Kategorie: News

  • Meister des portugiesischen Spätbarock

    Das für Tausende zum Trauma gewordene Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 ist wohl auch dafür verantwortlich, dass ein Großteil der um die 700(!) Sonaten für Cembalo oder Orgel aus der Hand des „Orpheus Portugals“ verlorenging: Gerade einmal 105 Beispiele für seine Tastenkunst sind bis heute überliefert. Die Rede ist von José Antonio Carlos de Seixas (1704…

  • Was auch immer möglich ist: Grenzüberschreitungen im Elfenreich

    Wald und Stadt, Licht und Schatten, Schwarz und Weiss, Fantasie und Verstand, Gleichheit und Standesprivilegien: Polaritäten sind von Menschen erdacht und behauptet, doch besteht allzeit die Möglichkeit der Mischung und Einebnung des Ungleichen: In Shakespeares Schauspiel A Midsummer Night’s Dream erlaubt der Traum die Aufhebung der Gegensätze, insbesondere zur Konvention gewordener Hierarchien: Die drei zentralen Frauenbilder…

  • KolosSaalfüllend: Euterpe in Europa

    Klassikhörer, die ihren Pfingsturlaub in Belgien verbringen, sollten sich im Terminkalender vorsorglich den Abend des 14. Juni notieren: Anton Hermus dirigiert im Palais des Beaux Arts von Brüssel um 20 Uhr Niccolò Paganinis Violinkonzert, solistisch gemeistert vom jungen Virtuosen Lorenzo Gatto. Hinzu kommen für spätromantische Klänge sorgende Auszüge aus Sergej Prokofiews Ballett Cinderella und Zóltan…

  • … das erste Posaunenkonzert

    Auch wenn es schwerfällt zu glauben: In der Renaissancezeit wurde der eigenständige Klang der Posaune deutlich mehr geschätzt als im 17. Jahrhundert; in der Barockzeit geriet es nicht alleine vorübergehend aus der Mode, es sind auch durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges kaum Noten überliefert, die ein Repertoire für eine solistisch gebrauchte Posaune bezeugen könnten.

  • Rückkehr auf die Antillen – der Kunst halber

    Wie Jacobo Palm, der – dank seines Großvaters Jan Gerard – mit seinen Geschwistern eine große karibische Musiker- und Komponistenfamilie teilte, erblickte Wim Statius Muller auf Curaçao das Licht dieser Welt. Bei Palm lernte er früh das Klavierspiel, bevor er die Gelegenheit erhielt, die New Yorker Juilliard School als Student zu betreten. Der letzte Schüler…

  • Erstmals: Folklore in der Sinfonie

    Mangel an Einfällen konnte ihm gewiss nicht nachgesagt werden: Bazyli Bohdanowicz, aller Wahrscheinlichkeit nach 1740 in einer Region des südöstlichen Kleinpolen geboren, wirkte nach Studien als Violinist am Leopoldstädter Theater der einstigen Wiener Vorstadt und betätigte sich bald schon eifrig als phantasiereicher und produktiver Komponist. Mit Fug und Recht kann er als der erste bezeichnet werden, der polnische…

  • Festivals – vom Wilden Westen bis New England

    Ein gewisser Kontrast wird von den Veranstaltern des Santa Fe Opera Festivals selbst eingestanden: Die aride, teils steppenhaft-karge Landschaft New Mexicos lässt Besucher von auswärts nicht eben ein florierendes Musikbühnenprogramm (absolut) klassischen Zuschnitts erwarten …

  • Mit Mut zu Neuem

    Bereits Anfang Februar dieses Jahres rückte er mit der Uraufführung seines Orchesterwerks Von Ewigkeit zu Ewigkeit ins Licht der Weimarer Öffentlichkeit: Der 1987 in Sydney geborene und aufgewachsene Alex Vaughan ist evangelischer Christ und nimmt gerne zentrale Aussagen der Bibel zum Anlass auch für rein instrumentale Stücke. Mut zu Neuem bewies am 23. und 24. Mai…

  • Nicht gerade konservative Wächter des Dub

    Das neuartige Raumschiff, mit dem der kanarische Sänger und Songwriter Dactah Chando zusammen mit Umberto Echo (der Name ist Programm) als Dub-Botschafter durchs Weltall der Musik reist, ist glücklich gelandet. Guardians of Dub, hervorgebracht in diesem Maimonat, ist bereits das dritte Kooperationsprojekt der Band mit dem Toningenieur – maßgeblich mitverantwortlich für das Sound Design – und Produzenten Echo…

  • Capriccio Italien – et russe

    Einen (Wiener) Walzer denkt man sich schmissig und in abschnittsweise wirbelnder Geschwindigkeit getanzt wie gespielt. Russische Bearbeitungen von Walzern, handelt es sich nicht gerade um jenen berühmten Walzer Nr. 2 von Dmitrij Schostakowitsch, werden dagegen oft moderat in Tempo und Affekt in Szene gesetzt.