• Dramatisch, lyrisch, immer spannend

    Spartenübergreifendes Engagement von Ensembles kann auch dann von Relevanz sein, wenn die Sphären überwiegend getrennt bleiben. Mit seiner Einspielung von Popsongs mit Violine, Viola, Cello und Klavier vor mehr als einer Dekade hat das internationalen Ruf genießende Fauré Quartett, das am Sonntag das Festival Kissinger Sommer bereicherte, einen neuen Weg beschritten, auch wenn Projekte wie…

  • Im Blick: Karpatische Folklore nach europäischer Symphonik

    Im Blick: Karpatische Folklore nach europäischer Symphonik

    Auf den Zusammenschluss der Ukraine mit Transkarpatien hin wurde die Folklore desselben Landesteils „neu“ entdeckt. In jene Jahre nach 1945 fällt ein Abschnitt im Schaffen von Borys Ljatoshynskyj, der slawische Themen auch aus der karpatischen Region aufgriff und verarbeitete. Sein Einfluss war ebenso weitreichend wie etwa derjenige Sculthorpes auf die Entwicklung der australischen Musik. Aus…

  • Erstmals notiert: Indianische Musik

    Erstmals notiert: Indianische Musik

    Im Südwesten Nordamerikas begannen im 17. Jahrhundert Indigene Elemente christlich und europäisch basierter Kunstmusik in ihre Klangkunst zu übernehmen oder wenigstens ihre Notation zu adaptieren. Mischformen repräsentiert unter anderem der von Mexico herrührende innovative schnelle Gesang des Peyote-Kults, dessen Pflege und Entwicklung sich bis heute fortsetzt.

  • Ausflug in das Innere und nach China

    Prinzipiell sollte ein Samstagabend im Mai für Outdoor-Konzerte unter den Bedingungen eines lauen Lüftchens stehen, doch mag manche(r) es vorgezogen haben, bei strengerem Wind einladende Innenräume aufzusuchen: In der Weimarer Schmiede für Neue Musik, dem Mon ami am Goetheplatz, wurde ein Brückenschlag zwischen dem europäischen und dem asiatischen Kontinent unternommen: Die westliche Avantgarde traf die…

  • Von singenden Instrumenten

    Von singenden Instrumenten

    Eine konsumistische Haltung schließt sich gegenüber ihrer Musik von selbst aus, denn die vielseitige, in Kiew ausgebildete Komponistin Anna Korsun verlangt dem Hörer häufig eine konzentrierte Einstellung ab. Sie experimentiert mit Klängen und Geräuschen, gerne um die menschliche Stimme herum, die mit elektronischen Medien, aber auch mit traditionellen Instrumenten verbunden wird. Bei der Preisverleihung des…

  • Monumentales Gemälde in Szenen

    Monumentales Gemälde in Szenen

    Möglicherweise wollte er nichts weniger als das, nämlich dass sich „die ganze Welt“ in einem Werk „spiegelt“, wovon Gustav Mahler im Brief an seine Freundin Anna von Mildenburg spricht, zitiert durch Larissa Wieczorek im Programmheft zur Aufführung seiner 3. Symphonie in d-Moll am 19. und 20. Mai 2022. Es ist eine Aufgabe, der sich Kunst stellen kann,…

  • Vor der Klassik – nach der Moderne

    Glücklicherweise haben weltweite Krisen den „guten Humor“ der Musikindustrie bislang nicht spürbar unterdrücken können – und das Frühjahrshoch wirkt sich hoffentlich bis weit ins Jahr hinein aus, was die Produktivität der Labels angeht. Interessante Neu- oder Wiederentdeckungen sind auch dabei, etwa die Miniaturen-Suite im Schlepptau mit einem Klavierkonzert von Dimitris Papadimitriou, einem in Athen ausgebildeten…

  • Anfänge und Revival des Ragtime

    Anders als vielleicht mancher denken mag, schrieb Scott Joplin nicht als erster Ragtimes, relativ kurze Stücke mit Tanzcharakter in einer speziellen, seit 1870 in den USA gebrauchten Spielweise, die einige Jahre später in bluesbasierte Jazzstile und rasch auch in die westliche Kunstmusik einging, wenn sie nicht gar bereits von klassischen Vorbildern inspiriert war: Es ließen…

  • Das Findelkind Novecento

    Das Findelkind Novecento

    Im Falle der aktuellen Erfurter Dramatisierung des Monologs Novecento von Alessandro Baricco für die Bühne wäre es wohl korrekter, von einem Schauspiel mit Puppe statt von einem Puppenspiel zu sprechen, auch wenn der durch die Puppe verkörperte Charakter natürlich im Mittelpunkt der fiktiven erinnerten Ereignisse steht. Diese wurde zur Premiere am 28. April brillant geleistet von…

  • Urheber des klassischen Chorkonzerts

    Nicht nur der heute namhafteste ukrainische Hofkomponist des 18. Jahrhunderts, Dmitri Bortnjanskij, hatte einen starken Bezug zu Italien. Noch mehr gilt dies für den wenigstens sechs Jahre älteren, in Hluchiw im Herrschaftsgebiet der Kosaken-Hetmanen geborenen späteren Sänger Maxym Sosontowytsch Beresowskyj.