Kategorie: News

  • Alternative Klassik-Charts: Top Four

    Es muss nicht immer die Interpretation eines vielleicht schon überstrapazierten Werks sein, das in aller Ohren tönt und zum Vergleich herausfordert, es gibt möglicherweise auch eine Bestenliste des „Ungehörtesten“, womit hier in erster Linie auf Neufunde angespielt wird. In diesem Monat wird etwa auch dem russisch-jüdischen Komponisten Alexander Veprik (1899 – 1958) diese Ehre zuteil, von dem kürzlich das…

  • Vorgänger und Kollegen des „amerikanischen Mendelssohn“

    Jenseits der im Nordamerika des 19. Jahrhunderts aufkommenden „Monster Concerts“ gab es simultan zu den Vertretern der europäischen spätklassischen Periode durchaus Komponist(inn)en, die nicht nur für symphonische Riesenevents sorgten, sondern verschiedenste Genres pflegten, etwa die Vorgänger des hochprofessionellen Pianisten, Klarinettisten und Dirigenten George Frederick Bristow (1825 – 1898), dessen Name gerne mit dem Etikett eines „amerikanischen Mendelssohn“ versehen…

  • In einem Werk: Folklore, barocker Kontrapunkt und Serialismus

    Nach Brasilien kehrte er, obwohl aus Italien stammend und später lange in Uruguay lebend, immer wieder zurück: Guido Santórsola, studierter Geiger, Bratschist und Pianist, sah seine Wurzeln in der auch folkloristisch, im 19. Jahrhundert vor allem aber von europäischen Formen bestimmten Kunstmusik seines Landes. Beim schieren Umfang seines Gesamtwerks ist es eher zu bedauern, dass sein Name…

  • Puzzleteile formen ein Ganzes

    Orm Finnendahls Versatzstücke für Klavier und Zuspielband aus dem Jahr 2014 beleuchten auf unterschiedliche Weise wie im Experiment das Verhältnis vom Individuum zur Maschine, zur Elektronik und umgekehrt, wobei verschiedene Techniken am Instrument unter Einbezug von Improvisation erprobt werden. Heterogenität bei Potpourris zum Beispiel bezeichnet etwas völlig Anderes: Hier werden Elemente aus unterschiedlichen Entstehungszusammenhängen mehr oder…

  • Bildstarke Lyrik in Musik

    Man braucht gar nicht zuerst die griechische Nationalhymne zu bemühen, die aus Dionysios Solomos‘ Poem An die Freiheit und seiner Vertonung durch den befreundeten Nikolaos Mantzaros von 1829 bis 1830 hervorging, um an in Musik gesetzte Lyrik – Poiimata – dieses bedeutenden griechischen Autors der Romantik zu erinnern.

  • Seismographischer Sinn

    Hochsensibel nahm die von mütterlicher Seite aus einer ungarischen aristokratischen Familie abstammende Komponistin Dora Pejačević  jede Anregung, sei es aus der Umgebung, sei es den Künsten oder der Natur auf, um sie in klingende Musik umzumünzen.

  • Große Hommage an die Alpennordkante

    Zweier Komponisten der nördlichen Grenzregion der ehemaligen Habsburger mit der Wittelsbacher Monarchie wurde an den letzten beiden Abenden gedacht, Salzburgs und Münchens mit dem bayerischen Anteil der Alpen. Von Provinzialität kann in beiden Fällen nicht die Rede sein: Denn sowohl W.A. Mozart als auch Richard Strauss bewegten sich trotz weniger Gemeinsamkeiten zu Lebzeiten in einem weitgespannten europäischen…

  • Macaus Klassikszenen: Von Ost bis West

    Über die mitgebrachte westliche Kultur der ehemaligen portugiesischen Kolonie hinaus entfaltet Macaus Musikleben dank seines symphonischen Orchesters einen weiten Wirkungsradius am Rande Chinas. Vice versa besuchen wegen vorhandener guter Spielmöglichkeiten europäische Formationen Macau; unter vielen anderen war die renommierte Academy of St.-Martin-in-the-Fields im März 2016 mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur und Bizets C-Dur-Symphonie dort zu Gast;…

  • Septemberlese

    Themenorientierte Alben machen seit wenigen Jahren der Übermacht der künstlerzentrierten Aufnahmen durchaus kreative Konkurrenz. Demnächst erscheint Air Music in der Reihe der natürlich auch absatztechnisch gut geplanten Vier-Elemente-Konzeption von Capella de la Torre nach den bisher zusammengestellten Programmen aus „Wasser“ und „Feuer“.

  • Zwei Schwestern?

    Ein seltener, vielleicht desto kniffligerer Fall für die Musikgeschichtsschreibung: War(en) es eine Frau oder zwei Schwestern, die als Komponistin(nen) sowohl das geistliche als auch das weltliche Repertoire ihrer Zeit bereicherte(n)? Von ihr oder beiden sind nämlich zwei Vornamen überliefert: Raffaela und Vittoria – zum Geschlecht der Aleotti. Aufgrund stilistischer Untersuchungen könnten Musikwissenschaftler nun, insbesondere, sollten neue Funde…