Schlagwort: Peter Sculthorpe

  • Te Ahua, Te Atarangi: Bild vom Morgenhimmel

    Die Komponistin Gillian Whitehead hatte lange eine Ausnahmestellung inne. Mit einer Maori-Familie im Hintergrund und unter wenigen weiblichen Fachkollegen war es um 1971 eine kleine Sensation, dass sie für ihr Streichquartett Te Ahua, Te Atarangi (1970) den 1. Preis beim neuseeländischen Kammermusikwettbewerb erhielt. Gerade auf diesem Gebiet ließ sie zahlreiche weitere Werke folgen: One (1979) besetzte sie…

  • Die Erde ruft – um Hilfe?

    Mal wie das gärende Schlammloch eines Geysirfeldes, mal wie Warnschreie von Vögeln oder Froschquaken tönt unter James Judds Leitung das Didgeridoo von William Barton, einem Aborigines-Nachfahren, mit dem New Zealand Symphony Orchestra beeindruckend umgesetzt, in einer (vor allem für seine Entstehungszeit) unkonventionellen, da rituelle Musik und Tiergeräusche „unmittelbar“ abbildenden Orchesterkomposition Peter Sculthorpes.

  • Naturlyrik minimalistisch?

    Larry Sitsky sparte nicht mit kritischen Anmerkungen zu ihren Kompositionen, die er aus seiner ästhetischen Position heraus – wegen der allzu naheliegenden abbildlich aufgefassten Naturthematik – am Rande des musikalischen Populismus verortete. Doch ist nicht zu verkennen, dass die häufig für Sopranstimme und Klavier, aber auch für Kammermusik in verschiedenen Besetzungen schreibende Australierin Wendy Hiscocks seit längerem und vor…

  • Zweistimmig polyphon: Strands

    Ähnlich wie man es von frühbarocker Kammermusik für ein Streichinstrument und Basso continuo her kennt, verlaufen die „Stränge“ in Elliott Gygers (*1968) vor ziemlich genau dreißig Jahren entstandenem Stück Strands für Violine, Cello und Klavier, polyphon parallel. Der Klavierpart präsentiert sich nur zweistimmig ohne harmonische Auflösung in Sichtweite. Es lässt sich aber ohne weiteres feststellen, dass, anders…

  • Jandamarra – Clash of Civilizations?

    Wenigstens sieben Preise räumte Peter Sculthorpes einstiger Schüler Paul Stanhope, Jahrgang 1969, alleine zwischen 2004 und 2017 für höchst unterschiedliche Kompositionen ab: zuletzt in diesem Jahr für ein Agnus Dei, das unter seiner Leitung vom Sydney Chamber Choir für die CD Lux Aeterna eingespielt wurde. Den Anfang der Würdigungen machte der Toru Takemitsu Composition Award für seine 2003…

  • Engagiert und kulturverbindend: Anne Boyds Einsatz für die Musik

    Der Film Facing the Music dokumentiert Anne Boyds Kampf um die Etablierung von Musikkursen an der Fakultät der Künste der Universität Sydney. Ihr Engagement hatte 2005 zur Folge, dass die Musikabteilung in das Konservatorium innerhalb der Universität selbst integriert wurde. Mit bedeutsamen Weichenstellungen für das Fach hatte die einstige Kompositionsschülerin Peter Sulthorpes bereits weitreichende Erfahrung, denn…

  • AYO – Das Konzert zum Jubiläum

    Heute abend um 19 Uhr ist es so weit: Für das Konzert zum sechzigjährigen Bestehen des Australischen Jugendsymphonieorchesters von Mary Vallentine öffnet die Sydney Town Hall, ein ornamental gestalteter Repräsentationsbau aus den 1880er Jahren, ihre Tore. Auf dem Programm steht an erster Stelle Sun Music III (1967) von Peter Sculthorpe, der von vielen als wichtigster australischer…

  • Reisen zum verborgenen Garten

    Mit dem Paukenschlag einer sehr individuell instrumentierten Orchesterkomposition meldete sich Brian Howard Mitte der 1970er Jahre im öffentlichen Konzertbetrieb erstmals deutlich zu Wort: Il tramonto della luna („Der Monduntergang“) sieht eine Besetzung mit deutlichem Klangübergewicht der tiefen Holz- und Blechbläser sowie der Flöten und des Schlagwerks vor. Der beginnenden Komponisten- und Dirigentenkarriere gingen Studien bei Peter Sculthorpe voran. Seine Teilnahme…

  • Vom Paganini zum Urvater australischer Musik

    Wie der Pianist und Violinist William Vincent Wallace war auch der zweitplatzierte „Teufelsgeiger“ John Phillip Deane aus Irland auf den fünften Kontinent eingewandert, blieb aber seiner neuen Heimat länger treu und zog in späteren Jahren noch einmal an seinen früheren Wohnort Hobart zurück. Seine Karriere nahm ihren eigentlichen Anfang aber in Sydney. Dorthin hatte die Familie nach einer…

  • Ideenreicher „Gentle Giant“ der australischen Musikszene

    Mit seiner kürzlich veröffentlichten Bright Red Overture trat der aus New South Wales gebürtige Komponist Matthew Hindson der Besetzung nach (nur) halbwegs in die Fußstapfen seines einstigen Lehrers Peter Sculthorpe, der bereits vor vielen Jahren mit einem Konzert für Didjeridu und Orchester an die Öffentlichkeit getreten war. Hindson ergänzt den Solisten durch einen zweiten an…