Kategorie: Wissenswert

  • Aus dem schottischen Hochland

    Von schottischen Höhen in die Tanzsäle der Biedermeierzeit: Die vermutlich lange Vorgeschichte zur Entstehung der Écossaise umfasst den langen Zeitraum mittelalterlicher gälischer Popularmusik, in dem Gesang und Tanz zu den Klängen des Dudelsacks Hand in Hand gingen. Ursprünglich handelte es sich um einen eher gemächlichen Schreittanz zahlreicher Teilnehmender in Kolonnenanordnung.

  • Tänze und Lieder aus Arnhem Land

    Noch einige Zeit vor dem Tasmanier Peter Sculthorpe erkundete die in Sydney aufgewachsene spätere Hochschullehrerin Mirrie Solomon die Klangkunst der Aborigines, auch wenn sie nach eigenen Worten diese in ihrem Werk nicht imitierte, sondern das spezifische Melos und besondere Merkmale der indigenen Musik auf der Basis erlernter europäischer Traditionen integrierte. Bekanntlich ging auch Sculthorpe von Genres westlicher…

  • “ … at once became a queen“

    Am 20. November 1884 wies die Feuilleton-Kolumne der Evening News von Sydney auf ein bemerkenswertes Konzert des Vorabends hin. In ihm hatte Alice Charbonnet-Kellermann, die Pianistin und Leiterin einer neu begründeten Musikschule in der Phillip Street, eigene Stücke als auch ein Arrangement von Félicien Davids Desert aus Sicht des Kritikers so virtuos gespielt, dass der Kritiker sich dazu hinreißen…

  • Ausgewanderte Kreative

    Freiwillig oder nicht: Migration auf dem Gebiet des Komponierens ist in der Musik beinahe alltäglich, wenn nicht sogar konstitutives Phänomen. Conlon Nancarrow, der Meister des Walzenklaviers in der Postmoderne, wurde der Mitgliedschaft in einer radikalen Organisation verdächtigt und war deshalb gezwungen, in Mexiko – wenn auch nahe der Grenze zu den USA – einen neuen Hausstand…

  • Ode für Princeton

    Urania ist eine Sammlung von Psalmodien, Anthems und Hymnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach 1761 von dem Presbyterianer James Lyon (1735 – 1794) für eine Aufführung in der erst neu erbauten Nassau Hall von Princeton zusammengestellt wurde und neben britischem Repertoire sechs seiner Originalwerke enthält. Lyon kam selbst aus Newark in New Jersey und war damit einer der ersten…

  • Im Geist des Theaters

    Selbst ihre Kammermusikwerke atmen den Geist des Theaters: Der (Schauspiel-)Bühne galt Helen Gifford ästhetisches Denken Zeit ihres Musikerinnendaseins. Diese Orientierung färbte deutlich auf die intimeren Kammermusikwerke ab. Hier fallen besonders zwei Stücke aus verschiedenen Schaffensperioden der mit Melbourne nicht nur durch ihre Schulzeit und das Konservatoriumsstudium verbundenen späteren Komponistin „ins Ohr“.

  • Querbeet durch die Repertoires

    Ein zentraler Komponist Danzigs im 20. Jahrhundert war Henryk Jabłoński. Als junger Cellist wirkte er im Symphonieorchester der nicht nur wegen ihres Hanse-Seehafens berühmten Ostseestadt mit, bevor der hochbegabte Musiker die Leitung des Chors im Polytechnikum übernahm und in Folge denjenigen der Schiffstechniker dirigierte.

  • Ein einziges Menuett

    Zwar nichts absolut Neues mehr, aber bei seiner Entdeckung ein Fund allererster Ordnung enthält das von dem Organisten Joseph Butler (1721 – 1805) edierte Peter Pelham Manuskript aus dem Jahr 1744 mit seinen 23 herausragenden Kompositionen für Tasteninstrumente von Zeitgenossen auch ein rares Instrumentalwerk des Pachelbel-Sohns Carl Theodorus. Dieser war auf dem Weg über England etwa im Alter von 40…

  • Dirigentenpult und Orgelbank

    Eines der ersten englischsprachigen methodischen Handbücher für das Harmonium geht auf Frederic Archer (1838 – 1901), einen emsigen Musiker zwischen Dirigentenpult, Orgelspieltisch und heimischer Schreibstube zurück. Für die weniger angestaubte Hammond Orgel ebenso wie für das Harmonium selbst schrieb er in seiner Eigenschaft als Tonschaffender ein Kompendium mit 70 Solostücken, das beim bekannten New Yorker Musikverleger Schirmer…

  • Erwachen der Vokalpolyphonie

    Im nordportugiesischen, nicht direkt am Meer gelegenen Braga entwickelte sich seit der Renaissancezeit eine eigene Komponistenschule, die allerdings nicht an die weit ausstrahlende in Évora heranreichte. Dennoch brachte die Stadt mit Miguel da Fonseca einen Meister der Vokalpolyphonie hervor, dessen Aktionsraum weitestgehend die Kirche blieb, für die er als Kapellmeister bis nach 1544 arbeitete.