Schlagwort: Spanien

  • Von einem ost-westlichen Divan

    In Israels Musikszenen funktioniert die etwas fernere Nachbarschaft zu Spanien (dank der weit zurückliegenden sephardischen Vermittlung?) genauso gut wie jene zum Libanon und überhaupt zur arabischen Welt. Aus diesem Grund kamen im Heizwerk Erfurt ebenso die traditionelle Kurzhalslaute Oud, das in der europäischen Klassik verwurzelte Violoncello und nahöstlich gemischtes Schlagwerk mit getrommeltem, schwirrendem und klingelndem Klangdesign…

  • Rund um das Fagott

    Als unmittelbarer Vorläufer aller Fagottinstrumente gilt wenigstens hierzulande der Dulzian. Abbildungen aus dem Italien des 16. Jahrhunderts zeigen acht statt sieben Grifflöcher – wie bei den frühesten so bezeichneten Fagotten üblich waren. Der Dulzian taucht erstmals in einer Schrift von Johannes Tinctoris 1486 unter dem Namen dulcina auf und erstaunlicherweise lebt eine Variante der alten Dulzaina aus der…

  • Wandel einer Tanzform aus höfischer Konvention

    Thomas Maces Kompendium Musick’s Monument ordnete 1676 die vermutlich aus Spanien oder auch Mexiko stammende Sarabande den schnellen Tänzen im Dreiertakt zu, während die Form wenig später bei Arcangelo Corelli zwischen den höchst unterschiedlichen Tempoangaben Vivace, Allegro, Adagio und Largo oszilliert. Dies weist schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf einen immer freieren Umgang mit der…

  • Was ist original an der Mittelalter-Welle?

    Da aus der Epoche, die wir mit dem Fokus der Aufklärung als (düsteres) Mittelalter bezeichnen, keine mehrstimmige weltliche Musik überliefert ist, glaubten viele eine Zeit lang auch nicht an die Existenz einer solchen. Dies suchen romantikbesessene Spielleute nun auch schon seit mindestens dreißig Jahren nach Kräften zu widerlegen. Auf Stadtfesten, Jahrmärkten und Musikfestivals sind sie allerorts zu…

  • Carter Pann: Südeuropatour in Tönen

    Carter Pann wurde 1972 im amerikanischen Bundesstaat Illinois geboren. Seine musikalischen Einfälle während einer Europareise 20 Jahre später durch Frankreich, Italien und Spanien waren deutlich von emotional erlebten Synästhesien geprägt. Verfremdungsverfahren rhythmisch-satztechnischer und folkloristisch-motivischer Elemente aus der europäischen Musik scheinen in enger Verwandtschaft mit Strawinskys neoklassizistischer Adaptation verschiedener Stilformen und seiner besonderen Art,  Zitate zu verwenden,  zu stehen.