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Einfach fagöttlich
Noch mit dem Kammermusikarrangement der Carmen-Suite von Georges Bizet in den Gehörgängen erinnert sich der Hörer dankbar an den einzigartigen Ton des Fagotts über dem Klavier: klagend, gleichzeitig brummend, ironisch schräg, auch mal der Klezmer-Klarinette ähnlich und klanglich einige Nuancen klarer und geschliffener als die meisten Holzbläserverwandten im Orchester. Längst hat das unnachahmliche Instrument auch über dem…
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Primat(en) der Unterhaltung
Jede/r kann noch mit dem Blick aufs Heute bestätigen, was der österreichische Philosoph Robert Pfaller vor wenigen Jahren festgehalten hat: In den öffentlichen Unterhaltungsmedien vom Buch in jedwedem Format über das Internet bis zum Fernsehen dominiert der tragische Diskurs in einer Größenordnung von um die achtzig Prozent. Aber warum werden eigentlich so viele Krimis und Thriller produziert? Ausgehend…
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Eine singuläre Stimme: aus Europas Südwesten
Berta Cándida Alves de Sousa (1906 – 1997) kann als eine der ganz wenigen erfolgreich Kunstmusik komponierenden Frauen Portugals im 20. Jahrhundert gelten. Sie schuf solistische Klavierstücke ebenso wie Kammermusik für zwei oder drei Instrumente, in der Regel für Cello und Klavier, Orchesterwerke, geistliche Vokal- und Chormusik, später ein paar bedeutende Werke für die Bühne, darunter…
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Brücken und Identitäten
Wissenschaftlerinnen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aus verschiedenen Sonderfachgebieten und zwei männliche Teamkollegen führten bis 2018 die ausgedehnte Ringvorlesung „Transkulturalität_mdw“ durch. Sie resultierte in dem Sammelband Transkulturelle Erkundungen. Wissenschaftlich-künstlerische Perspektiven, der vergangenen November im Haus Böhlau erschien.
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Caribe vestrum – unter kubanischer Flagge
Vor ziemlich genau elf Monaten erschien das für Aufsehen sorgende Album Caribe nostrum. Gemeinsam mit ihrem gleichnamigen Quintett stellte Jenny Peña Campo dem internationalen Publikum neun nicht allzu bekannte Stücke vor, mit denen sich Nichtinsulaner in die lebendigen Szenen zeitgenössischer kubanischer Kunstmusik und traditioneller Liedpraxis hineinversetzen konnten. Die Dramaturgin, Schauspielerin und Sprecherin Johanna Wokalek inszenierte für…
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Travestie unähnlich Parodie
Die seit der Antike gängige Weigerung von Autoren und Dramaturgen, dem weiblichen Geschlecht Rollen auf der Bühne zuzugestehen, reicht über das Mittelalter hinaus bis weit in die frühe Neuzeit hinein. Männer als Frauen, das war üblich, aber Frauen als Männer? Beiderseitige Travestien sind nicht zuletzt dem im 16. Jahrhundert aufblühenden englischen Theaterwesen zu verdanken, das allerdings…
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Klangdesignerin des Videospiels
Fürstenhof und Filmbabel weisen in wenigstens einem Punkt Gemeinsamkeiten auf: Künstler, die dort arbeiten, verwirklichen dort weniger sich selbst und ihre persönlichsten Interessen. Wünscht König X eine Suite fürs Ballett, (f)ordert Herzog Y eine Messe, befiehlt Regisseur Z eine synchron pedantisch an sein Filmepos angepasste musikalische Begleitung zur Unterstützung der Dramaturgie. Etwas anders verhält es sich im…