Kategorie: News

  • Rios Flughafen: benannt nach einer Musikerlegende

    Er wuchs in Rios Stadtteil Ipanema auf und übte sich seit früher Kindheit an der Gitarre, bevor er als Jugendlicher das Klavierspiel bei der bekanntesten Musikpädagogin der Metropole, Lucía Branco, zu erlernen. Von 1941 an erhielt er die Chance, bei Hans-Joachim Koellreutter Komposition zu studieren.

  • Vorfeld und Praxis digitaler Musik

    Im nächsten Umkreis derjenigen Theoretiker und Komponisten künstlicher Klänge, die als erste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Soundscape als „akustische Hülle“ definierten, bewegte sich auch der aus Chatham in Ontario gebürtige Barry Truax. In Ergänzung zu und auf der Basis von Überlegungen seines Landsmanns Raymond Murray Schafer, der gewissermaßen die kritische Speerspitze der Erforschung von Lautsphären in…

  • Komet der Virtuosität und der Tonkunst: Clara Schumann

    Statt Robert Schumann steht dieses Jahr seine Frau Clara Wieck ganz im Zentrum der Aufmerksamkeit, deren Produktivität als Komponistin zu Lebzeiten nicht anders als diejenige der meisten hochtalentierten Frauen, durch häufig zugemutete Verbannung in den häuslichen Bereich, leiden musste. Mit der Geringschätzung weiblicher Tonkunst zu ihren Lebzeiten, die etwa in der fehlenden Symphonik zum Ausdruck kommt, ging freilich der faktische…

  • Sommerlektüren inklusive Erkenntnisgutschein

    Nicht hoch genug einzuschätzen in seiner Bedeutung ist der für August 2019 angekündigte und in seiner Art bislang einzigartige Historische Atlas Mittelalterlicher Musik, herausgegeben von Vera Minazzi, ihres Zeichens Musikpsychologin und Biomusikologin an der Universität Pavia und Cesarino Ruini, Professor unter anderem für Renaissancestudien an der Universität Bologna. Ziel der Publikation ist eine breite und lokalkulturell fundierte Reliefschärfung mittelalterlicher Musik unter Hinzuziehung von…

  • Der Bananenbaum

    Sklavenaufstände auf Santo Domingo und die daraus resultierenden Unsicherheiten und Gefahren, die nicht zuletzt vom Establishment selbst ausgingen, zwangen die Großeltern des späteren Komponisten Louis Moreau Gottschalk von mütterlicher Seite zur Auswanderung in den Südosten der USA, und hier gerade in dessen Hochburg „schwarzer“ Musik, nach New Orleans. Dorthin hatte es seinen Vater, einen Anfang der…

  • Lumbyes Galopps: kompatibel mit dem Zirkus

    Von der leicht(er)en Muse schon in seinen Trompeterjahren beim dänischen Regiment geküsst wandte sich Hans Christian Lumbye früh der heiteren Gebrauchsmusik zu. Es mag ihn, weil er bereits seit 1829 nach einem Intermezzo mit den Dragonern bei der Königlichen Leibgarde im Sattel saß, mag den Komponisten auch die Sphäre der Pferdemanege und des Zirkus‘ angezogen haben; nicht…

  • Am Hof und im Haus: Modi, Leitern, Instrumente

    Obwohl westliche populäre Musik seit den 1930er Jahren großen Einfluss in Myanmar gewann und dies trotz repressiver staatlicher Intervention während der sozialistischen Regierungszeit, behaupteten sich in Burma, dem heutigen Myanmar, indigene klassische Traditionen. Mit Musik an und für sich hatte der Theravada-Buddhismus seine Probleme, denn er verurteilte sie als „dekadent“. Dennoch sind gerade die ältesten Strömungen…

  • Die Würdigung steht noch aus

    Germaine Taillefesse wollte sie nicht weiter heißen, obwohl sie unter diesem Namen in der Nähe von Paris aufgewachsen war: Da ihr Vater ihre musikalische Ausbildung nicht für fördernswert befand, benannte sie sich indigniert in „Tailleferre“ um. Erste solide Unterweisungen am Klavier erhielt sie zunächst durch ihre Mutter, bevor sie 1904 an das Pariser Konservatorium wechselte. Dort machte…

  • Glorreiche Vier

    Ungewöhnlich mag es beim (ersten) Blick auf die Instrumente erscheinen, die das seit gut 30 Jahren aktive Australian String Quartet in wechselnder Besetzung verwendet, dass sie alle aus der Werkstatt eines Meisters stammen, nämlich derjenigen Giovanni Battista Guadagninis. Das älteste Preziosum ist das Violoncello aus dem Jahr 1743, gefolgt von einer etwa fünf Jahre später, 1748…

  • Tiefengestaffelt

    Anders als gewohnt standen am Donnerstag- und Freitagabend im Großen Haus des Erfurter Theaters die Präferenzen der Publikumsmajorität im Mittelpunkt: Gespielt wurde, wofür die Zuhörer die meisten Stimmen abgegeben hatten: Vielleicht nicht ganz wie erwartet entfiel praktisch die Hälfte auf tschechisches Repertoire der Romantik, hier allerdings die ohnehin meist aufgeführten Evergreens.