• Zwei geballte Tage Lebensfreude

    Am 30. und 31. August 2014 durfte Herzog Friedrich III. von Gotha-Sachsen-Altenburg nebst seiner Gemahlin Luise Dorothee mitsamt dem kompletten Hofstaat wieder einmal seine Auferstehung feiern; dabei war es allen Besuchern vom Kind bis zum „langen Kerl“ aus der Armee des Preußenkönigs Friedrich II. möglich, in ein buntes, praktisch authentisches Barockkostüm zu schlüpfen! Um die…

  • Byzanz lebt

    Bekanntlich führte in der griechischen Antike die Entdeckung der Zahlenverhältnisse auch zur Berechnung von musikalischen Intervallen, experimentell bezeugt in der Teilung der Saite. Danach entwickelte sich die Tonstufenordnung des Dorischen, Phrygischen und Lydischen sowie die Intervalle des Tetrachords innerhalb dieser Genera: Die Begriffe diatonisch, chromatisch und enharmonisch werden in der Musiktheorie wie -praxis bis heute gebraucht.…

  • Orchestermusik, Literaturoper und eine Reise von Jakarta nach Wien

    Sie interessiert sich sowohl für die neue deutsche und englische als auch fernöstliche Belletristik und konzentriert sich in vielen ihrer Kompositionen auf die musikalische Umsetzung oder Kommentierung von international bekannter Literatur: Nancy van de Vate, aufgewachsen in Plainfield im Bundesstaat New Jersey. An der renommierten New Yorker Eastman School of Music studierte sie Klavier, anschließend an der…

  • Molières Musen

    Als Schöpfer der Gattung Comédie-ballet schrieb sich der Dichter und Schauspieler Jean-Baptiste Poquelin alias Molière (1622 – 1673) auch in die Musikgeschichte ein. Damit trug er bekanntlich in der – nicht immer ganz einfachen – Kooperation mit Jean-Baptiste Lully zu den Theateraufführungen für die Hoffeste des „Sonnenkönigs“ nicht unwesentlich bei. Das Zerwürfnis mit dem Hofkapellmeister im…

  • Eine Insel – zwei fast (?) unabhängige Kulturen

    Von Gesängen begleitete Tanzaufführungen der Ureinwohner Australiens sind die Corroboree, die ausschließlich der sozialen Organisation dienen und religiösen Sinn tragen. Kwa – der Tanz der Krähen, Mityan – Moon oder Kimba – Buschfeuer werden dabei gerne vom Didjeridu begleitet. Die Ritualmusik der Männer unterscheidet sich durch ihre rhythmisch höhere Komplexität von derjenigen der Frauen, die weniger…

  • Von der seltenen Viola und dem unglaublichen Flötisten

    Leonard Bernstein, Elliott Carter und Frederic Rzewski zählten zu seinen Schülern, in den Orchestrierungen seiner eigenen Werke galt er als strikter Verfechter des Kontrapunkts. Die Rede ist von dem in Rockland im Bundesstaat Maine geborenen Walter Piston (1894 – 1976), dessen Großvater einst mit dem Namen Antonio Pistone von Genua in die Vereinigten Staaten ausgewandert…

  • Podium frei für das Semperconsort

    Bislang sind zwar nur zwei Einspielungen von Sonatenzyklen des Komponisten Giovanni Battista Vitali (1632 – 1692) mit dem SEMPERCONSORT aus den Jahren 2009 bis 2010 greifbar, doch lässt die außerordentliche Virtuosität, Kennerschaft und Munterkeit der vier, später sieben „am Projekt“ beteiligten Musiker hoffen, dass in Zukunft nicht nur weitere Konzerte gegeben werden, sondern die international noch…

  • Sololiteratur für das Englisch Horn?

    Komponisten haben das romantisch-elegisch tönende Instrument aus der Oboenfamilie in führender oder Solo-Rolle quer durch seine Entwicklungsgeschichte wenig beachtet. Dem Autor fallen spontan auch nur zwei prominente Beispiele eines solchen Einsatzes aus dem Repertoire ein: der Allegretto-Satz als zehnter von Enrique Granados‘ Zwölf Spanischen Tänzen für Gitarre und Orchester und natürlich die berühmte Largo-Introduktion zu Longfellows „Hiawatha-Song“ im…

  • Ebenso stilversiert wie weltgewandt – dank amerikanischer Lebensjahre

    Wohl kaum ein anderer Komponist des späten 19. Jahrhunderts sog die ästhetischen Strömungen seiner Zeit so „ungefiltert“ auf wie der in Bradford 1862 geborene Komponist Frederick Delius. Ihn zeichnete eine gewissermaßen gesamteuropäische kulturelle Noblesse aus. Dem leicht morbiden Charakter der Künste um 1890 passte er sich an, wobei sein persönlicher Stil als Komponist immer von Feinsinnigkeit geprägt…

  • Unspektakulärer Erfolg der Zigeunermusik

    Dem Zigeuner ist, so heißt es, Musikalität bereits in die Wiege gelegt. Hört man sich in unseren Innenstädten um, scheint sich dies insbesondere im Hinblick auf das Instrumentalspiel fast mit hundertprozentiger Gültigkeit zu bestätigen: Kaum sonst ein Straßen- oder auch Bühnenmusiker ist in der Lage so rhythmus-, harmonie- und -melosgenau zu spielen und zu improvisieren…