Kategorie: Wissenswert

  • Prinzessin Brambilla – in Musik wiedergeboren

    Von Carlo Gozzis Komödienschauspielen beeinflusst schrieb der Autor der Kreisleriana im Jahr 1820 seine Ménage à quatre Prinzessin Brambilla,  eine längere Erzählung, die er als „Capriccio“ bezeichnete, weniger in Anspielung auf eine musikalische Gattung als vielmehr auf ihren ironiegewürzten Inhalt. Es geht bei E.T.A. Hoffmanns 12. Phantasiestück um erträumte Mesalliancen ebenso wie um Geistesverwandtschaften: Der…

  • Interaktion der Schallquellen

    Es mag ein Kennzeichen dieser Generation sein, denn nahezu in allen Metropolen der westlichen Welt einschließlich Lateinamerikas suchten Nachwuchskomponist(inn)en in den 1980er Jahren die Möglichkeiten der Vermischung von elektroakustischen Klangerzeugern mit dem Sound traditioneller Instrumente und mit Geräuschen der Außenwelt zu verbinden, um damit neue Schallereignisse hervorzubringen, mit ihnen zu experimentieren und schließlich Kompositionsstile zu…

  • Tanzstopps am Fluss

    Impressionistische Farben kennt die Orchestermusik des lange in Bratislava tätigen Komponisten Alexander Moyzes, einst Prager Schüler von Vítězslav Novák, zwar, doch lassen sich seine deutlich von der slowakischen Folklore bestimmten Tanzzyklen eher einer spätromantischen Phase zuweisen: Dissonanzen auf Taktschwerpunkten kommen selten vor, komplexere harmonische Durchgänge erscheinen kontrastierend vor allem in den Moll-Teilen. In einer „Suite“, Pohronie Dances (1950),…

  • Beschreiben, auswerten, überblicken: Horizonte

    Neben dem Hinweis auf eine kapitalismuskritische kontexterschließende Studie der Philosophin Robin James zur Popularmusik des beginnenden 21. Jahrhunderts unter dem Titel The Sonic Episteme stellen wir hier ein in naher Zukunft erscheinender und zwei im November bereits vorliegende Fachbücher mit musiktheoretischem Anspruch vor.

  • Slowakischer Klangmagier

    Beinahe scheint es, als wäre die slowakische Romantik durch den hier Gesuchten, Student jenes namhaften Lehrers Schuberts und Bruckners am Wiener Pazmaneum überhaupt erst ausgelöst worden. Der Absolvent eines nicht weit vom Südausläufer der Tatra gelegenen Gymnasiums sollte eigentlich katholischer Pfarrer werden, blieb schließlich aber an der Musik hängen.

  • Chorleiterin, Komponistin, Bürgerrechtlerin: Eva Jessye

    Der Präsenz „schwarzer“ US-amerikanischer Musik leistete sie durch ihr vielfältiges Engagement, insbesondere auf dem Feld der Aufführungen von Chormusik, kräftigen Vorschub: Eva Jessye, die aus Coffeyville im Bundesstaat Kansas stammte, verlegte sich im nahen Quindaro auf das Studium von Chormusik und Musiktheorie, das sie ab 1914 an der südlicher gelegenen Langston University von Oklahoma fortsetzte.

  • E.T.A. Hoffmanns Beitrag zur Orchestermusik

    Da die Manen W.A. Mozarts ohnehin im literarischen Werk des Königsbergers Spuk treiben, ist es nicht verwunderlich, dass der in vielerlei Künsten versierte E.T.A. Hoffmann, der sich den Beinamen Amadeus gab, dem Bewunderten – bei aller Arbeit an Opern und Kirchenliturgischem – auch ein Denkmal in symphonischer Musik setzte.

  • Dämmerung im Buschland

    Mit einem relativ schmalen Oeuvre, darunter aber zwei Opern, Godiamo la vita und Principessa dell’atelier, verewigte er sich sowohl in seiner heimatlichen brasilianischen Musiksphäre als auch in Italien, wo er am Konservatorium von Neapel bis 1917 studiert hatte. Es folgte nahezu unmittelbar ein fünfundzwanzig Jahre währendes Engagement als Dozent am Konservatorium seiner Geburtsstadt São Paulo.

  • Zu Lasten des dritten Standes?

    Der Ernst der Lage ist zu groß, sonst könnte man auf die Idee kommen, die derzeitige Ring-Aufführung in der … Street für die erste Abende füllende (Seifen-)Oper eines europäischen Inselkontinents zu halten, doch Sch(m)erz beiseite: Tatsächlich kam die allererste „lustige“ Oper 1728 mit einem Paukenschlag im Lincoln’s Inn Fields Theatre Londons zur Welt, wobei der literarische Wurf des…

  • Ein selten fokussiertes Musikterritorium

    Im Raum des heutigen Weißrussland gehen Aufzeichnungen von Musik zwar nicht so weit wie in Frankreich, aber doch bis die Umbruchszeit zur Renaissance zurück. Überliefert in Neumennotation ist das von der orthodoxen Kirche verwendete Lied znamenny, zurückgehend auf „znamy“, was soviel wie „Zeichen“ oder einfach nur Neume als Symbol für den hörbaren Einzelton bedeutet. In der Barockzeit setzte sich…