Als (un)gekrönte Königin des Samba in Brasilien gilt die Sängerin Leci Brandão da Silva, die meist ohne ihren aristokratischen zweiten Familien genannt wird. Vergessen wird bei allem Showrummel, etwa anlässlich der Verleihung des offiziellen 25. Preises für brasilianische Musik im Jahr 2014, dass ihre eigene Mutter Pérola Negra den Pagode-Stil kreierte und für seine Verbreitung im ganzen Land sorgte. Als Komponistin trat Leci Brandão in ihre Fußstapfen und entwickelte den brasilianischen Samba in prägendem Ausmaß weiter.

In jüngeren Jahren, nämlich 1973, landete sie anlässlich des National Meeting of Samba Composers einen großen Erfolg mit dem eigenen Lied Quero sim („Ich möchte sein …“) , das sofort in Umlauf kam und ihr lange den ersten Platz sicherte. Dabei trat sie auch vehement gegen den Rassismus sowie jegliche Form der Diskriminierung auf und setzte sich für Frauenrechte ebenso ein wie für die Vereinigung LGBT, in deren Namen sie gegen jegliche Homophobie das Wort erhob. Nicht von ungefähr kam es aufgrund ihrer wiederholten öffentlichen Forderungen nach gesellschaftlicher Gleichstellung aller wohl, dass sie 2010 in die Kommunistische Partei Brasiliens eintrat. Es sollte angesichts dieses persönlichen Engagements auch nicht unterschlagen werden, dass sie bislang die einzige Komponistin war, die jemals in eine Samba-Schule aufgenommen wurde …

Einen weiteren bemerkenswerten Auftritt auf Bildtonträger hatte sie 2005 mit der DVD Raça Brasileira: 20 Anos auf der Basis einer festlichen Session mit anderen Samba-Größen der Nation, zu der sich auch ihre prominenten Kolleg(inn)en Almir Guineto, Beth Carvalho und Arlindo Cruz eingefunden hatten. In ihrer Karriere haben sich mittlerweile mehr als zwanzig Alben angesammelt und die öffentlichen Auftritte nehmen kein Ende: Im Karneval 2012 erhielt sie eine persönliche Hommage durch die namhafte Sambaschule Acadêmicos do Tatuapé, 2011 erschien neben zwei Sammlungen ihrer Lieder eine neue CD, Uma flor para Nelson Cavaquinho, an der sie als Sängerin beteiligt war.
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