Schlagwort: Mozart

  • Sommerkonzerte mit Meeresluft

    Auf den Bremerhaven wie eine Perlenkette vorgelagerten ostfriesischen Inseln werden in den warmen Sommernächten 2016 für Touristen und Einheimische nicht nur Popsalven abgeschossen – es gibt auch etliche Events klassischer Provenienz, teilweise auch an der freien und salzig-erfrischenden Meeresluft. Auf der beinahe westlichsten der deutschen Inseln, nämlich Juist, lädt das einheimische Orchester, das alle denkbaren Genres bedient,…

  • Alle Hörer im Fokus – mittels 180°-Drehung

    Beinahe bekannter als das große Symphonieorchester des Bundesstaats Ohio ist sein nächtliches Pendant: Das Cincinnati Pops Orchestra wurde 1977 gegründet und sah seither zahlreiche international bekannte Gäste: neben Ella Fitzgerald auch Frederica von Stade und Dave Brubeck. Es dürfte sich um eine der wenigen großen Formationen handeln, die infolge von bislang mehr als hundert in…

  • Politik der Musik – Musik der Politik

    Angesichts der Überflutung durch Tagesnachrichten aus allen Kanälen scheint die Thematisierung des Verhältnisses von Politik und Musik aktuell eher an den Rand gedrängt, auch wenn in den vergangenen fünf Jahren dazu bedeutende Studien wie Musik – Macht – Staat von Sabine Mecking und Yvonne Wasserloos auf den Markt kamen. Bei der Frage, wie sich Politik in Musik…

  • Barocke „Jam Sessions“ – fast wie im Urlaub

    Der Cuxhavener Konzertorganist und Dirigent Jürgen Sonnentheil bleibt mit seinem Ensemble „Das Neu-Eröffnete Orchestre“ auf dem Boden, auch wenn er des öfteren mit ungewöhnlichen Solo-Programmen auf Konzertreisen abhebt. Zum Köthener Herbst 2015 hatte der versierte Musiker zu einer Orgelmatinee eingeladen, unmittelbar an Bachs fürstlicher Wirkungsstätte Köthen, an der vor allem namhafte weltliche Werke wie die Brandenburgischen…

  • Mendelssohns Gestik nachgespürt

    Ein reines Programm aus deutschsprachigen Landen mag zwar manchem Konzertbesucher nicht gerade abwechslungsreich erscheinen, doch wurden dabei gestern am Theater Erfurt konträre Akzente gesetzt: die genial ausgeklügelte Zitat- und Allusionsküche Mahlers im zweiten Teil gegen vor allem für den Solopianisten „undankbare“, da technisch komplexe Orchesterwerke von Mozart und Mendelssohn. Eben das 1. Klavierkonzert in g-Moll op.…

  • Ein Fossil der Barockzeit?

    Ein Brummbass, wie er auch von der historisch weit zurückreichenden Sackpfeife erzeugt wird, zeichnet verschiedene – daher so benannte – Borduninstrumente aus, darunter die Drehleier. Bordun bezeichnet einfach einen tiefen ausgehaltenen Ton als Begleitung zur Melodiestimme. Dabei handelt es sich um den Grundton einer Tonart oder die reine Quinte zu diesem, wobei auch beide zusammen gespielt werden können. Ein…

  • Das Bitterernste und seine komische Seite

    Die Figur des Don Giovanni erschien Philipp Kochheim bei aller Blässe ihrer Charakterisierung durch Lorenzo Da Ponte als Katalysator für Entfremdungsprozesse in den Mikroebenen der Gesellschaft, die so ins Bewusstsein des Zuhörers rücken. Nimmt man die Kleidertauschszene mit seinem Diener Leporello hinzu, kommt ein weiteres Element hinzu: Gezeigt wird die personifizierte Irritation der Verhältnisse in ihrem…

  • Vals de concierto

    Zur karibischen Gesamtregion im Bereich der Großen Antillen – also zusammen mit Jamaika, Kuba und Haiti – gehört der Inselstaat Puerto Rico, in dem gleichermaßen Spanisch wie Englisch gesprochen wird und wo der US-Dollar regiert. Einer der jüngsten Musikstile überhaupt, der Reggaetón, wurde hier geboren und wird durch namhafte Musiker wie Daddy Yankee, Tego Calderón…

  • Rund um das Fagott

    Als unmittelbarer Vorläufer aller Fagottinstrumente gilt wenigstens hierzulande der Dulzian. Abbildungen aus dem Italien des 16. Jahrhunderts zeigen acht statt sieben Grifflöcher – wie bei den frühesten so bezeichneten Fagotten üblich waren. Der Dulzian taucht erstmals in einer Schrift von Johannes Tinctoris 1486 unter dem Namen dulcina auf und erstaunlicherweise lebt eine Variante der alten Dulzaina aus der…

  • Leonidas Kavakos‘ Kreuzfahrten

    Einen Volltreffer landete der 1967 in Athen geborene Geiger, Dirigent und Paganini-Preisträger Leonidas Kavakos erst kürzlich zusammen mit der Pianistin Yuja Wang, indem er für das Label Decca die Violinsonaten von Johannes Brahms einspielte. Eine von mehreren Violinen, die Kavakos derzeit spielt, kam hier zum Einsatz – sei es die Abergavenny-Stradivari aus dem Jahr 1724 oder…