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Späthochsommerlich
Wer derzeit in und um Paris herum in Sachen Urlaub unterwegs ist, kann sich freuen, wenn an den Abenden Zeit für Muse ist: Im Schloss Versailles nämlich steht außer den an etlichen Sommertagen ganztägig veranstalteten Wasserspielen die Königliche Serenade in der Eisgalerie, einem der größten Gesellschaftssäle der weitläufigen Anlagen, auf dem Programm. Zur Musik vom Hof…
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Naturlyrik minimalistisch?
Larry Sitsky sparte nicht mit kritischen Anmerkungen zu ihren Kompositionen, die er aus seiner ästhetischen Position heraus – wegen der allzu naheliegenden abbildlich aufgefassten Naturthematik – am Rande des musikalischen Populismus verortete. Doch ist nicht zu verkennen, dass die häufig für Sopranstimme und Klavier, aber auch für Kammermusik in verschiedenen Besetzungen schreibende Australierin Wendy Hiscocks seit längerem und vor…
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Umgeblättert
Vielerorts wird infolge der Hitzewelle der nachwachsende Rohstoff zur sommerlichen Rarität. Für Papierprodukte wie Musiknoten und Briefmarken gilt dies mehr oder weniger direkt, dabei sind Digitalisate häufig zugänglich, wo es Sinn macht: Warum sollte man schließlich nicht mit dem Smartphone offline (und ohne Klingelton versteht sich) während eines Konzerts oder einer Opernaufführung die Partitur lesen?…
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Langzeitaneignung der Stile
Der Bundesstaat Santa Catarina beherbergt mit Brusque das eigentliche Zentrum der Textilindustrie im Süden Brasiliens. Wenige wissen, dass in der 1860 erst gegründeten, aber rasch wachsenden Stadt mittlerer Größe, wohl wegen der Einwanderer aus Schleswig-Holstein und Pommern, vielleicht aus Baden, auch die protestantische Kirche eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt; aus der dortigen Gemeinde ging mit Lindolfo Weingärtner…
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Changemanagement im Musikbetrieb
Auf dem Weg zur Vollbeschäftigung: Was der per se utopische und zum Maschinengehorsam erziehende Sozialismus auf produktivem und daher ökonomisch sinnvollem Weg nicht erreichen konnte, schafft Changemanagement in der Theorie und häufig auch in der Praxis. Denn hier geht es einmal darum, im Angesicht vielfältiger Modernisierung (bewährten) Mitarbeiter/inn/en den Arbeitsplatz garantieren zu können, zweitens ihnen…
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Angeordnete Räumung
Carmen ist nicht gleich Carmen: Vielmehr verfolgte Guy Montavon mit seiner Erfurter Neuinszenierung der Bizet-Oper zwei Ziele und mithin die Bewusstmachung weltweit anzutreffender Missstände, erstens (drastisch) greifbar in der erst vor einem Jahr von Behörden angeordneten Räumung der Frankfurter Gutleut-Brache mit Gebrauchtautos, in der Roma und Sinti lebten – und in eine viel zu kleine…
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Genius der Instrumentation
Aufs erste Hören scheint es, als wären sowohl sämtliche Moden als auch historische Einschnitte an ihm vorbeigegangen. Dennoch war es nun höchste Zeit, an diesen heimlichen nordischen Meister der Instrumentation Svend Erik Tarp zu erinnern. In größerem Umfang unternimmt dies derzeit der schwedische Geiger, Dirigent und Blomstedt-Preisträger Tobias Ringborg, der in Stockholm als Mitglied der Königlichen Musikakademie firmiert. Ihm gelingt…
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Röhrend oder betörend – je nach Stimm(ungs-)lage
Mal beinahe mit menschlicher Stimme singend oder wie ein Türscharnier, mal wie eine krächzende Krähe, wie ein Hirsch in der Brunft oder ein hustender Hund: Je nach Stimmlage kann dieses eher metallisch und nasal klingende Instrument ähnliche Töne und Geräusche hervorbringen, nicht selten zum Amusement der Zuhörer eines Solisten. Allerdings sind die Solowerke für Altsaxophon mit Orchester…
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Tallinns (verspätete) Romantik und Moderne
Abgesehen von Rudolf Tobias, dem ersten namhaften estnischen Komponisten nach der staatlichen „Wiedergeburt“ des Landes, fungierten seine Kollegen, deren Wege sich irgendwann und auch öfter in der Hauptstadt kreuzten, zeitweise oder für viele Jahre in Tallinn. Die nationalen Bewegungen in Estland, Lettland und Litauen setzten mit dem Sängerfest 1869 hier im ehemaligen Reval ein, das somit…