Kategorie: News

  • Seismographischer Sinn

    Hochsensibel nahm die von mütterlicher Seite aus einer ungarischen aristokratischen Familie abstammende Komponistin Dora Pejačević  jede Anregung, sei es aus der Umgebung, sei es den Künsten oder der Natur auf, um sie in klingende Musik umzumünzen.

  • Große Hommage an die Alpennordkante

    Zweier Komponisten der nördlichen Grenzregion der ehemaligen Habsburger mit der Wittelsbacher Monarchie wurde an den letzten beiden Abenden gedacht, Salzburgs und Münchens mit dem bayerischen Anteil der Alpen. Von Provinzialität kann in beiden Fällen nicht die Rede sein: Denn sowohl W.A. Mozart als auch Richard Strauss bewegten sich trotz weniger Gemeinsamkeiten zu Lebzeiten in einem weitgespannten europäischen…

  • Macaus Klassikszenen: Von Ost bis West

    Über die mitgebrachte westliche Kultur der ehemaligen portugiesischen Kolonie hinaus entfaltet Macaus Musikleben dank seines symphonischen Orchesters einen weiten Wirkungsradius am Rande Chinas. Vice versa besuchen wegen vorhandener guter Spielmöglichkeiten europäische Formationen Macau; unter vielen anderen war die renommierte Academy of St.-Martin-in-the-Fields im März 2016 mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur und Bizets C-Dur-Symphonie dort zu Gast;…

  • Septemberlese

    Themenorientierte Alben machen seit wenigen Jahren der Übermacht der künstlerzentrierten Aufnahmen durchaus kreative Konkurrenz. Demnächst erscheint Air Music in der Reihe der natürlich auch absatztechnisch gut geplanten Vier-Elemente-Konzeption von Capella de la Torre nach den bisher zusammengestellten Programmen aus „Wasser“ und „Feuer“.

  • Zwei Schwestern?

    Ein seltener, vielleicht desto kniffligerer Fall für die Musikgeschichtsschreibung: War(en) es eine Frau oder zwei Schwestern, die als Komponistin(nen) sowohl das geistliche als auch das weltliche Repertoire ihrer Zeit bereicherte(n)? Von ihr oder beiden sind nämlich zwei Vornamen überliefert: Raffaela und Vittoria – zum Geschlecht der Aleotti. Aufgrund stilistischer Untersuchungen könnten Musikwissenschaftler nun, insbesondere, sollten neue Funde…

  • Closed or Open Air in Down Under?

    Im Herzen Sydneys gibt es ab 12. September dank des jährlich dort veranstalteten Fests, für das insbesondere die Türen des Museum of Contemporary Arts offenstehen, für vier Tage viel überwiegend bildende avantgardistische Kunst zu sehen. Nahezu parallel hierzu zieht die Klassikhörer Aribert Reimanns Gespenstersonate in den Bann, jeden Abend vom 11. bis zum 14. und auch vom…

  • Zur Abkühlung

    An Tagen wie diesen, wenn das Eis selbst kurze Wegstrecken nicht mehr in festem Zustand durchhält, sollte vielleicht dem Gehör zur mentalen Erfrischung ein eisiger Cocktail entweder aus nördlichen oder sehr südlichen Gefilden vorgesetzt werden.

  • Kann der einzelne Ton schon Motivkern sein?

    Bezeichnete Hugo Riemann das Motiv als ein Melodiebruchstück und „kleinste Einheit von selbstständiger Ausdrucksbedeutung“ in auftaktiger Folge, schränkte er damit seine Erscheinungsform deutlich ein, während andere Bestimmungsversuche weiter gefasst waren. Es ist ja genauso plausibel, wenn sich das Motiv eines Werks der Moderne mitten im Satz versteckt. Heute noch verwendbar ist dagegen Riemanns allgemeinere Benennung eines „musikalisch…

  • Piano – bravissimo: Zwischen Jamaika und den Grenadinen

    Neben Wim Statius Muller ist wohl Paul Shaw einer der populärsten lebenden Pianisten klassischer Provenienz aus der Karibik; der Jamaikaner gewann schon mit sechzehn Jahren den größten Musikwettbewerb der Insel und erhielt nach Studienjahren dort und auf den von Frankreich regierten Inseln auch die Möglichkeit, sich an der Juilliard School zu vervollkommnen. Der Pianist mit afrikanischen Wurzeln,…

  • Opus clavicembalisticum muliebre

    Zu einer Zeit, in der die europäische „middle class“ infolge der Verselbstständigung des Bürgertums zunächst in den Städten deutlich anwuchs, erweiterte sich auch der kreativ-künstlerische Wirkungskreis der Frauen – zumindest im privaten Bereich und bei solchen, deren Ehemänner prosperierenden Geschäften nachgingen oder aus wohlhabend(er)en adligen Familien kamen. In der Regel bedeutete dies für die Töchter auch…