Kategorie: Wissenswert

  • Der sechste Kontinent und das komische Fach

    Unvermeidlich wurden die kleineren komischen Formen des Musiktheaters aus dem Nachbarland Spanien in Portugal wahrgenommen und adaptiert: Dies gilt für die Zarzuela ebenso wie die in der Regel einaktige Farsa, für die meist nur wenige Darsteller gebraucht wurden. Beispielhaft für letztere sollte das Bemühen des in der Kunst des dramma giocoso venetianischen Zuschnitts und neapolitanischen Stils ebenso erfahrenen…

  • Für fliegende Hände

    Ganz anders als das eher „gläsern“ resonierende Vibraphon zeichnet die Marimba aus der Klasse der Schlagstabspiele ein wärmerer Charakter aus: Das Instrument verfügt über meistens aus Palisander von Honduras gefertigte Klangstäbe, unter denen im Falle des Orchesterinstruments jeweils eine Resonanzröhre aus Aluminium angebracht ist, um den Klang zu verstärken. Den im Vergleich zum Xylophon dunkleren und…

  • Buxtehudes dänische Vorläufer

    An und über der Schwelle zum 17. Jahrhundert vollzog sich bekanntlich nicht nur ein tiefgreifender und säkularisierender Wandel im musikalischen Stil und den Gattungen, es entstanden auch Zentren angesagtester Tonkunst mit großer Ausstrahlungskraft, staatenübergreifende Entwicklungen waren bereits Normalität. Einer der Mittelpunkte stellte Venedig dar, denn dort bildete Giovanni Gabrieli eine gesamteuropäische, insbesondere aber skandinavische Schülerschaft aus,…

  • Schwebende Spannung

    Zweck des Dominantseptnonakkords „in Dur“ mit großer Terz und kleiner Septime ist gemeinhin die stärkere Dominantwirkung vor der Auflösung in die Tonika. In der Mollvariante mit kleiner None entpuppt sie sich als ein besonderes, nicht erst um 1700 eingesetztes Mittel, um eine schwebende Spannung zwischen Dur und Moll zu erzeugen, vulgariter unter dem Namen „verminderter (Dominant-)Septakkord“ geläufig.

  • Tieftöner in „Pandoras Büchse“

    Genau genommen führt Cat Hope nicht erst seit gestern die avancierte Avantgarde Australiens an. Ihre Interessen lagen seit den Anfängen der Komponistin und Hochschuldozentin für Klassische Kunstmusik und Musiktechnologie im Geräusch als Basis für (per se) multimediale Installationen und Aufführungen. Derzeit lehrt sie, völlig im Zuschnitt auf ihre vorangehende Karriere, an der Western Australian Academy of Performing Arts.…

  • Sammler und Nutzer indigener Musik: Luciano Gallet

    Als wahrer Komet nach der vom europäischen Impressionismus geprägten Wende zum 20. Jahrhundert konnte im damaligen brasilianischen Musikleben der zur Einführung polytonaler Elemente neigende Komponist Glauco Velásquez gelten. Dem bereits im Alter von 30 Jahren Verstorbenen setzte Luciano Gallet, gleichzeitig Berufskollege und Musikforscher, ein Denkmal, indem er eigens eine Gesellschaft gründete, die sich mit dessen Werk…

  • Leierkasten und Waschbrett im Orchester?

    Prima vista scheint es ja keine große Kunst, einen Leierkasten zu bedienen, solange man nicht ohne tiefere Absicht beim Drehen aus dem Takt gerät. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Komponisten und das spätestens im 20. Jahrhundert seine Mitwirkung für banal gehalten hätten …

  • Grüne Insel mit bunter Klangkultur

    Krokushügel nennt sich idyllisch-verspielt die mit nur 65 Metern oberhalb des Meeresspiegels höchste Erhebung auf Anguilla, einer der zur britischen Krone gehörenden Antillen „über dem Winde“. Der Name der Insel, zu deutsch „Aal“, bezieht sich auf deren lang gedehnte Form eines grünen Bandes von Südwest nach Nordost und das flache Relief. Auch hier schlug am…

  • Amerikanische Cembali – seit wann?

    In diesem Monat haben Cembalostimmer zumindest in der nördlichen Hemisphäre wieder alle Hände voll zu tun: Die Instrumente bekommen unausweichlich einen schlimmen Katarrh, wenn sie nicht ständig „nachtemperiert“ werden, da die Raumtemperatur zwischen Nacht und Tag deutlich schwankt. Aber einen Glaskasten für das Cembalo mit eingebauter Heizung wird sich auch niemand ins Studier- bzw. Konzertzimmer…

  • Hühnerpastete auf dem Kilimanjaro?

    Spätestens seit Beginn der 1950er Jahre war das Komponieren mit elektronischen Medien in der gesamten westlichen Welt inklusive Australiens en vogue – ebenso in Kanada. Auf der Welle ritt auch die in Calgary im Bundesstaat Alberta geborene spätere Pianistin und Performancekünstlerin Diana McIntosh mit. Abgesehen davon, dass sie in zahlreichen Konzerten, 2002 zum Beispiel mit…