Kategorie: News

  • Ausgewanderte Kreative

    Freiwillig oder nicht: Migration auf dem Gebiet des Komponierens ist in der Musik beinahe alltäglich, wenn nicht sogar konstitutives Phänomen. Conlon Nancarrow, der Meister des Walzenklaviers in der Postmoderne, wurde der Mitgliedschaft in einer radikalen Organisation verdächtigt und war deshalb gezwungen, in Mexiko – wenn auch nahe der Grenze zu den USA – einen neuen Hausstand…

  • Ode für Princeton

    Urania ist eine Sammlung von Psalmodien, Anthems und Hymnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach 1761 von dem Presbyterianer James Lyon (1735 – 1794) für eine Aufführung in der erst neu erbauten Nassau Hall von Princeton zusammengestellt wurde und neben britischem Repertoire sechs seiner Originalwerke enthält. Lyon kam selbst aus Newark in New Jersey und war damit einer der ersten…

  • Aus der Bücherkiste (von morgen)

    Allzu häufig beschäftigte sich die Popularmusikforschung als Grenzgebiet zwischen Musikwissenschaft und (Europäischer) Ethnologie hierzulande noch nicht systematisch mit den Erscheinungsformen von Reggae und Dancehall. Dieses Verdienst ist nun Benjamin Burkharts Dissertation, die beim Waxmann Verlag erschien, zuzuschreiben.

  • Im Geist des Theaters

    Selbst ihre Kammermusikwerke atmen den Geist des Theaters: Der (Schauspiel-)Bühne galt Helen Gifford ästhetisches Denken Zeit ihres Musikerinnendaseins. Diese Orientierung färbte deutlich auf die intimeren Kammermusikwerke ab. Hier fallen besonders zwei Stücke aus verschiedenen Schaffensperioden der mit Melbourne nicht nur durch ihre Schulzeit und das Konservatoriumsstudium verbundenen späteren Komponistin „ins Ohr“.

  • Querbeet durch die Repertoires

    Ein zentraler Komponist Danzigs im 20. Jahrhundert war Henryk Jabłoński. Als junger Cellist wirkte er im Symphonieorchester der nicht nur wegen ihres Hanse-Seehafens berühmten Ostseestadt mit, bevor der hochbegabte Musiker die Leitung des Chors im Polytechnikum übernahm und in Folge denjenigen der Schiffstechniker dirigierte.

  • Von der weiblichen Hälfte eines raren Duos

    Auch wenn man in Fragen der Besetzung bei Kammermusik in der Vorklassik ebenso wie um 1700 gerne unkompliziert war und je nach MusikerInnenpräsenz das eine oder andere Instrument statt des vom Komponisten intendierten verwendete, so musste das Duo Francesca und Ludwig August Lebrun doch ein seltenes konzertantes (Hör-)Bild abgegeben haben.

  • Ein einziges Menuett

    Zwar nichts absolut Neues mehr, aber bei seiner Entdeckung ein Fund allererster Ordnung enthält das von dem Organisten Joseph Butler (1721 – 1805) edierte Peter Pelham Manuskript aus dem Jahr 1744 mit seinen 23 herausragenden Kompositionen für Tasteninstrumente von Zeitgenossen auch ein rares Instrumentalwerk des Pachelbel-Sohns Carl Theodorus. Dieser war auf dem Weg über England etwa im Alter von 40…

  • Wechselbäder: Barock und Postmoderne

    Ein interessantes, vor allem aber hochvirtuoses Programm konnten die AkademistInnen am Theater heute in ihrer Matinee bieten. Malte Wasem, Direktor der Orchesterakademie, moderierte durch ein buntgewürfeltes Programm, in dem der persönliche Geschmack der jungen Musikerinnen und Musiker durchaus abgebildet werden sollte. Vor technisch Schwierigem schreckt jedenfalls keine(r) von Ihnen zurück, grundsätzlich wurden komplexe Werke einstudiert und…

  • Dirigentenpult und Orgelbank

    Eines der ersten englischsprachigen methodischen Handbücher für das Harmonium geht auf Frederic Archer (1838 – 1901), einen emsigen Musiker zwischen Dirigentenpult, Orgelspieltisch und heimischer Schreibstube zurück. Für die weniger angestaubte Hammond Orgel ebenso wie für das Harmonium selbst schrieb er in seiner Eigenschaft als Tonschaffender ein Kompendium mit 70 Solostücken, das beim bekannten New Yorker Musikverleger Schirmer…

  • Erwachen der Vokalpolyphonie

    Im nordportugiesischen, nicht direkt am Meer gelegenen Braga entwickelte sich seit der Renaissancezeit eine eigene Komponistenschule, die allerdings nicht an die weit ausstrahlende in Évora heranreichte. Dennoch brachte die Stadt mit Miguel da Fonseca einen Meister der Vokalpolyphonie hervor, dessen Aktionsraum weitestgehend die Kirche blieb, für die er als Kapellmeister bis nach 1544 arbeitete.