Kategorie: Reviews
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Ohne melancholisches Schwergewicht
Lediglich den Melodielinien in Henryk Wieniawskis 2. Violinkonzert d-Moll kann eine gewisse Schwermut attestiert werden, ansonsten war sie dank des Einsatzes von Valery Voronin, Intendant und Chefdirigent am südrussischen Opern- und Ballettheater von Astrachan, und des immer wieder seidig-leichtfüßig musizierenden Philharmonischen Orchesters Erfurt wie weggeblasen! Vielmehr dominierte in der Aufführung vom Donnerstagabend die Strukturanalyse der…
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Alternative Klassik-Charts: Top Four
Es muss nicht immer die Interpretation eines vielleicht schon überstrapazierten Werks sein, das in aller Ohren tönt und zum Vergleich herausfordert, es gibt möglicherweise auch eine Bestenliste des „Ungehörtesten“, womit hier in erster Linie auf Neufunde angespielt wird. In diesem Monat wird etwa auch dem russisch-jüdischen Komponisten Alexander Veprik (1899 – 1958) diese Ehre zuteil, von dem kürzlich das…
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Seismographischer Sinn
Hochsensibel nahm die von mütterlicher Seite aus einer ungarischen aristokratischen Familie abstammende Komponistin Dora Pejačević jede Anregung, sei es aus der Umgebung, sei es den Künsten oder der Natur auf, um sie in klingende Musik umzumünzen.
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Große Hommage an die Alpennordkante
Zweier Komponisten der nördlichen Grenzregion der ehemaligen Habsburger mit der Wittelsbacher Monarchie wurde an den letzten beiden Abenden gedacht, Salzburgs und Münchens mit dem bayerischen Anteil der Alpen. Von Provinzialität kann in beiden Fällen nicht die Rede sein: Denn sowohl W.A. Mozart als auch Richard Strauss bewegten sich trotz weniger Gemeinsamkeiten zu Lebzeiten in einem weitgespannten europäischen…
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Septemberlese
Themenorientierte Alben machen seit wenigen Jahren der Übermacht der künstlerzentrierten Aufnahmen durchaus kreative Konkurrenz. Demnächst erscheint Air Music in der Reihe der natürlich auch absatztechnisch gut geplanten Vier-Elemente-Konzeption von Capella de la Torre nach den bisher zusammengestellten Programmen aus „Wasser“ und „Feuer“.
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Zwei Schwestern?
Ein seltener, vielleicht desto kniffligerer Fall für die Musikgeschichtsschreibung: War(en) es eine Frau oder zwei Schwestern, die als Komponistin(nen) sowohl das geistliche als auch das weltliche Repertoire ihrer Zeit bereicherte(n)? Von ihr oder beiden sind nämlich zwei Vornamen überliefert: Raffaela und Vittoria – zum Geschlecht der Aleotti. Aufgrund stilistischer Untersuchungen könnten Musikwissenschaftler nun, insbesondere, sollten neue Funde…
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Zur Abkühlung
An Tagen wie diesen, wenn das Eis selbst kurze Wegstrecken nicht mehr in festem Zustand durchhält, sollte vielleicht dem Gehör zur mentalen Erfrischung ein eisiger Cocktail entweder aus nördlichen oder sehr südlichen Gefilden vorgesetzt werden.
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Quer (und mit langem Atem) durchs Repertoire
Symphonic Bands, unter dem alternativen Namen Concert Bands bekannt, erfreuten sich im Lauf der letzten beiden Jahrhunderte insbesondere in Nordamerika großer Popularität; gemeint sind genau festgelegte Zusammenstellungen von Holz- und Blechblasinstrumenten in Verbindung mit Stabspiel und anderem Schlagwerk, wie sie von den Marching Bands anlässlich etwa von Festprozessionen verwendet wurden und werden.