• Terradelles‘ Rückkehr zur Bühne

    Manchmal scheint es nur eine Kehrtwendung um 180 Grad zu sein: Gerade aus dem Blickfeld des gegenwärtig praktizierten Fachnischendenkens mutet es jedenfalls erstaunlich an, wenn sich im Jahr 1745 ein römischer Kirchenkapellmeister zum Dienst am King’s Theatre in London abberufen ließ. Hier lag es aber an der vorhergehenden Bühnenpraxis. Fünfzig Jahre früher wäre ein solcher „Quereinstieg“ wohl noch leichter gewesen, denn in der…

  • Denkwürdig: Das Kontrafagott in der Solistenrolle

    Konzertgängern und Klassikhörern überhaupt ist das Fagott vertraut als geknicktes Doppelrohrblattinstrument in konischer Formung aus Holz. Im Orchester eignet es sich wegen seiner reichen klangfarblichen Möglichkeiten nicht zuletzt auch wie andere Instrumente, die in früheren Zeiten als „basso continuo“ verwendet wurden, zur Fundierung der harmonischen Vorgänge. Noch mehr gilt dies natürlich für das tieferstimmige Kontrafagott,…

  • Seven oder etwas von allem

    Die so genannte britische Königin des weißen Soul bereitete ihr Comeback schon im letzten Jahr sorgfältig vor, als sie mit ihren bekanntesten Hits wieder auf Tournee ging. Mit neuem Repertoire versorgte sie die Fans von 2013 und von ihrer großen Ära vor 20 Jahren nun mehr oder weniger überraschend am 31. Januar 2014 mit ihrem…

  • Prämiert für Variações Sinfônicas: Ronaldo Miranda

    Gut, dass in letzter Zeit Kunstschaffende aus Brasilien mehr ins Bewusstsein einer internationalen Öffentlichkeit gerückt werden. Manchem mag es zwar schwindelig werden angesichts der Vielfalt von musikalischen Formen, die fast jeder einzelne Komponist aus dem fünftgrößten Land der Erde stemmt(e), doch sind die interkulturellen Unterschiede innerhalb Brasiliens bekanntlich so groß und jeweils fast exklusiv, dass an den Musikakademien schon…

  • Frühbarocke Concerti – frisch vom Warschauer Hof

    Es scheint so, als wäre Adam Jarzębski (1590 – 1649) einer der vitalen Nachfahren der „craftsmen“ oder Kraftgenies der Renaissance im Sinne Leonardo da Vincis gewesen: Er fungierte nämlich im öffentlichen Leben nicht nur als Geiger und angesehener Hofkomponist unter den polnischen Königen Sigismund III. und Wladyslaw IV., sondern ebenso als Baumeister und Literat. Über Kindheit…

  • Stimmen aus dem Hades: Rembétika

    Stimmen aus dem Hades: Rembétika

    Der Begriff Griechischer Blues ist zwar kein Markenname, doch kommen die Underground-Lieder des Rembétiko der Intention des schwarzen Blues nahe, weil die Texte von den alltäglichen Problemen und Erfahrungen der einfachen Leute handeln – wenn auch nicht nur. Rembétika wurden ursprünglich  von den im Piraeus lebenden „Rembetes“, Flüchtlingen gespielt, die in großer Zahl – 1,5 Millionen Menschen – 1922…

  • News aus den Bachstädten Arnstadt und Eisenach

    Auch am Rand des Thüringer Waldes und im nördlichen Werratal ist an den kommenden Wochenenden wieder der Faschingsbär los: An Bachs vorübergehendem Wohnort Arnstadt findet am 15. Februar die nunmehr 20. Gemeinsame Prunksitzung in der Halle des Hotelparks Stadtbrauerei – auf die Sekunde genau um 19:11 Uhr – statt, während exakt 20 Minuten später der Stedtfelder Karnevalsverein…

  • Kennen Sie das akustische Design Ihrer Stadt?

    Akustisches Design ist schon seit längerem eine Teilaufgabe bei der Erstellung von Werbefilmen, zum Beispiel das typische Rascheln der Chipstüte, ein Geräusch, das Frische signalisieren soll, in größtmöglicher Prägnanz aufzunehmen, Knackgeräusche beim Essen zu betonen oder ein möglichst kräftiges Brummen des Staubsaugers – was natürlich seine Leistung unter Beweis stellen soll.

  • Bossa Nova auf der Erfolgsspur

    Mit großer Verspätung, nämlich erst in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in Brasilien so etwas wie ein musikalischer Nationalstil, der allerdings durch den Romantizismus als Gegenbewegung zum Klassizismus des portugiesischen „Mutterlands“ schon vorbereitet worden war. Durch die sehr dynamische und vielfältige Volkskultur, ebenso geprägt von afrobrasilianischen und indianischen Traditionen, konnten Vertreter der…

  • Bei uns zu Gast: Das Belcea Quartett

    Das Belcea-Quartett ist nach seiner ersten Geigerin benannt und wurde bereits während der Londoner Studienzeit der damaligen Mitglieder begründet. Nachdem das teils neu formierte vierblättrige Kleeblatt mit dem Alban Berg Quartett in Köln studiert und 1999 am BBC New Generation Artists Scheme teilgenommen hatten, traten sie bereits ein Jahr später in der New Yorker Carnegy Hall auf,…