Kategorie: News

  • Vorfahr vieler Instrumente

    Als einer der letzten großen Virtuosen auf dem mittelalterlichen Instrument, zu dem praktisch kein authentisches Notenmaterial vorliegt, galt der römische Musiker Giovanni Maria Canario: Er trat noch 1649 öffentlich mit dem Psalterium auf, das instrumentengeschichtlich längst ein alter Hut war und dessen Spuren nunmehr an Zither, Harfe, Hackbrett, Virginal und Cembalo nachzuvollziehen waren.

  • Verortungen: lokal, regional oder überregional?

    Kann der Ostseeraum unter musikhistorischen Vorzeichen auch deshalb als einheitsstiftender Regionalbereich bezeichnet werden, weil die Hanse durch ihr wirtschaftliches und handelspolitisches Netzwerk (einst) in den Künsten Tätige gleichermaßen miteinander in Beziehung setzte? Musiker tauschten sich über Landesgrenzen hinweg aus, gingen beieinander in die Lehre, wetteiferten und beeinflussten sich, wenn es um Stilfragen oder wenigstens um…

  • Manifeste des Pluralismus

    Die kulturelle Ärmlichkeit so mancher diktatorischer Gesellschaften wird Gott sei’s gedankt durch den Pluralismus der anderen mehr als aufgewogen. Als Beispiel sollen hier der aktuelle slowakische und norwegische Konzertkalender dienen. Scheuklappen selbst gegenüber ‚“linientreuen“ Komponisten sind hier Fehlanzeige …

  • Abgekoppelt von Europa: The First New English School

    Pferdezüchter und Komponist: Justin Morgan, geboren 1747 in West Springfield, war wie die meisten seiner Landsleute im 18. Jahrhundert genuin Farmer und hatte die Gelegenheit durch anspruchsvollen Gesangsunterricht, den er im Raum der nordöstlichen Staaten erteilte, die Möglichkeit in Sachen Musik eine zweite Karriere zu verfolgen. Die Doppelbegabung wurde später noch durch eine dritte Profession ergänzt,…

  • In den Weltkulturen zuhause

    Eine ehemalige Schülerin von Franco Donatoni in Rom hat ihren permanenten Ausgangspunkt als Komponistin, Hochschuldozentin und Bratschistin zwar in Australien, doch eignete sie sich aus Interesse für Musikkulturen quer über die Kontinente, Länder wie Malaysia, China und USA eingeschlossen, verschiedene Sprachen professionell an. Weitere vorhandene Beziehungen Katia Tutiunniks zu Europa wirken mit Ausgangspunkt Australien hier eher beiläufig …

  • Kosmopolitisch und historistisch in einem

    Zum preußischen Kapellmeister gewandet: Gaspare Spontini, der angesichts seiner seit 1804 anhaltenden Erfolge mit Beiträgen zur Opéra-comique in Paris sogar seinen Vornamen in Gaspard ändern ließ, wurde mehr oder minder abgeworben, als im Jahr 1814 Hohenzollern-König Friedrich Wilhelm III. seine bereits sieben Jahre lang auf dem Spielplan stehende Oper La Vestale um die Geliebte des…

  • Straßensperren mit Schall und Tanz

    Während sich die Musik Barbudas kaum von derjenigen der zugehörigen „Mutterinsel“ Antigua unterscheidet und beinahe zur Gänze von afrikanischen Karibiktraditionen lebt (hierzu gehören insbesondere Soca-Stile und Calypso), setzte sich infolge der frühneuzeitlichen Dominanz der Niederlande auf Sint Eustatius überwiegend europäische Musik durch. Dank des hohen Anteils der jüdischen Bevölkerung auf dem „Außenposten“, dessen östliche Seite dem Atlantischen Ozean ganz ausgesetzt…

  • Keine Eintagsfliegen im Schmetterlingstal

    Phillip Faber, der junge Chefdirigent des Mädchenchors beim Dänischen Rundfunk hatte sich seit längerem für Inger Christensens in Dänemark berühmten Gedichtzyklus Sommerfugledalen, zu deutsch: „Das Schmetterlingstal“ aus dem Jahr 1991 erwärmt.

  • Initiator einer Orchesterlandschaft

    Man fühlt sich an manche US-amerikanische Musikerlaufbahn erinnert: José de Lima Siqueira, der als Jugendlicher auch das Saxophonspiel erlernt hatte, fand seine Berufung zum Musiker als Trompeter im Symphonieorchester einer brasilianischen Militärakademie. Vor allem sein Studium bei Francisco Braga und Walter Burle-Marx zum Ende des 1920er Jahre, das Dirigieren und Komposition einschloss, ermöglichte ihm letztlich den Anschluss an eine internationale Tätigkeit.

  • Expeditionskonzerte, Mozart-Marathon und Dschungelbuch-Suite

    Ab der kommenden Saison waltet Myron Michailidis, der zuletzt zweimal am Theater Erfurt gastierte, als neuer Generalmusikdirektor und eröffnet die Spielzeit 2018/19 am 3. August gleich mit einer Carmen-Inszenierung im Rahmen der diesjährigen 25. Domstufen-Festspiele. Die lange und vielfältige Reihe der symphonischen Konzerte startet am 20. September mit Michail Glinkas Ouvertüre zu seiner Oper Ruslan und Ludmilla. Anschließend spielt…