Kategorie: Wissenswert

  • Beim Wort zu nehmen: Ein internationales Fest der Künste

    Seit nunmehr 33 Jahren existiert in Melbourne eines der größten Musikfestivals weltweit. Sein Aufführungskalender umfasst nahezu sämtliche Genres klassischer, folkloristischer und internationaler Tonkunst, hinzu kommen das Theater und mit besonderer Akzentsetzung der (zeitgenössische) Tanz. Wegen seines schieren Umfangs, den mehr als eintausend Künstler bestreiten, findet es jedes Jahr im Oktober in mehreren Sektionen statt. Bei den Bewohnern der…

  • Rios Flughafen: benannt nach einer Musikerlegende

    Er wuchs in Rios Stadtteil Ipanema auf und übte sich seit früher Kindheit an der Gitarre, bevor er als Jugendlicher das Klavierspiel bei der bekanntesten Musikpädagogin der Metropole, Lucía Branco, zu erlernen. Von 1941 an erhielt er die Chance, bei Hans-Joachim Koellreutter Komposition zu studieren.

  • Vorfeld und Praxis digitaler Musik

    Im nächsten Umkreis derjenigen Theoretiker und Komponisten künstlicher Klänge, die als erste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Soundscape als „akustische Hülle“ definierten, bewegte sich auch der aus Chatham in Ontario gebürtige Barry Truax. In Ergänzung zu und auf der Basis von Überlegungen seines Landsmanns Raymond Murray Schafer, der gewissermaßen die kritische Speerspitze der Erforschung von Lautsphären in…

  • Am Hof und im Haus: Modi, Leitern, Instrumente

    Obwohl westliche populäre Musik seit den 1930er Jahren großen Einfluss in Myanmar gewann und dies trotz repressiver staatlicher Intervention während der sozialistischen Regierungszeit, behaupteten sich in Burma, dem heutigen Myanmar, indigene klassische Traditionen. Mit Musik an und für sich hatte der Theravada-Buddhismus seine Probleme, denn er verurteilte sie als „dekadent“. Dennoch sind gerade die ältesten Strömungen…

  • Die Lereno-Identität

    Vermutlich 1739 in Rio de Janeiro als Sohn einer Angolanerin und eines Portugiesen geboren besuchte er ein Jesuiten-Kolleg, wo er sich ungewollt durch seine früh entwickelte dichterische Begabung Neid bei den hellhäutigen Studenten zuzog. Das Mobbing ging so weit, dass ihn seine Mitschüler in eine Militäreinheit zwangen, die in der Colonia del Sacramento stationiert war. Erst…

  • Tvísöngur und Ríma

    Angesichts des Umstandes, dass von einem klassischen Musikleben (west-)europäischen Zuschnitts auf Island infolge der späten Etablierung einer Kompositionsschule erst seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts wirklich die Rede sein kann, mag manche/r staunen, dass die nicht nur mündliche Überlieferung folkloristischer Musik denkbar tief ins Mittelalter zurückreicht. Im wesentlichen sind hier zwei getrennt voneinander gepflegte Gattungen zu unterscheiden, die…

  • Zwölftonmusik neu kontextualisiert

    Aufsehen erregte die Komponistin, die in diesem Beitrag gesucht wird, in späteren Jahren mit einem Handbuch, das der von Schönberg eingeführten Zwölftontechnik in der Gegenwart des späten 20. Jahrhunderts besondere Qualitäten zuschrieb, die sie „auf Augenhöhe“ mit vorgängigen breiten Strömungen in der Kunstmusik als neues Paradigma etablieren konnten und die traditionelle Harmonik ästhetisch umzukrempeln imstande waren.

  • Erstmals: Folklore in der Sinfonie

    Mangel an Einfällen konnte ihm gewiss nicht nachgesagt werden: Bazyli Bohdanowicz, aller Wahrscheinlichkeit nach 1740 in einer Region des südöstlichen Kleinpolen geboren, wirkte nach Studien als Violinist am Leopoldstädter Theater der einstigen Wiener Vorstadt und betätigte sich bald schon eifrig als phantasiereicher und produktiver Komponist. Mit Fug und Recht kann er als der erste bezeichnet werden, der polnische…

  • Innovation der Avantgarde: gedacht, getan

    Maßgeblich verantwortlich für eine nicht nur kleine Revolution in der Musik waren am Mannheimer Hof des frühen 18. Jahrhunderts jene Musiker und Komponisten böhmisch-mährischer Herkunft, allen voran sicherlich Carl Stamitz – man denke beispielsweise an die „Rakete“ (welche noch Rossini gerne starten ließ). In den letzten Jahren des Säkulums der Aufklärung versuchte sich Beethoven an der Dekonstruktion der…

  • (Be)rauschend und volltönig: das Cymbalom

    Vom griechischen κύμβαλον abgeleitet machte das Zimbalon insbesondere im südost(mittel)europäischen Raum Karriere; aus diesem Grund sind etwa die rumänischen, russischen und polnischen Begriffe der Ursprungsbezeichnung ziemlich ähnlich. Eigentlich handelt es sich um ein geklöppeltes Hackbrett, wie es seit langem in den Ensembles von Zigeunerfamilien üblich war. Im Land, das ihm den Namen gab, gehörte zu…