Schlagwort: Joana Mallwitz
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Cello allround
Das Konzert für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda stand in mehrfacher Hinsicht im Zentrum des gestrigen elften und letzten Symphoniekonzerts der Spielzeit 2015/16 am Theater Erfurt. Joana Mallwitz stand für die pfiffige Programmkonstellation aus Werken Bernsteins, Guldas und Strawinskys nicht nur höchstpersönlich am Pult, sondern gab dem Publikum auch eine komprimierte Vorstellung von ihren…
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Mendelssohns Gestik nachgespürt
Ein reines Programm aus deutschsprachigen Landen mag zwar manchem Konzertbesucher nicht gerade abwechslungsreich erscheinen, doch wurden dabei gestern am Theater Erfurt konträre Akzente gesetzt: die genial ausgeklügelte Zitat- und Allusionsküche Mahlers im zweiten Teil gegen vor allem für den Solopianisten „undankbare“, da technisch komplexe Orchesterwerke von Mozart und Mendelssohn. Eben das 1. Klavierkonzert in g-Moll op.…
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Das Bitterernste und seine komische Seite
Die Figur des Don Giovanni erschien Philipp Kochheim bei aller Blässe ihrer Charakterisierung durch Lorenzo Da Ponte als Katalysator für Entfremdungsprozesse in den Mikroebenen der Gesellschaft, die so ins Bewusstsein des Zuhörers rücken. Nimmt man die Kleidertauschszene mit seinem Diener Leporello hinzu, kommt ein weiteres Element hinzu: Gezeigt wird die personifizierte Irritation der Verhältnisse in ihrem…
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Französische Eleganz neben preussischer Pickelhaube
Zeit seines Komponistendaseins widmete sich einer der begabten Schüler des exzentrischen Autodidakten Hector Berlioz eher außergewöhnlichen oder wenigstens exoterischen Themen – bedingt durch eine mehrjährige Behördentätigkeit als junger Mann in Algerien: 1850 brachte der spätere Kritiker des Courrier de Paris Ernest Reyer (1823 – 1909) die orientalische Symphonie Le Sélam für Soli, Chor und Orchester aufs Podium,…
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Die tanzende Flöte – Brillanter Abend mit Maurice Steger
Um die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft dreht sich alles in Jean-Féry Rebels selten live zu hörender Ballettsymphonie aus dem Jahr 1737. Die stilistische Herkunft des Werks, das besser noch als programmatische Suite zu bezeichnen wäre, hört man ihm leicht an, auch ohne zu wissen, dass Rebel Sohn eines Sängers am Hof Ludwig XIV.…
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Behutsame Entführung der Entführten
Aus gewissen Koalitionskämpfen keine Spur von Parodie – dafür dominierte in der Erfurter Premiere von Mozarts Entführung aus dem Serail die tagesaktuelle Anspielung auf Terroristen, während in der Oper selbst von Piraten die Rede ist. Pussy Riot und ihr russisches Dilemma standen Pate, um der Ouvertüre den geschlossenen Vorhang zu ersparen, wobei das gemeinsame Verbindende mit…
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Voluminöser Flügelschlag zur Premiere
Der Einstieg von Joana Mallwitz als neuer Generalmusikdirektorin in Erfurt konnte in musikalischer Hinsicht nicht glücklicher gelungen sein als zur Leitung dieser abendfüllenden Samstagspremiere mit Giacomo Puccinis späterem Lieblingskind Madama Butterfly, einer Erfurter Neuinszenierung. Ihre Konzentration auf jedes Detail der Partitur vermittelte sich dem Philharmonischen Orchester in maximaler Besetzung unmittelbar, noch in jeder längeren Atempause blieb der exakte…
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Opern-, Musical- und Konzertstart am Theater Erfurt
Beinahe gleichzeitig mit dem Antritt der neuen Generalmusikdirektorin am Erfurter Theater feiert auch die weithin bekannte Sängerin Ilia Papandreou ihr Rollendebüt in Puccinis Madama Butterfly. Joana Mallwitz, die vom Heidelberger Theater kommt, hatte die Oper bereits mehrere Male mit Erfolg an der Königlich Dänischen Oper in Kopenhagen gegeben. Neben der griechischen Sopranistin singen und spielen Richard Carlucci…