• Andersartige Klänge mit neuen Instrumenten

    Eine Entscheidung mit Tragweite: Lucia Długoszewski, Tochter polnischer Immigranten aus Detroit, hatte ebenso wie zu Lyrik und Musik einen großen Hang, als Ärztin tätig zu sein und beschloss nach dem Klavierstudium am Konservatorium ihrer Heimatstadt nach New York City umzuziehen. Die Musik, zu der sie schon als Heranwachsende mit Liedern beigetragen hatte, ließ sie aber auch dort nicht los und so…

  • Ahoi für ozeanische Symphonieorchester

    Im Hamburger Hafen wird nicht nur durchgeschippert, es liegen auch Dauergäste mit Kulturprogramm vor Anker – wie etwa die unter portugiesischer Flagge einst konfiszierte Rickmer Rickmers, die zum Segelschulschiff deklariert wurde. Bedauerlich für Konzertgänger nur, dass hier allzu selten Konzerte stattfinden, da das Schiff vornehmlich museal zum Zweck von Ausstellungen, allerdings mit vielfältigen und wechselnden Programmen, genutzt wird.

  • Who the heaven is … ?

    Bratislava um 1770: Der schlesische Komponist Anton Zimmermann, dem ein nur knapp vierzigjähriges Leben beschieden war, tritt in Erscheinung und bestimmt maßgeblich den kulturellen Aufschwung der slowakischen Randmetropole „im Schatten Wiens“ (und der frühen Wiener Klassik) mit; seine sinfonische Musik steht im Zeichen eines musikalischen „Sturm und Drang“, dessen forsche Gangart schon Carl Philipp Emanuel…

  • Rhythmische Noblesse

    Malazarte hieß seine einzige Oper, daneben schrieb er für das Musiktheater die Ballette Imbapara und Amaya. Sein Werk ist vergleichsweise von mittlerem Umfang, die Themen waren aber sehr ausgesucht und zeugen von einer gewissen, aus europäischer Perspektive indigen-exotischen Vornehmheit. Lorenzo Fernândez (1897 – 1948) blieb als Komponist der Moderne doch ganz der Rhythmik und Bildhaftigkeit…

  • Stimmentausch und Zirkelkanon

    Der Stimmentausch in einem polyphonen Satz kann als Ergebnis einer Stimmenkreuzung gesehen werden, doch handelt es sich in der Regel um das absichtsvolle Vertauschen von zwei Stimmen in verschiedenen Lagen – wenn also beispielsweise die im „Sopran“ vorgegebene Melodielinie in die Lage des „Tenors“ rückt und umgekehrt. Häufig wird  damit eine Variierung des vorgegebenen Materials angestrebt, etwa wenn…

  • Dvořáks Programme

    Symphonische Dichtungen auf der Basis tschechischer Sagen, einige Stücke Kammermusik und die Symphonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“: Dort, wo es um vorwiegend außermusikalische Programme oder aus folkloristischer Gebrauchsmusik Entstandenes wie die Slawischen Tänze und seine Böhmische Suite ging, wurde Antonín Dvořák konkret und vertiefte sich, auch um lyrische Stimmungen zu erzeugen, ins Detail.

  • Mon bel ami – je voy trop bien …

    Um es gleich vorweg zu sagen: Originale Melodien aus der Feder der franko-italienischen Schriftstellerin Christine de Pizan liegen bei einer neueren Aufnahme des Ensembles VocaMe nicht vor, doch sind andererseits viele der Chansons und Liebeslieder dieser bedeutenden Dichterin des späten Mittelalters ohne Gesang und Begleitung, gerade, wenn man die vielfältigen Aufführungsmöglichkeiten der Zeit in Betracht zieht,…

  • Erfolgsgeschichten von mutigen Reisenden

    Eher nebenberuflich machte im von Frankreich besetzten Teil des heutigen Kanada Louis Joillet (1645 – 1700) als erster klassisch ausgebildeter Komponist von sich reden, denn er ging gerne auf Abenteuerreisen und tummelte sich „allround“ vorwiegend auf Feldern wie der Landerkundung sowie -erschließung und der Hydrographie. Noch etliche Jahre nach dem Ende der Barockepoche waren keine Musiker in Sicht, die…

  • Fusion der Sphären

    Der Musikalienhändler Henry Kleber wirkte, was für gut ausgebildete Immigranten in den USA des 19. Jahrhunderts keineswegs ungewöhnlich war, in Lawrenceville – einem später eingemeindeten Stadtteil von Pittsburgh – als Liedkomponist und -begleiter, Impresario und Dirigent – je nach Auftragslage. Einer seiner Schüler wurde der Autodidakt Stephen Collins Foster, der sich mit viel Geschick bereits das Spiel…

  • Ein naheliegender Kulturtransfer

    Die unter zur Tyrannei neigenden Präsidenten vorherrschende Armut auf Haiti mochte und mag viele zur Auswanderung bewegt haben. Insofern nimmt es nicht wunder, dass in den USA, unter anderem in New York City, haitianische Musiker eine neue Heimat gefunden haben und dort nicht nur aktiv geblieben sind, sondern einen fast überschäumenden Optimismus an den Tag legen. In der…