• Seltene Pflanze in rauhem Nordland

    Langsam dürfte es sich dank einer Ranking-Studie des britischen Economist herumgesprochen haben, dass Norwegen bereits seit Jahren als das demokratischste Land weltweit gelten darf. Dies war freilich zu Zeiten der dänischen Vorherrschaft noch deutlich anders, auch im kulturellen Bereich. Denn außer den Personen, die ohnehin in Beziehung zur Kirche, zum Hof in Kopenhagen, später auch in Christiania…

  • Wegweiser der Forschung

    Ebenso wenig wie Wissenschaft ausschließlich Amalgam sein sollte, um Lücken zu füllen, so wenig Sinn macht es, gefestigte Fakten in leicht veränderter Perspektive unter den immer gleichen hermeneutischen Prämissen einfach zu reproduzieren – was bei der zehnten und elften Biographie kanongemäßer großer Komponisten offensichtlich der Fall ist. Einen Unterschied macht es allerdings, wenn die Ansätze deutlich neu und die zu erwartenden Ergebnisse…

  • S(w)ingend am Klavier

    Besteht mit der unangefochtenen Meisterin der klassischen Improvisation, Gabriela Montero, eine reine Namensverwandtschaft? Der Profession nach jedenfalls nicht nur, denn auch Yamilé Cruz Montero tourt für den größten Teil ihrer Arbeitszeit als Pianistin durch ihre Heimat Kuba, wo sie diverse Preise einheimste, unter anderem den 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb Musicalia, derzeit ist sie in…

  • Unterschied – Innovation – Wiedererfindung

    Dass sich John Harris Harbison aus einer Historiker- und Musikerfamilie in New Jersey abstammend vor allem zum Komponieren großer komplexer Formen wie der Symphonie, der Oper und ausladender Chorwerke hingezogen fühlt, hindert ihn nicht daran, hin und wieder dem Kunstlied zuzusprechen – wie sein Variationenzyklus Mirabai Songs nach Texten von Robert Bly belegt. Die kammermusikalische Besetzung…

  • Mit Fantasie ausgewählt

    An diesem Freitagabend war im Vorfeld zur Schubertiade 2017 vom 29. bis 30. April am Theater Erfurt anlässlich der zweiten Aufführung des 6. Symphoniekonzerts der Saison ein kontrastreiches Programm mitzuerleben. Ein solches Konzept, diesmal ohne Alte Musik im engeren Sinn, scheint auch aufzugehen, denn offensichtlich hatte sich erneut ein buntgefächertes Publikum eingefunden. Zur Einstimmung gab es Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre Romeo…

  • Vor dem Frühling – auf den Shetlands

    Bevor die Fiddle im späteren Frühjahr wieder den Auftakt zum Shetland Folk Festival gibt, werden nach langer regen- und sturmgepeitschter Winterzeit auf dem Schottland wie auch Norwegen vorgelagerten und gleichzeitig „abseitigen“ Atoll andere Stile lebendig. Unter den jüngeren Musikern scheint es deutlich mehr Nachwuchs an Rockbands zu geben als dass hier professionelle Kräfte auf den Gebieten des Dirigierens und des…

  • Projektionsflächen und Foren

    Nicht alleine, dass der diesjährige Deutsche Lusitanistentag in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, genauer: an der Johannes-Gutenberg-Universität stattfindet, auch der Fado ist dank der Aktivitäten der nicht eben kleinen Mainzer Präsenz portugiesisch- und brasilianischstämmiger Bewohner immer wieder live zu hören: So war erst kürzlich Gisela João, bekannt für ihre markant tiefe Stimme, hier zu hören. Und Mariza, eine der…

  • Fauchois‘ Masken

    Wenn diese Komposition auch erst in zwei Jahren ihren 100. Geburtstag vollendet, ist im Vorfeld jetzt schon eine Neuedition auf den Notenmarkt gekommen: Robin Tait legte jetzt eine annotierte wissenschaftlich-kritische Neuausgabe der Orchestersuite Masques et Bergamasques vor, wobei der „Urtext“ des heiter-entspannten op. 112 auf der französischen Gesamtausgabe Gabriel Fauré – Œuvres complètes beruht.

  • Im Radius der Virtuosen

    Auch auf die Warschauer Musikerin Filipina Brzezińska (1800 – 1886) wirkte das Tatra-Gebirge anziehend wie ein Magnetberg auf Eisen – zur selben Zeit, wie die zahlreichen musikalischen Widmungen ihrer Kollegen, nämlich diejenigen Jan Kleczyńskis, Władisław Żeleńskis, Ignaz Paderewskis oder Zygmunt Noskowskis an die breiten Panoramen entstanden, die sich den romantisch gestimmten Wanderer-Künstlern in der wilden Landschaft boten.

  • Die Königin des Samba

    Als (un)gekrönte Königin des Samba in Brasilien gilt die Sängerin Leci Brandão da Silva, die meist ohne ihren aristokratischen zweiten Familien genannt wird. Vergessen wird bei allem Showrummel, etwa anlässlich der Verleihung des offiziellen 25. Preises für brasilianische Musik im Jahr 2014, dass ihre eigene Mutter Pérola Negra den Pagode-Stil kreierte und für seine Verbreitung im ganzen…