Kategorie: Konzertreviews

  • Mexikanisch aufgemischt

    Nunmehr zum 10. Mal im Jahr 2018 ereignet sich vom 28. Juni bis 2. Juli Danetzare, das Internationale Folklore-Fest in Erfurt: Sowohl am Anger als auch im Thüringen-Park und auf dem Petersberg sind zu verschiedenen Uhrzeiten Tanzensembles aus acht Ländern, USA, Mexico, Ecuador, Kenia, Serbien, Ukraine, Slowakei und Osttimor exklusive Gastgeberland, rund um den Globus also, in…

  • Per Pedal

    Der Wiederentdecker des kleinen grünen Kaktus aus dem Dachboden der legendären Comedian Harmonists, Max Raabe, machte es kürzlich rechtzeitig zum Frühlingsbeginn 2018 vor: Mit seinem Lied Fahrrad fahr’n, jetzt verfügbar im sommerlichen Remix seines Kollegen Achim Hagemann, kombinierte er klassische Töne mit einer ebenso nostalgisch angehauchten wie angesagten sportlichen Betätigung. Die Idee einer Verbindung von klassischen Klängen…

  • Kosmopolitisch und historistisch in einem

    Zum preußischen Kapellmeister gewandet: Gaspare Spontini, der angesichts seiner seit 1804 anhaltenden Erfolge mit Beiträgen zur Opéra-comique in Paris sogar seinen Vornamen in Gaspard ändern ließ, wurde mehr oder minder abgeworben, als im Jahr 1814 Hohenzollern-König Friedrich Wilhelm III. seine bereits sieben Jahre lang auf dem Spielplan stehende Oper La Vestale um die Geliebte des…

  • Konzertant mit sportlicher Note

    Drive mag in popularmusikalischen Zusammenhängen etwas anderes suggerieren: Im Fall von Vito Žurajs gleichnamigem Konzertstück für Schlagzeugtrio und Orchester, das gestern im Theater Erfurt seine Uraufführung erlebte, hat es weniger mit vorantreibenden pulsierenden Rhythmen zu tun, sondern mit Laufbewegung als solcher, die nicht monodirektional nach vorne gerichtet ist, sich vielmehr im Kreis und in räumlichen Gegenrichtungen…

  • Stoffe, aus denen die Träume sind

    Das Wandern von Melodien durch ein vielfältiges Spektrum der Harmonien und über Tonleitern hinweg macht Sergej Rachmaninoffs Orchesterwerke und ganz besonders die Klavierkonzerte zum Stoff, aus dem die Träume (des Publikums) sind. Von dieser Besonderheit zeugte auch das Spiel der georgischen Pianistin Tamar Beraia am Abend des 26. April mit dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 d-Moll im Theater Erfurt.

  • Absolut unalltäglich

    Nur scheinbar unscheinbar: Abseits von den großen Sälen ging es im Festsaal des Kultur-Hauses Dacheröden anlässlich einer 11-Uhr-Matinee der Orchesterakademie des Theaters Erfurt ganz und gar unkonventionell zu: Drei ausgewählte Kammermusikwerke des 20. Jahrhunderts, die ziemlich selten zu hören sind, füllten den eher überschaubaren Raum. Die junge nachrückende Avantgarde des Theaters stellte dabei insbesondere der dritte Konzertteil, Luciano Berios knifflige…

  • 1651: Weltliches vom Götterhimmel

    Hier kommt jeder Dirigent, Regisseur oder Arrangeur in Verlegenheit: Wie soll man Opernpartituren aus der Zeit zwischen Jacopo Peri und Alessandro Scarlatti (letzteren ausgenommen) so einrichten, dass ein vielstimmiges Orchester barocken Ausmaßes ihn vollklingend spielen kann?

  • Die Farben der Trompete

    Moment, war das Rossini oder Beethoven? In Joana Mallwitz‘ Interpretation der rhythmisch hochdifferenzierten 7. Symphonie in A-Dur des letzteren pflanzte sich an diesem Donnerstagabend im Falle der Ecksätze der Eindruck des weit gespannten Stufencrescendo in die Gehörgänge ein – und das war bekanntlich eines der Markenzeichen des Opernmeisters aus Pesaro. Eigentlich ganz unklassisch … Sollte sich Beethoven hier ganz…

  • Böser Wald, gutes Dorf – oder umgekehrt?

    Ein Musical in bester Weill-Brecht-Tradition, aber unter den Vorzeichen der Gegenwart: So präsentierte sich gestern die Erfurter Premiere von Thomas Zaufkes und Peter Lunds Grimm! Anders als beim möglichen Vorbild der Dreigroschenoper dominierte jedoch der komische Aspekt, wobei sich das pädagogische Ethos, „die Moral von der Geschicht’“, ebenso wie in den Brecht-Stücken durchgehend bemerkbar macht, nicht…

  • Einmal Dutilleux und zurück

    Neuer Generalmusikdirektor des Theaters Erfurt wird zur nächsten Saison der Kreter Myron Michailidis, den das Publikum bereits in der Spielzeit 2016/17 anlässlich der Aufführung von Riccardo Zandonais Oper Giulietta e Romeo kennenlernen durfte. Der über alle Weltmeere gereiste Dirigent leitete unter anderem das Shanghai Opera House Orchestra, das Mexico State Symphony Orchestra und das George Enescu…