Kategorie: Reviews

  • … und in Port au Prince

    Weniger die Schokoladen- als vielmehr eine ernüchternde Seite von Weihnachten zeigt (derzeit) die Situation Ende Dezember 2019 auf Haiti. Demonstrationen gegen Misswirtschaft und Korruption sorgen in der angespannten humanitären Lage der Bevölkerung für zusätzlichen Sprengstoff.

  • Seltene symphonische Gäste

    Momentaufnahmen aus alles anderem als einfachen Lebenssituationen: Das waren die Werke, die das Philharmonische Orchester Erfurt unter der Leitung von Myron Michailidis an diesem Donnerstag- und Freitagabend von drei Komponisten zwischen Klassik und Moderne präsentierte, zum einen Nikos Skalkottas‘ harmonisch raffinerte und kurzweilige, nach Landschaften benannte Fünf griechische Tänze, dann Bernhard Crusells Sinfonia Concertante für Klarinette, Horn,…

  • Was ist in „den letzten fünf Jahren“ passiert?

    In Mehrspartentheatern wird zunehmend auf das Repertoire für kleine experimentierfreudige Theater eingesetzt. Das immer noch neuartige „Schuhkartonprinzip“ hat mit der Konzertsaison 2019/20 auch am Theater Erfurt Einzug gehalten. Die in sich offene Studio Box des kleineren Saals versucht sich seither an verschiedenen Formaten, die von der Talk Show (zur Musik und zu Persönlichem) über die…

  • Einst am Krakauer Hof – heute noch hörbar

    Von polnischen Komponisten, die zur Zeit der Renaissance in fürstlichen Diensten standen, sind mehrfach ausschließlich geistliche Werke überliefert, so unter anderem die lateinischen und polnischsprachigen Psalmen, die der calvinistisch orientierte Hofkomponist, Dichter und Drucker Cyprian Bazylik (ca. 1535 – 1600) für König Sigismund II. August und zuvor für den litauischen Großkanzler Mikołaj Radziwiłl zu Vilnius, genannt…

  • Trinidad und die Welt(musik)

    Er stand auf der Bühne schon Seite an Seite mit Wynton Marsalis, Eric Reed oder seinem einstigen Dozenten Marcus Roberts: Der mit allen Wassern des Jazz gewaschene Trompeter Etienne Charles kann auf eine klassische Ausbildung an der Florida State University und der Juilliard School zurückblicken.

  • Das fremde Wilde im Barockballett

    Lange vor Jean-Jacques Rousseaus 1755 veröffentlichtem Traktat Discours sur l’inégalité wurden Zivilisations- und Naturgesellschaft als Gegensatzpaar definiert. Von den Repräsentanten fremder Völker überwog in den Künsten des 17. Jahrhunderts noch das Konzept des Exotismus. In England griff, durch Thomas Hobbes 1651 losgetreten, eine kulturpessimistische Sicht auf die Indigenen der Kolonien um sich.

  • Berückend präsent

    Eines der zur Zeit mit Wiedergabequalität am höchsten punktenden Labels auf dem norwegischen Klassikmarkt ist wohl 2L, bekannt auch unter dem Namen Lindberg Lyd mit Sitz in Oslo. Die neuesten Editionen aus dem Haus bieten optimale Klangauflösung auf jeweils einer Hybrid SACD und einer für Blu-ray Player geeigneten Pure Audio Blu-Ray Disc.

  • Originell französisch

    Ein Gast, der sich hier bislang rar machte, betrat am Frühabend dieses Mittwochs die Bühne im Großen Saal, der europäische „Bruder“ der American Drama Group und des britischen TNT Theatre nämlich, dessen Akteure ebenso gerne Originalstücke auf französisch wie englisch geben. Die Aufführung war tageszeitgemäß auf das jüngere Publikum der Schulen zugeschnitten, obwohl Molières Sprache in historischem Gewand…

  • Schleier und Zimtapfel

    Abgesehen von seiner Studienzeit in Paris lebt Alain Pierre Pradel seit Kindesbeinen im französischen Überseedepartement Guadeloupe. Im Februar 1975 kehrte er dorthin zurück und fand zum Broterwerb zunächst eine Anstellung in einem Finanzinstitut , forschte ansonsten aber eifrig nach den Wurzeln der Tanzmusik seiner Heimat.

  • Flöte mit Gesang – ein Konzertleben lang

    In der Popmusik mag es öfter vorkommen, dass ein begabter Flötist gleichermaßen als Komponist wirksam ist, im Bereich der „ernsten“ Muse kann es hingegen als große Seltenheit gelten: Der 1861 westlich von Melbourne, in der Stadt Ballarat geborene Australier John Lemmoné, nicht zu verwechseln mit einem amerikanischen Filmkomiker ähnlichen Namens, erfüllte über etliche Dekaden hinweg die Ansprüche beider Professionen.