• Die Wiener Klassik als Referenzpunkt

    Mag sein, dass wegen des großen Erfolgs beim neapolitanischen Publikum Il matrimonio segreto ein Jahr nach der Wiener Veröffentlichung 1793 auch heute das populärste Werk von Domenico Cimarosa ist. Seinen Anfängen als unangefochtener Maestro der opera buffa seiner Epoche wird aber erst jetzt mit einer modernen Partitur der „commedia per musica“ Le stravaganze del Conte, in…

  • Anpassung an die Macht – ein Künstlerdilemma?

    Anpassung an die Macht – ein Künstlerdilemma?

    Zum zweiten Mal nach dem Start vor einer Woche ging an diesem Samstagabend der Vorhang auf für Offenbachs Opéra fantastique Hoffmanns Erzählungen, basierend auf dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré, die den universellen Künstler selbst in die Handlung einbezogen hatten, mitten im 19. Jahrhundert gewiss ein einigermaßen gewagtes dramaturgisches Unterfangen …

  • Inspiration: aus Griechenland und anderen Weltregionen

    Bei allem Applaus, den Stewart Copelands Musical-Oper Electric Saint im letzten Jahr erntete, sollte doch in einer Fußnote erwähnt werden, dass er nicht der erste war, der sich genau dieses historischen, aber in seiner literarischen oder librettistischen Umsetzung gerne verklärten Stoffs bediente. 2003 brachte nämlich ein Tasmanier mit griechischen Wurzeln auf die Bühne: Constantine Koukias…

  • Pantaleon und Hang

    Von weitem sieht es einem  modernen Cembalo nicht unähnlich: Der Rostocker Musikwissenschaftler und Orgelbauer Martin-Christian Schmidt bildete in seiner Werkstatt 1992 ein verschollenes Pantaleon vom Beginn des 18. Jahrhunderts nach. Dabei handelte es sich um ein großdimensioniertes Hackbrett, auf dem eine ganz standardmäßig wirkende Klaviatur nicht mit den Fingern, sondern mit Holzschlägeln bespielt wurde, die einseitig…

  • Fernes Japan?

    Spätestens seit Yamada Kōsakus Erfolg mit Kurofune (1954) hielt eine spezifische Gattung der westlichen Welt, die Oper, Einzug auf japanischen Bühnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entfaltete sich die Rezeption europäischer und selbst amerikanischer Musik dort nahezu explosionsartig, die Zahl der Instrumental- und Gesangsstudenten aus dem „Land der aufgehenden Sonne“ nahm an den Musikhochschulen des Westens bis…

  • Türöffner (ohne Brechstange)

    Ob es in absehbarer Zeit eine wirkliche kostengünstige Formatalternative zu Klassik auf Compact Disc geben wird, steht noch dahin. Die bestehenden Angebote im Netz, die in der Klangqualität als ähnlich gut bezeichnet werden können, sind jedenfalls noch viel zu wenige — weshalb der Preis eben sehr hoch ist.

  • Umwälzende Registerwalze

    Ein Revival feierte 100 Jahre nach einem Höhepunkt technischer Entwicklung die Crescendo-Registerwalze über der Pedalklaviatur der Orgel. Denn erst seit den 1980er Jahren besann man sich wieder auf die Klangqualitäten der in der Spätromantik erbauten Instrumente.

  • Tendenz: Repertoire aus Alpenrepubliken

    Was alles möglich ist, auch wenn nicht alles möglich ist: Der Klarinettist Andreas Ottensamer, die Cellistin Raphaela Gromes und die Sopranistin Katharina Ruckgaber sind bereits heute, am zweiten Weihnachtsfeiertag, um 16 Uhr im Großen Saal der Elbphilharmonie zu hören.

  • William Turners Bilder … in Musik?

    Eine zuletzt realisierte große Hommage an die Malerei von William Turner beruhte auf der Faszination der Stille, die von den Gemälden des schwer einer Stilrichtung zuzuordnenden britischen Künstlers ausgeht. Sie kommt von dem niederösterreichischen Gitarristen und Komponisten Burkhard Stangl. Er widmete Turner sein Album Unfinished. 

  • Kammergesänge mit Dramatik und Witz

    Wenn es um die Vorarbeiten zu einer neuen Operninszenierung geht, stehen allzu selten die emsigen Arbeiten hinter den Kulissen im Vordergrund. Ihnen ist es jedoch zu verdanken, dass eine ebenso tiefengestaffelte wie latent symbolträchtige Bühnenillusion erzeugt wird. Dazu bedarf es in der Regel einer eigenen Crew, die dem Sängerpersonal an Zahl nicht nachsteht. Für die…