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Im Stimmengewirr von São Paulo
Gewiss war es weder heute noch in den 1950er Jahren für einen Komponisten einfach, sich in der momentan weltweit zehntgrößten Stadt São Paulo ausreichend Gehör zu verschaffen. Almeida Prado war von Haus aus ein Pianist, der bereits mit 23 Jahren seine Variações para piano e Orquestra vorlegte und dessen Werk mit vierhundert Nummern nicht nur im brasilianischen…
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Fauré vom Blatt
Einer der eigenwilligsten Meister der französischen Romantik zieht nicht erst seit heute die Aufmerksamkeit ausübender Musiker auf sich. Dabei hat das umfängliche Gesamtwerk des vom Impressionismus ungerührt gebliebenen Organisten aus den Pyrenäen beinahe mehr akademische Aufarbeitung nach sich gezogen als konzertgeeignete Notenausgaben entstanden. Beim deutschen Verleger Henle liegen bislang erst sieben Urtexteditionen von Gabriel Faurés Kammermusik mit Klavier oder…
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Glaube und Wahn, Klarheit und Prägnanz
Zum wiederholten Mal saß am Donnerstagabend anlässlich des 10. Symphoniekonzerts der Saison als Gast Marko Nikodijevic im Publikum des Erfurter Opernhauses. Seine dem Umfang nach recht knapp gehaltene Motette exaudi / bruckner Abglanz nach dem 54. Psalm des Alten Testaments schrieb er mit 20 Jahren und kann sie daher zu Recht heute als Ausdruck einer jugendlichen Sturmzeit…
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Singuläre Fusionen
Das New York Symphonic Jazz Orchestra trägt schon die zwei Welten im Namen, die Sonia Jacobsen immer zusammenführen wollte. Die australische Dänin mit einem musikwissenschaftlichen Diplom aus Lyon und einer Goldmedaille im Fach Jazzsaxophon und Komposition vom Konservatorium in Chambery gründete die Formation in einem per se brodelnden Melting Pot der Stile, in dem auf…
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Venedigs Glanz und Eleganz
Seiner eindrucksvollen diskographischen Litanei fügt das Kölner Ensemble Musica Fiata (sed bene audita) nun einen weiteren Meilenstein frühbarocker polyphoner Satzkunst auf der Basis der Sonata da chiesa hinzu, nämlich nicht weniger als dreizehn von Dario Castellos affektgeladenen Sonate concertate aus dem Zeitraum zwischen 1621 und 1629, dem Jahr der zugrundeliegenden Ausgabe „in Stile Moderno“. Ungelöst bleibt bislang das Rätsel der Identifizierung…
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Was bedeutet die digitale Revolution?
Da „alles fließt“, auch die Zeit, kann man zur These, nach der die fädenziehenden Akteure der digitalen Gesellschaft ihre Errungenschaften und Durchsetzungen zugespitzt als mediale Revolution feiern, verschiedene Meinungen haben; nicht zuletzt war diese ohne Johannes Gutenbergs Vorleistung auch nicht denkbar. Der Mensch wird sich in seiner Natur ohnehin der bloßen Messbarkeit und Definition durch Nullen und Einsen,…
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Wenn Musik der Baukunst Nahrung ist …
Kühn konstruierte öffentliche Bauten als Pionierabenteuer der Architektur – das hat es schon öfter gegeben: Man denke nur an das Opernhaus von Sydney oder die Konzerthalle zu Ehren von Alfredo Kraus in Las Palmas auf Gran Canaria. Letztere ragt aus einer bestimmten Perspektive gleich einem vom Stapel laufenden Schiff in die wilde atlantische See. Ähnlich…
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Don Quichottes denkwürdige Audienz
Ein Ballett, überliefert mit dem Libretto des französischen Komödiendichters Charles Simon Favart: Hervé Niquet zeigt, wie man ein solches Stück dennoch auf die Bühne bringt – und zwar in Form eines entsprechend spätbarock und prächtig-bunt inszenierten Sprech- und Singspiels mit Intermezzi des Orchesters, die die überlieferte Partitur abbilden. Genau genommen handelt es sich bei Don…
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Violinen im einfühlsamen Wetteifer
In manchen Fällen rettet ein einziges Werk seinen Urheber aus der Vergessenheit: So geschehen im Falle der drei anmutig-verspielten Duetos concertantes für zwei Violinen von Gabriel Fernandes da Trindade. Wohl im Schulalter war der spätere Komponist aus der prächtigen alten Barockmetropole Vila Rica do Albuquerque im Bundesstaat Minas Gerais mit Eltern und Geschwistern nach Rio de Janeiro gezogen. Wirtschaftliche Gründe…