• Epochenübergreifende Mandolinkünste

    Bachs für Mandoline arrangiertes Violinkonzert a-Moll stellte wohl nicht gerade eine technische Herausforderung an den Solisten dieses Donnerstagabends dar, wenn man einmal von der Schwierigkeit absieht, dem schnell verklingenden Ton des Zupfinstruments Dauer zu verleihen oder durch ornamentale Auflösung ein der Geige, Oboe oder Flöte gleichwertiges Melos zu erzeugen. Avi Avital, unumstrittener internationaler „Superstar“ der Mandoline…

  • Thema: Der mittelamerikanische Raum

    Man muss nicht erst an Ottmar Ettes Erkenntnisse über die subtile kommunikative Vernetzung der insularen Inselwelten erinnern, um zu der Vermutung zu gelangen, dass sich die Karibik als musikalisches Programm zuallererst und überwiegend aus den eigenen Ressourcen entwickelte, sprich: aus den indigenen, später auch afrikanischen und gleichzeitigen kolonialeuropäischen Tänzen, Gesängen sowie aus deren melodischen, harmonischen und rhythmischen…

  • Premiere mit Samttönen

    Premiere mit Samttönen

    Schnapszahl für eine von Satire, lyrischen Stimmungen und Ballett getragenen Musikkomödie: Mit hoher Wahrscheinlichkeit war es kein Zufall, dass 2017 die neue Inszenierung der Lustigen Witwe am Theater Erfurt (fast exakt) 111 Jahre nach ihrer Premiere in der Stadt 1906 und damit ein Jahr nach der Wiener Uraufführung wiederum hier platziert wurde. Und zwar als großer…

  • Symphonien nur in der Seitentasche?

    Bei einem Kirchenmusiker des 18. Jahrhunderts, der auch das Violaspiel studiert hatte, aber sonst nahezu ausschließlich für den geistlichen Gebrauch komponierte, nimmt es schon Wunder, wenn die kargen Reste von instrumentalen Werken überliefert sind. So verhält es sich mit den beiden Sinfonien von Adalbert W. Dankowski (1760 – ca. 1836). Hier wirken die beiden weltlichen Kompositionen…

  • Dreifach professionell

    Es dürfte nicht alle Tage vorkommen, dass eine Virtuosenpersönlichkeit gleich auf drei Varianten ihres Instruments spezialisiert ist. Die Karlsruher Professorin Susanne Regel, die vor nicht langer Zeit in Freiburg geboren wurde, gehört zu den wenigen weltweit, die gleichermaßen den barocken, den klassischen und den romantischen Typus der Oboe beherrschen. Der Klang der Holzblasinstrumente hatte es ihr früh angetan, nach der…

  • Carols im „Age of Enlightenment“

    Der französische Begriff carole, gebildet auf der Basis des lateinischen Worts choraula, beschreibt einen von Sängern begleiteten Rundtanz. Diese Form geselligen Vergnügens erfreute sich großer Beliebtheit vom hohen bis weit ins späte Mittelalter, bewährte sich danach immer mehr im Rahmen kirchlicher Feste und anlässlich von Mysterienspielen. Durch die Reformation erfuhren diese Lieder und Tänze eine neue Bewertung; sie sollten nunmehr wie…

  • Leitstern Trompete

    Wie selbstverständlich rückt das Genre Trompetenkonzert dank Alison Balsom und Gabor Boldoczki regelmäßig zur (Vor-)Weihnachtszeit in den Fokus. Es scheint so, als würde es bei seinem Erklingen auch während der langen übrigen Zeit des Jahres besonders mit den christlichen Festen im Dezember assoziiert und dorthin verbannt. Damit das Pendel der Wahrnehmung aber nicht nur zwischen den…

  • Tendenz feierlich

    Zum Adventsauftakt spielen neben anderen Ensembles in München die Residenz-Solisten im kleineren räumlichen Rahmen, nämlich der schmucken barocken Hofkapelle des Residenzmuseums, Werke von Arcangelo Corelli und Zeitgenossen – morgen um 17 Uhr und gleichermaßen um 19 Uhr. Ein Kinderprogramm mit Tschaikowskys märchenhafter Musik aus Dornröschen und dem Nussknacker bietet das Residenzorchester ebenso am Sonntag im Max-Joseph-Saal bereits zur besten…

  • Der sechste Kontinent und das komische Fach

    Unvermeidlich wurden die kleineren komischen Formen des Musiktheaters aus dem Nachbarland Spanien in Portugal wahrgenommen und adaptiert: Dies gilt für die Zarzuela ebenso wie die in der Regel einaktige Farsa, für die meist nur wenige Darsteller gebraucht wurden. Beispielhaft für letztere sollte das Bemühen des in der Kunst des dramma giocoso venetianischen Zuschnitts und neapolitanischen Stils ebenso erfahrenen…

  • Destination Oper

    Es kann ein gutes Zeichen sein, wenn der Rezensent im Konzert für Bruchteile von Minuten einnickt. Es bedeutet, dass die Musik das kritische Ohr überwältigt und den Hörer in das Reich der musikalischen Träume entführt hat. So geschehen am Freitag, den 24. November, dem zweiten Abend des 4. Erfurter Sinfoniekonzerts in der Saison 2017/18 mit Beethovens Klavierkonzert…