• Von der weiblichen Hälfte eines raren Duos

    Auch wenn man in Fragen der Besetzung bei Kammermusik in der Vorklassik ebenso wie um 1700 gerne unkompliziert war und je nach MusikerInnenpräsenz das eine oder andere Instrument statt des vom Komponisten intendierten verwendete, so musste das Duo Francesca und Ludwig August Lebrun doch ein seltenes konzertantes (Hör-)Bild abgegeben haben.

  • Ein einziges Menuett

    Zwar nichts absolut Neues mehr, aber bei seiner Entdeckung ein Fund allererster Ordnung enthält das von dem Organisten Joseph Butler (1721 – 1805) edierte Peter Pelham Manuskript aus dem Jahr 1744 mit seinen 23 herausragenden Kompositionen für Tasteninstrumente von Zeitgenossen auch ein rares Instrumentalwerk des Pachelbel-Sohns Carl Theodorus. Dieser war auf dem Weg über England etwa im Alter von 40…

  • Wechselbäder: Barock und Postmoderne

    Ein interessantes, vor allem aber hochvirtuoses Programm konnten die AkademistInnen am Theater heute in ihrer Matinee bieten. Malte Wasem, Direktor der Orchesterakademie, moderierte durch ein buntgewürfeltes Programm, in dem der persönliche Geschmack der jungen Musikerinnen und Musiker durchaus abgebildet werden sollte. Vor technisch Schwierigem schreckt jedenfalls keine(r) von Ihnen zurück, grundsätzlich wurden komplexe Werke einstudiert und…

  • Dirigentenpult und Orgelbank

    Eines der ersten englischsprachigen methodischen Handbücher für das Harmonium geht auf Frederic Archer (1838 – 1901), einen emsigen Musiker zwischen Dirigentenpult, Orgelspieltisch und heimischer Schreibstube zurück. Für die weniger angestaubte Hammond Orgel ebenso wie für das Harmonium selbst schrieb er in seiner Eigenschaft als Tonschaffender ein Kompendium mit 70 Solostücken, das beim bekannten New Yorker Musikverleger Schirmer…

  • Erwachen der Vokalpolyphonie

    Im nordportugiesischen, nicht direkt am Meer gelegenen Braga entwickelte sich seit der Renaissancezeit eine eigene Komponistenschule, die allerdings nicht an die weit ausstrahlende in Évora heranreichte. Dennoch brachte die Stadt mit Miguel da Fonseca einen Meister der Vokalpolyphonie hervor, dessen Aktionsraum weitestgehend die Kirche blieb, für die er als Kapellmeister bis nach 1544 arbeitete.

  • Der Bossa Nova schwingt mit

    Eine interessante Mixtur aus Klaviermusik brasilianischer Komponisten spielte vor kurzem Justin Badgerow ein. Der junge US-Amerikaner tauchte damit aus dem Rampenlicht der Konzertwelt auch in diejenige der Studios ein. Eigener Aussage gemäß stellt er sich eine Zukunft als Virtuose an der Westküste der Vereinigten Staaten vor, als Dozent an einer inspirativen Musikschule, mit den Bergen,…

  • Auf Tournee: Eine Hoffnung geht in Erfüllung

    Weltmusik-Alben mit direktem Bezug auf den Bruch durch die Pandemie und auf den Verlust größerer Geselligkeiten im weiteren Freundeskreis sind noch ziemlich rar, aber manch singuläres Ensemble mag sie zum Anlass einer ziemlich angstfreien Reise durch Europa genommen haben, so etwa das in Amsterdam angesiedelte KAMA Kollektiv mit seiner neuen und wiederum eigenwilligen Kompilation von Liedern und Instrumentalstücken.

  • Un Trionfo del Ritorno

    Das „Wunderkind“ Wolfgang Amadé Mozart hatte sich während seiner Mannheimer Konzerte unsterblich in die Sängerin Aloysia Weber verliebt. Sie jedoch wies ihn ab. Aloysia heiratete jedoch – letztlich nicht zu dessen Gunsten – den Würzburger Joseph Lange, während der große Stern am Musikhimmel 1782 ihre Schwester Constanze ehelichte. Etwas verknappt stellt sich so die Verbindung…

  • Hymne, Tanztheater, Elektroakustik

    Es kommt nicht so selten vor, dass der Ausgangspunkt einer sich etablierenden klassischen Musikkultur außerhalb Europas nicht etwa die Folklore des jeweiligen Landes ist, obwohl diese natürlich ständig interferiert, sondern die Staatshymne. Und es ist kein Alleinstellungsmerkmal Ecuadors, dass es sich dabei um das fast einzige erhaltene Werk seines Urhebers handelt. Die Überlieferungslage in der…

  • Verspieltes Klavier und zaubernde Geige

    So romantisch, expressiv und gleichzeitig verspielt dürften heutige Hörer dänische Klaviermusik aus der Zeit der Wiener Klassik und über diese hinaus kaum jemals wahrgenommen haben: Mit Friedrich Kuhlau (1786 – 1832) spricht hier kein Komponist zweiter Garde im Schatten Beethovens zu uns, auch wenn er diesen im Norden eigentlich bekannt gemacht hat.