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Mysterium der Musikgeschichte
Leider fehlt jeder geeignete Anhaltspunkt dafür, aus welchem Anlass heraus der so produktive und geschickte Vermarkter seiner selbst, Antonio Vivaldi, in solchem Maße der von ihm erfundenen Gattung des Fagottkonzerts zuarbeitete. Es liegen aus seiner Hand 39 elaborierte Konzerte vor, die damit noch weit hinter der Zahl derjenigen mit solistischem Violinpart zurückbleiben. Dennoch handelt es…
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Mademoiselle Duvals Bühne
Erstaufnahme mit Camille Delaforges Ensemble Il Caravaggio Wenn die Eckdaten stimmen, dann komponierte eine mutmaßlich auf den Namen Louise Duval getaufte Cembalistin in Versailles achtzehnjährig das heroische, vierteilige Opernballett Les Génies ou les caractères de l’Amour, zu deutsch Die Genien oder Die Erscheinungsweisen der Liebe. Gemessen am Alter der Novizin ist sowohl die zeitübliche Titulierung…
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Eins mit der Natur werden
Seine einerseits gewagte, gleichzeitig stimmige Verbindung von japanischem Butoh-Tanz und dem Dionysos-Mysterium der antiken europäischen Überlieferung stellte am vergangenen Freitag und Samstag der Nürnberger Performancekünstler und Dramatiker Alexander Wenzlik dem Münchner Publikum im Theater Schwere Reiter vor. Der studierte Tanzpädagoge aus dem Freiburger Dance Vision Institute erlernte schon vor Jahren die hier immer noch als…
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Valentinis streitbarer Geist, Locatellis Virtuosentum
Pietro Antonio Locatelli, seinerseits in Italien, Deutschland und den Niederlanden angesiedelter Kirchenmusiker, Geigenvirtuose und Unterstützer des Adels, wurde vermutlich außer vom Kapellmeister Francesco Ballarotti zu Bergamo vor 1714 von Antonio Montanari (1676 – 1737) und Giuseppe Valentini (1681 – 1753) in Rom unterrichtet. Allerdings entwickelte er seine Technik, die ihm das Spiel schwierigster Passagen ermöglichte,…
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Produktiv dank Protektion
An und für sich war es gerade in Italien und Frankreich zwischen dem Anfang des 17. und dem des 18. Jahrhunderts keineswegs unüblich, dass Komponistinnen unter der Schirmherrschaft einer politisch einflussreichen Fürstin wirken konnten und nicht am Cembalo beim Vortrag verspielter Stückchen und an der Orgel ihr Musikerinnendasein fristen mussten. Allerdings ist es für die…
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Ruinen, Scharlatane und Revolutionäre
Er wird zwar als einer der Begründer eines Nationalstils in der Kunstmusik apostrophiert, doch wird ihm diese Zuschreibung angesichts des breitgefächerten und international anschlussfähigen Werks nicht gerecht: Der hier gesuchte, 1785 geborene Komponist arbeitete eine lange Zeit seines Lebens, siebzehn ganze Jahre nämlich, für ein bedeutendes hauptstädtisches Opernhaus. Die fachlichen Voraussetzungen dafür schuf sich der…
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Nicht nur „1“ musikalischer Spaß
Nicht jeder mag auf die Idee kommen, ehemalige Kolleginnen und Kollegen eines weithin populären Symphonieorchesters zu einer Sondermatinee zu rekrutieren: Christoph Well aber konnte dies in seinem gegenwärtig zweiten Berufsleben, wenn man so will, nicht zuletzt dank seiner kreativen Energie, Vielseitigkeit und seines flüssigen Humors. So stand kurz vor Faschingsende an einem Sonntag für Spätaufsteher,…
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Ernst im Narrenkostüm?
Solange wir Politiker haben, die über sich selbst lachen können, mag die parlamentarisch-demokratische Welt noch einigermaßen in Ordnung sein. Als Otto von Bismarck verkleidet zu gehen, entspricht im Fasching, rheinseits Karneval genannt, jedoch nicht zwingend dem Zweck der närrischen Tage: Hier kündet die Repräsentation von „preußischem Ernst“ oder dem Willen zur Repräsentation der Staatsmacht. In…
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Kritisch zu lesen: Neues Erhellende über Musik
Das Hören von Popularmusik, von stark chiffrierter oder auch von Musik mit hohem Abstraktionsgrad, ihre historisch basierte Reflexion und ihre Interpretation durch Musiker, Dirigenten und Wissenschaftler gehen im idealen Fall miteinander einher. Daher kann es sich lohnen, bereits neu erschienene und kommende Musikbücher in Augenschein zu nehmen. Leider erst in diesem Frühjahr ist mit einem…
