Zu ihren Lebzeiten gehörte sie zu den bekanntesten, heute listet sie immerhin seit ein paar Dezennien die New Grove Musikenzyklopädie auf. Es wird sicher noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Musikwissenschaft sicher ist, welche weiteren Werke außer solistischer Cembalo- und Klaviermusik, insbesondere Sonaten, von ihrer Hand komponiert wurden:

Maria Hester Reynolds, später verheiratete Park, kam 1760 in England zur Welt, möglicherweise in der Umgebung von Hampstead, wo sie später mit ihrer Familie bis zu ihrem Tod am 7. Juni 1813 lebte oder um Oxford herum, wo sie vor ihrer Hochzeit vier Konzerte bestritt. Den ersten heute noch bekannten Auftritt hatte sie im Alter von 22 mit der Hauptbesetzung in ihrem eigenen Cembalokonzert Es-Dur, das in etwa 1795 entstand und das sie im Rahmen einer größeren Serie von Konzerten am Londoner Hannover Square gab. Ihre Musikerbiographie ist lückenhaft, allerdings taucht Hesters Name immer wieder in besonderen Kontexten auf.
So spielte sie 1783 mit Jane Marie Guest ein Clementi-Duett, 1784 trat sie in Willis’s Rooms als Pianistin auf und spielte öffentlich im Mai 1791. Nach ihrer Heirat mit dem gebildeten Graveur Thomas Park 1787 endeten leider, wohl vor allem infolge des Kindersegens und für die Zeit dominierender Ansichten über erwartete Verpflichtungen als Hausfrau ihre Reisen als Virtuosin. Dennoch war sie durch ihre Konzerte so populär, dass sie als Komponistin und Dozentin weiterwirken konnte.

Joseph Haydn schickte sie zwei selbst geschriebene Stücke, nachdem dieser ihr aus London eine seiner Sonaten (Hob. XVI:51) hatte zukommen lassen. Ihr konsequenter frühklassischer Stil, der dennoch unverwechselbar ist, aber ohne spätere Ausbrüche in die Romantik, zeugt immer wieder von der Nähe zur Klaviermusik Mozarts. Ihr Schaffen umspannt einen Zeitraum etwa eines Vierteljahrhunderts.
