Schlagwort: Sydney

  • Bewegung übersetzt in Klänge

    Auf dem Festival The NOW now in Sydney Ende Januar 2016 wurde den neuesten Entwicklungen in der audiovisuellen Performance Art des fünften Kontinents (und daneben dem Jazz) Rechnung getragen. Zu den Musikbeiträgen zählte eine elektronische Komposition von Michaela Davies, die seit drei Jahren mit ihren progressiven Projekten für Kulturschlagzeilen sorgt. Um einen Eindruck zu geben: Am 6.…

  • Naturklangstudien, Enharmonik, Bitonalität

    Hinter etlichen KomponistInnen ihrer Zeit stand Phyllis Campbell wohl nur deshalb zurück, weil sie wegen ihrer theosophischen Anhängerschaft vom Publikum und der Presse „außerhalb“ nicht so recht wahrgenommen wurde. Die Verwendung des von Skrjabin eingeführten „mystischen“ Akkords im Zusammenhang mit der kosmischen Idee und Ästhetik ihres Zirkels und die Neigung zu einer nicht von Quintverwandtschaften abhängigen Mischung…

  • Reisen zum verborgenen Garten

    Mit dem Paukenschlag einer sehr individuell instrumentierten Orchesterkomposition meldete sich Brian Howard Mitte der 1970er Jahre im öffentlichen Konzertbetrieb erstmals deutlich zu Wort: Il tramonto della luna („Der Monduntergang“) sieht eine Besetzung mit deutlichem Klangübergewicht der tiefen Holz- und Blechbläser sowie der Flöten und des Schlagwerks vor. Der beginnenden Komponisten- und Dirigentenkarriere gingen Studien bei Peter Sculthorpe voran. Seine Teilnahme…

  • Erkundung der Blue Mountains

    Ähnlich wie ihre australische Kollegin Peggy Polias beschäftigte sich Josephine Truman im Zuge ihrer ungewöhnlichen Laufbahn als Vokalexpertin, Erzählerin am Instrument, Improvisationskünstlerin und Pianistin mit der alten Elementenlehre, genauer: dem Thema der vier Elemente. Ihre Uraufführung erlebten die Elements anlässlich einer Morgenmeditation in Hobarts Marienkathedrale. Ihre bevorzugte Besetzung mit elektroakustischen Instrumenten führte dazu, dass sie mit dem E-Gitarristen Lennie Marks…

  • Projekt Semaphore

    Selbst in den Lebensläufen australischer Komponisten, deren Spuren zwischenzeitlich ja häufiger nach Europa führen, ist ein Aufenthalt in den Niederlanden ungewöhnlich. Kate Neal vervollkommnete sich nach Jahren ihrer „Grundausbildung“ am Victorian College of the Arts in Melbourne bei Mary Finsterer am Königlichen Konservatorium Den Haag mit Louis Andriessen und am Sweelinck Konservatorium Amsterdam in dem unkonventionellen Spezialgebiet Karnatische Musik-Studien bei…

  • Physikalisch und javanisch inspiriert

    Phlogistón bedeutet „das Verbrannte“ und meint im 17. Jahrhundert eine Materie, die bei Erwärmung einem Objekt entweicht und bei Erwärmung in sie eindringt. Obwohl eine solche Substanz nicht existiert, ließen sich mit ihr doch die Eigenschaften von Gasen besser verstehen und der Oxidationsvorgang erklären; zudem führte sie zu einer Systematisierung der Stoffgruppen, die Basen und…

  • Griechisch bewegt

    Einen Großteil ihrer Schaffensjahre verbrachte die aus Melbourne stammende Komponistin, Musikkritikerin und Pianistin Peggy Glanville-Hicks (1912 – 1990) in den Vereinigten Staaten, wo sie unter anderem lange als Direktorin des Composer’s Forum der Columbia University in Manhattan wirkte. Eine Zeitlang arbeitete sie als Kritikerin für das renommierte Blatt New York Herald Tribune. Zu ihren praktischeren Arbeiten zählte die…

  • Bruckners Symphonien im Licht der Melodik

    Bruckners Symphonien im Licht der Melodik

    In den letzten Jahren machte sie insbesondere durch ihre Interpretationen der Symphonien Anton Bruckners von sich reden, auch auf Ton- und Bildträgern: Die gebürtige Australierin Simone Young ist seit 2005 Intendantin und Chefdirigentin des Hamburgischen Staatsorchester, nachdem sie dort schon 9 Jahre zuvor debütiert hatte und zum Zeitpunkt ihres Antritt am Pult der bedeutenden Orchester in…

  • Vom Paganini zum Urvater australischer Musik

    Wie der Pianist und Violinist William Vincent Wallace war auch der zweitplatzierte „Teufelsgeiger“ John Phillip Deane aus Irland auf den fünften Kontinent eingewandert, blieb aber seiner neuen Heimat länger treu und zog in späteren Jahren noch einmal an seinen früheren Wohnort Hobart zurück. Seine Karriere nahm ihren eigentlichen Anfang aber in Sydney. Dorthin hatte die Familie nach einer…

  • Die scheinbare Beliebigkeit: Neues von Jane Stanley

    Beim Hineinhören in die „Appetithäppchen“, die sie im Cloud-Format auf ihrer eigenen Website veröffentlicht hat, erhält man schon einen Begriff von der persönlichen Musiksprache der australischen Komponistin, die derzeit in Schottland lebt. Sie stellt sich in harmonischer wie melodischer Faktur eines Teils dar als scheinbar aleatorisches Experiment mit Wurzeln in der dodekaphonen Reihentechnik, die einen ständigen…