Kategorie: Wissenswert
-
Für Frieden und Freiheit
Selbst in der erst 1975 aufgegebenen Provinz Angola aufgewachsen engagierte sich Luís Cilía gegen den Krieg um die Kolonien und wirkte in Portugal selbst im Sinne eines Freiheitskämpfers, der Gewaltlosigkeit predigte. Er war einer der wenigen Musiker aus der afrikanischen Kolonie gewesen sein, die eine professionelle kunstmusikalische Ausbildung erfuhr.
-
Hellenen über dem Ozean
Arbeitsame Begabungen kommen auch ohne Netzwerke aus: Eines Tages fand sich ein Geiger aus der nordwestgriechischen Provinz Epiros im Symphonieorchester von Indianapolis wieder, so geschehen etwa Dinos Constantinides.
-
Aus dem schottischen Hochland
Von schottischen Höhen in die Tanzsäle der Biedermeierzeit: Die vermutlich lange Vorgeschichte zur Entstehung der Écossaise umfasst den langen Zeitraum mittelalterlicher gälischer Popularmusik, in dem Gesang und Tanz zu den Klängen des Dudelsacks Hand in Hand gingen. Ursprünglich handelte es sich um einen eher gemächlichen Schreittanz zahlreicher Teilnehmender in Kolonnenanordnung.
-
Tänze und Lieder aus Arnhem Land
Noch einige Zeit vor dem Tasmanier Peter Sculthorpe erkundete die in Sydney aufgewachsene spätere Hochschullehrerin Mirrie Solomon die Klangkunst der Aborigines, auch wenn sie nach eigenen Worten diese in ihrem Werk nicht imitierte, sondern das spezifische Melos und besondere Merkmale der indigenen Musik auf der Basis erlernter europäischer Traditionen integrierte. Bekanntlich ging auch Sculthorpe von Genres westlicher…
-
“ … at once became a queen“
Am 20. November 1884 wies die Feuilleton-Kolumne der Evening News von Sydney auf ein bemerkenswertes Konzert des Vorabends hin. In ihm hatte Alice Charbonnet-Kellermann, die Pianistin und Leiterin einer neu begründeten Musikschule in der Phillip Street, eigene Stücke als auch ein Arrangement von Félicien Davids Desert aus Sicht des Kritikers so virtuos gespielt, dass der Kritiker sich dazu hinreißen…
-
Ausgewanderte Kreative
Freiwillig oder nicht: Migration auf dem Gebiet des Komponierens ist in der Musik beinahe alltäglich, wenn nicht sogar konstitutives Phänomen. Conlon Nancarrow, der Meister des Walzenklaviers in der Postmoderne, wurde der Mitgliedschaft in einer radikalen Organisation verdächtigt und war deshalb gezwungen, in Mexiko – wenn auch nahe der Grenze zu den USA – einen neuen Hausstand…
-
Ode für Princeton
Urania ist eine Sammlung von Psalmodien, Anthems und Hymnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach 1761 von dem Presbyterianer James Lyon (1735 – 1794) für eine Aufführung in der erst neu erbauten Nassau Hall von Princeton zusammengestellt wurde und neben britischem Repertoire sechs seiner Originalwerke enthält. Lyon kam selbst aus Newark in New Jersey und war damit einer der ersten…
-
Im Geist des Theaters
Selbst ihre Kammermusikwerke atmen den Geist des Theaters: Der (Schauspiel-)Bühne galt Helen Gifford ästhetisches Denken Zeit ihres Musikerinnendaseins. Diese Orientierung färbte deutlich auf die intimeren Kammermusikwerke ab. Hier fallen besonders zwei Stücke aus verschiedenen Schaffensperioden der mit Melbourne nicht nur durch ihre Schulzeit und das Konservatoriumsstudium verbundenen späteren Komponistin „ins Ohr“.
-
Querbeet durch die Repertoires
Ein zentraler Komponist Danzigs im 20. Jahrhundert war Henryk Jabłoński. Als junger Cellist wirkte er im Symphonieorchester der nicht nur wegen ihres Hanse-Seehafens berühmten Ostseestadt mit, bevor der hochbegabte Musiker die Leitung des Chors im Polytechnikum übernahm und in Folge denjenigen der Schiffstechniker dirigierte.