• Abgekoppelt von Europa: The First New English School

    Pferdezüchter und Komponist: Justin Morgan, geboren 1747 in West Springfield, war wie die meisten seiner Landsleute im 18. Jahrhundert genuin Farmer und hatte die Gelegenheit durch anspruchsvollen Gesangsunterricht, den er im Raum der nordöstlichen Staaten erteilte, die Möglichkeit in Sachen Musik eine zweite Karriere zu verfolgen. Die Doppelbegabung wurde später noch durch eine dritte Profession ergänzt,…

  • In den Weltkulturen zuhause

    Eine ehemalige Schülerin von Franco Donatoni in Rom hat ihren permanenten Ausgangspunkt als Komponistin, Hochschuldozentin und Bratschistin zwar in Australien, doch eignete sie sich aus Interesse für Musikkulturen quer über die Kontinente, Länder wie Malaysia, China und USA eingeschlossen, verschiedene Sprachen professionell an. Weitere vorhandene Beziehungen Katia Tutiunniks zu Europa wirken mit Ausgangspunkt Australien hier eher beiläufig …

  • Kosmopolitisch und historistisch in einem

    Zum preußischen Kapellmeister gewandet: Gaspare Spontini, der angesichts seiner seit 1804 anhaltenden Erfolge mit Beiträgen zur Opéra-comique in Paris sogar seinen Vornamen in Gaspard ändern ließ, wurde mehr oder minder abgeworben, als im Jahr 1814 Hohenzollern-König Friedrich Wilhelm III. seine bereits sieben Jahre lang auf dem Spielplan stehende Oper La Vestale um die Geliebte des…

  • Straßensperren mit Schall und Tanz

    Während sich die Musik Barbudas kaum von derjenigen der zugehörigen „Mutterinsel“ Antigua unterscheidet und beinahe zur Gänze von afrikanischen Karibiktraditionen lebt (hierzu gehören insbesondere Soca-Stile und Calypso), setzte sich infolge der frühneuzeitlichen Dominanz der Niederlande auf Sint Eustatius überwiegend europäische Musik durch. Dank des hohen Anteils der jüdischen Bevölkerung auf dem „Außenposten“, dessen östliche Seite dem Atlantischen Ozean ganz ausgesetzt…

  • Keine Eintagsfliegen im Schmetterlingstal

    Phillip Faber, der junge Chefdirigent des Mädchenchors beim Dänischen Rundfunk hatte sich seit längerem für Inger Christensens in Dänemark berühmten Gedichtzyklus Sommerfugledalen, zu deutsch: „Das Schmetterlingstal“ aus dem Jahr 1991 erwärmt.

  • Initiator einer Orchesterlandschaft

    Man fühlt sich an manche US-amerikanische Musikerlaufbahn erinnert: José de Lima Siqueira, der als Jugendlicher auch das Saxophonspiel erlernt hatte, fand seine Berufung zum Musiker als Trompeter im Symphonieorchester einer brasilianischen Militärakademie. Vor allem sein Studium bei Francisco Braga und Walter Burle-Marx zum Ende des 1920er Jahre, das Dirigieren und Komposition einschloss, ermöglichte ihm letztlich den Anschluss an eine internationale Tätigkeit.

  • Expeditionskonzerte, Mozart-Marathon und Dschungelbuch-Suite

    Ab der kommenden Saison waltet Myron Michailidis, der zuletzt zweimal am Theater Erfurt gastierte, als neuer Generalmusikdirektor und eröffnet die Spielzeit 2018/19 am 3. August gleich mit einer Carmen-Inszenierung im Rahmen der diesjährigen 25. Domstufen-Festspiele. Die lange und vielfältige Reihe der symphonischen Konzerte startet am 20. September mit Michail Glinkas Ouvertüre zu seiner Oper Ruslan und Ludmilla. Anschließend spielt…

  • Florenz, 1625: Ein Paukenschlag

    Adlige Förderung erlaubte es insbesondere im Italien und Frankreich des 17. Jahrhunderts Frauen, auch als kreative Künstlerinnen an die Öffentlichkeit zu treten. Manchmal geschah dies von Seiten der höchsten Instanz, nämlich der Regierenden selbst, wie es in Florenz 1625 der Fall war: Dank des Auftrags und der Unterstützung von Christine de Medici konnte die Ensembleleiterin,…

  • Konzertant mit sportlicher Note

    Drive mag in popularmusikalischen Zusammenhängen etwas anderes suggerieren: Im Fall von Vito Žurajs gleichnamigem Konzertstück für Schlagzeugtrio und Orchester, das gestern im Theater Erfurt seine Uraufführung erlebte, hat es weniger mit vorantreibenden pulsierenden Rhythmen zu tun, sondern mit Laufbewegung als solcher, die nicht monodirektional nach vorne gerichtet ist, sich vielmehr im Kreis und in räumlichen Gegenrichtungen…

  • Stimmakrobatik am Eismeer

    Wie die populare Musik anderer früher Kulturen, die sich nicht mehr bis zu einem bestimmten Ursprung zurückverfolgen lassen, beruht auch die der kanadischen Inuit, zu denen diejenige der Eskimos zählt, auf Trommelinstrumenten, die dem Tanz dienten. Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist jedoch der spezifische kehlige Gesangsstil der Frauen, bekannt als katajjaq. Als eine der wenigen (frühen) Musikkulturen,…