• Aktuell und in Kürze auf Kuba

    Auch wenn die Vorzeichen weiter auf einem gemäßigten Sozialismus stehen und keine(r) weiß, wann neue Freiheitsrechte das enge Jacket von Kubas Bevölkerung lockern, das Orquesta Sinfónica Nacional de Cuba fi(e)delt, fistelt, posaunt und trommelt unbekümmert munter weiter, wobei auch hier die Frauen am Pult auf dem Vormarsch sind …

  • Eine ungewöhnliche Konzertpremiere

    Zum vierzigsten Mal jährt sich 2017 die Uraufführung von Jerzy Gablenz‘ 1926 beendetem Klavierkonzert, das in seiner Heimat Polen erst mit großer Verspätung, nämlich zur Feier seines 100. Geburtstags am 23. Januar 1988, und danach wiederholte Male aufgeführt wurde. Ungewöhnlich daran ist der Umstand, dass die Premiere erst 1977 unter Palmen, nämlich in der Dominikanischen Republik stattfand.…

  • Jünger noch als Englischhorn und Saxophon …

    … im Symphonieorchester ist die Celesta, die hier den Platz des fehlenden „Weichspülers“ einnimmt. Ihr Vorteil: Das seinem Äußeren nach einem Harmonium ähnelnde Instrument erzeugt zwar den sanften, nachhallenden weichen Ton, ist aber dennoch laut genug, um mit Blechbläsern und schrummelnden Kontrabässen hörbar mitzuhalten. Diese Doppelnatur erweist sich auch in seiner mechanischen Anlage: Aus der…

  • Europa durch-Flügel-nd

    Seit sie einen Sonderpreis von der Van Cliburn International Piano Competition davontrug, tourt die an den Reisekoffer gewöhnte Pianistin Eliane Rodrigues vor allem kreuz und quer durch Europa. In ihrer Heimat Brasilien hatte die in Rio de Janeiro geborene Musikerin bereits als Sechsjährige mit dem Orquestra Sinfônica Brasileira debütiert. Mit der Haupttrophäe des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Belgien…

  • Kopenhagen: Frühes Zentrum musikalischer Professionalität

    Das Ideal eines Renaissancefürsten bestand bekanntlich in der Repräsentation, dem auch die Künste untergeordnet waren. Vor seinem Tod 1588 gab der dänische König Frederik II. einen Teil dieser Verpflichtung, nämlich die modernste Musik an den dänischen Hof zu bringen, an seinen Sohn, den Thronfolger Christian IV., weiter. Aus diesem Grunde engagierte dieser im Laufe seiner Regierungszeit…

  • Zwischen Tür und Angel

    Bei einer empirischen Untersuchung im öffentlichen Personennahverkehr zwischen Güstrow, Waren und Parchim legten die Beobachter bzw. Autoren den Probanden unter anderem auch die Frage vor, ob „alle Ortschaften in“ ihrem „Gemeindegebiet eine Grundversorgung mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs“ besäßen. Ergebnis der Studie war, dass diese „Güter“ ebenso wie hochwertige Arbeitsplätze in der erforschten…

  • Carryin‘ On: Asiens Begegnungen mit dem fünften Erdteil

    Zuletzt trat die in Sydney lebende teils chinesischstämmige Pianistin Caroline Szeto mit drei kammermusikalischen Kompositionen hervor, die durch ihre Besetzung aufmerksam machen: Das nur für eine Dauer von fünf Minuten vorgesehene Stück Carryin‘ on verlangt eine elfstimmige Besetzung aus den im Orchester charakteristischen Holz- und Blechblasinstrumenten. Es wurde von der Caringbah High School im Rahmen eines Wettbewerbs für…

  • Tücken der Mensuralnotation

    Um 1240 herum begann sich in der Aufzeichnung von Musik ein System herauszubilden, nach dem die unterschiedlichen Notenwerte von deren individueller graphischer Form gesteuert wurden. Nicht überall verwendeten Komponisten, Chorpraktiker und Kantoren dieselbe Schreibweise: Zum Beispiel entwickelte sich im italienischen Trecento ein separates System mit acht unterschiedlichen Teilungen der „einzeitig“ gemessenen Brevis, die man mit dem heutigen…

  • Die Noten im Reisegepäck

    Leonard Bernstein und sein höchst rühriger Mentor Sergei Koussevitzky brachten von einer Israelreise zu Beginn  der 1950er Jahre eine ganze Reihe aktueller Kompositionen mit. In den Vereinigten Staaten hatten sich die zuständigen Konzertveranstalter allerdings, wie uns Peter Gradenwitz informiert, fast ausschließlich für das klassische und romantische Repertoire interessiert. Nun aber galt es auch das Publikum mit weniger…

  • Vier auf einen Streich

    Die öffentliche, nicht immer informierte Meinung attestiert der Musik von Streichquartett-Ensembles und ähnlichen Kleingruppierungen im allgemeinen, dass diese eine wahrhaft bierernste Sache betreiben. Aber den einen macht Bier nur müde, eine(n) andere(n) inspiriert es möglicherweise und legt ihn zu Scherzen, Streichen – oder Scherzi? – auf. Und in der Tat sprudelt der Spielfluss so manchen Quartetts dann, wenn…