bekanntlich schon früh für seine parlamentarische Debattenkultur…

  • Traktierte Klaviere, Heliumballons, akustische Landkarten

    Aus europäischer Perspektive scheint es auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, wenn eine etablierte Musikpädagogin dem Repertoire für Perkussion einen größeren Teil ihrer Aufmerksamkeit schenkt, denn die zahlreichen Schlagidiophone aus dem Orff-Fundus gehören (nicht nur) auf unserem Kontinent seit langem zur Ausstattung von Grundschulen und Kindergärten.

  • Skandinavische Weihnachtsmänner

    Der Norden – eine Kältekammer? Was das hausinwendige Leben zur Weihnachtszeit betrifft, trifft dies ganz offensichtlich weniger zu, denn zum „Jul(e)aften“, dem Heiligen Abend und den nachfolgenden Tagen widmeten dänische, schwedische, norwegische, finnische und isländische Komponisten reichlich Weihnachtsmusik. Herz(- und hirn)erwärmend im dunklen, frostigen Dezember sind jedenfalls unter anderem Diderik Buxtehudes Advents- und Weihnachtskantaten Das neugeborne Kindelein,…