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Elektrisierend, hypnotisierend: von Bach bis Reich
Motivbruchstücke auf Takte anzulegen und auch längere Motive in sich repetierende rhythmische Einheiten aufzuteilen ist nichts Neues: J.S. Bach hat es, meist mit seinem Idol Vivaldi im Hintergrund, zur Genüge getan und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts taten es die Protagonisten der Minimal-Music-Bewegung auf andere Weise. Es war wohl doch ein Markenzeichen der…
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Intonation: Einstimmung und Klangsphäre
Vor dem Einsatz des Orchesters an einem Konzertabend stimmen Mitspielende in aller Regel ihre Instrumente und sich aufeinander ein. In kleineren wie größeren Ensembles wird häufig mit der Stimmgabel oder durch die sprichwörtliche „erste Geige“ der Anfangston vorgegeben, um den Klangkörper auf den Basiston der Moll- oder Durtonart „einschwingen“ zu lassen und einen gemeinsamen Ausgangspunkt…
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ACWC
Computer(gesteuerte) Musik setzte sich nach John Cages multimedialen Experimenten in den 1980er Jahren durch. Insbesondere Raymond Murray Schafers Konzept Soundscape, das die akustische Umwelt in den Mittelpunkt des Interesses rückte, setzte sich durch und beeinflusste weitere kanadische Komponisten wie Alvin Curran oder Robin Minard nachhaltig.
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Mit Galuppi nach Italien
Die Bedeutung eines Musikers aus Hluchiw im Hetmanat, das heute zum ukrainischen Regierungsbezirk Sumy gehört, für die europäische Musik im ausgehenden 18. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 19. kann kaum überschätzt werden. So beeindruckte Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski unter anderen König Friedrich Wilhelm III. so, dass dieser veranlasste, die liturgischen Stücke der preußischen Agende…
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Kontraste: zwischen Mozart und Moderne
Das letzte von den vier Klavierkonzerten, die Mozart bei seinen Versuchen, sich in Salzburg zu etablieren und einen Namen zu machen, steht in der für den Komponisten nicht eben seltenen Tonart Es-Dur (KV 271) und wurde später womöglich fälschlich „Jeunehomme“-Konzert genannt, da zwei Biographen darin den (Mädchen?-)Namen der Pariser Pianistin erkennen wollten, die als erste…
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Lautenvirtuose der Vorklassik
Die Kobsa ist eine sechssaitige genuin ukrainische Schalenhalslaute, die bereits im 16. Jahrhundert namhaft wurde. Allerdings liegen seither und zumindest bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts zwei Varianten vor, von denen die erste als Knickhalslaute mit der rumänischen cobză verwandt ist, die andere eine Langhalslaute darstellt. Aus ihr ging die größere Bandura hervor, deren Saiten…
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Folklore des Urwalds und seines Zentrums
Seine Begabung in der Orchestrierung, die sich besonders an seinem Tributo a Portinari studieren lässt, machte ihn bald auch zu einem ausgezeichneten Komponisten von dramaturgisch überzeugend eingesetzter Filmmusik: Für seine Soundtracks zu den in Brasilien gedrehten und dort allseits populären Kinoereignissen Terra È sempre Terra und O Canto do Mar wurde der ursprünglich als Violinist…
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Digitalität – von Spiel bis Unterwerfung
Schillers Bonmot, wonach der Mensch sich als solcher zu erkennen gebe, wenn er spielt, gilt im Falle der Nutzung digitaler Möglichkeiten nur mehr bedingt, denn digitale Medien können auch vereinnahmen, unterwerfen oder beherrschen, je bis zu welchem Grad wir uns darauf einlassen. Aber die Grenzen können verschwimmen und es steht manchmal in Frage, ob wir…
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Poesie in Musik gegossen
Das Königreich Polen hatte zur Zeit der Hochblüte der Renaissance wie eine Handvoll andere Sprachregionen Europas seine universell gebildeten Techniker, Künstler und Dichter. Von letzteren war der Poet und Prosaist Jan Kochanowski einer der bedeutendsten und man darf sich fragen, warum von dessen Werk noch keine aktuelle Gesamtausgabe in deutscher Sprache vorliegt.