Kategorie: Wissenswert

  • Panama: Folklore zwischen den Ozeanen

    Wer Panama bereist und sich vor allem für die lebendigen Folkloretraditionen des Landes zwischen den Ozeanen interessiert, sollte die Azuero-Region besuchen. Dort fließt nicht nur der Likör, dort hat auch jede Stadt ihre jährlich wiederkehrenden Patronatsfeste zusätzlich zur Karnevalszeit und zur Osterwoche. Dementsprechend gibt es zahlreiche weltliche wie religiöse Anlässe, zu denen Musik, teils auf…

  • La Passacalle: eher ein schlendernder Straßenzug

    In der Musiktheorie des 18. Jahrhunderts wird die Passacalle, „Gang durch die Straßen“, mit der Chaconne verglichen, erstere ein ursprünglich spanischer Tanz in eher gemächlichem Tempo unter Bevorzugung der Molltonarten, zweitere ein in der Regel eher zügig voranschreitender und überwiegend in den Durtonarten gehaltener Tanz. Dabei sind sich beide Formen auch wieder sehr ähnlich, später kaum wirklich zu unterscheiden,…

  • Frischer Wind aus Island: mit dem Skaholt Bach Consort

    Auf dem Kontinent noch wenig bekannt erhält das Ensemble Skaholt Bach Consort nun mit seiner neuen CD die Aufmerksamkeit, die sich die Musiker längst verdient haben. Skálholt ist zwar nur ein kleiner Ort im großen Inselstaat, historisch jedoch bedeutend – auch im Hinblick auf die uralte Besiedlung und seine Kirchenmusik. Jaap Schröder, der niederländische Geiger…

  • Statt in die Verbannung zur Bilderbuchkarriere: Der Komponist Eugeniusz Morawski

    Was weiss das Konzertpublikum heute von dem 1876 in Warschau geborenen Pianisten? Wegen seiner Tätigkeit im revolutionären Flügel der Polnischen Sozialistischen Partei wurde Eugeniusz Morawski-Dąbrowa vom Zaren vier Jahre nach Sibirien verbannt, durfte dank Einspruch seines Vaters aber nach Frankreich emigrieren und avancierte später sogar zum Direktor der Musikakademie seiner Heimatstadt. Bekannt sind heute insbesondere seine Opern, Ballette…

  • Das San Francisco Symphony Orchestra – seit mehr als 100 Jahren im Einsatz

    Erst vor kurzem wurde dem mittlerweile durch zahlreiche Plattenaufnahmen in der ganzen Welt bekannten Orchester ein Blumenstrauß der besonderen Art verliehen: der ECHO Klassik-Preis für das beste Orchester des Jahres 2013. Dabei gab es für die kommenden und gehenden Musiker des vor 103 Jahren aus der Taufe gehobenen Orchesters nicht immer rosige Zeiten: Der österreichische…

  • Steel Bands und mehr: Klänge aus Trinidad und Tobago

    Dass musikalische Mischformen heute auf Trinidad überwiegen, verdankt sich den höchst unterschiedlichen Ethnien, die dort zusammentrafen. Die religiöse Musik der afrikanischen Yoruba und Ewe-Fon überwog zwar an Einfluss bis heute, doch vermischte sie sich teilweise mit den Einflüssen der Inder, die auf die Insel gebracht worden waren, um die Arbeitskraft der schwarzen Sklaven zu ersetzen.…

  • Chopins Etüden – weit entfernt von Schulmeisterei

    Trockene Übungen haben Tradition. Als erstes Studienwerk für Klavier im „modernen“ Sinn gilt J.B. Cramers Étude pour le pianoforte en 42 exercices …, das in zwei Bänden 1804 erschien und 1810 wegen der großen Nachfrage bei Unterrichtenden wieder neu aufgelegt wurde. Muzio Clementi hatte allerdings bereits 1790 eine Sammlung von Préludes et exercices herausgebracht, die…

  • Santo Domingo: Zentrum (neo)romantischer Strömungen

    Die Dominikanische Republik im 19. Jahrhundert: Auf dem Boden der spanischen folkloristischen Tanzmusik, dem Fandango, zapateo und Bolero, entsteht die contradanza, die sich später unter dem Namen tumba dominicana durchsetzt. Auch hier wurde aber die auf afrikanische Ursprünge zurückgehende kreolische Musikkultur populärer: So setzte sich der carabiné, ein auf die Haitianer in der Hauptstadt Santo…

  • Stadtmusikanten, Militärtrompeter, Orgelbauer und …

    Norwegische Barockmusik – gibt es die eigentlich? Fehlanzeige? Es sieht so aus, als hätten Komponisten aus den nördlichsten europäischen Gefilden erst mit großer Verspätung ins klassische Trompetenkonzert eingestimmt. Die Quellen sind nämlich dürftig: Es ist zwar durch wenige erhaltene Quellen hinlänglich bekannt, dass die Lateinschulen für die musikalische Praxis schon im 17. Jahrhundert eine Rolle…

  • Jíbaro- und Bomba-Praxis auf Puerto Rico

    Ausgehend von der anerkannten These, dass Spanien einen wesentlich umfassenderen und tiefgreifenderen Beitrag zur musikalischen Entwicklung Kubas und Puerto Ricos leistete als dies Großbritannien in seinen Kolonien tat, lässt sich der Jíbaro mit seinen Tanz- und Liedvarianten als weit verbreitete Gattung beschreiben. Er geht geographisch zurück auf die unter dem Einfluss der spanischen Kolonisten stehenden Bergregionen…