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Produktiv dank Protektion
An und für sich war es gerade in Italien und Frankreich zwischen dem Anfang des 17. und dem des 18. Jahrhunderts keineswegs unüblich, dass Komponistinnen unter der Schirmherrschaft einer politisch einflussreichen Fürstin wirken konnten und nicht am Cembalo beim Vortrag verspielter Stückchen und an der Orgel ihr Musikerinnendasein fristen mussten. Allerdings ist es für die…
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Ruinen, Scharlatane und Revolutionäre
Er wird zwar als einer der Begründer eines Nationalstils in der Kunstmusik apostrophiert, doch wird ihm diese Zuschreibung angesichts des breitgefächerten und international anschlussfähigen Werks nicht gerecht: Der hier gesuchte, 1785 geborene Komponist arbeitete eine lange Zeit seines Lebens, siebzehn ganze Jahre nämlich, für ein bedeutendes hauptstädtisches Opernhaus. Die fachlichen Voraussetzungen dafür schuf sich der…
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Nicht nur „1“ musikalischer Spaß
Nicht jeder mag auf die Idee kommen, ehemalige Kolleginnen und Kollegen eines weithin populären Symphonieorchesters zu einer Sondermatinee zu rekrutieren: Christoph Well aber konnte dies in seinem gegenwärtig zweiten Berufsleben, wenn man so will, nicht zuletzt dank seiner kreativen Energie, Vielseitigkeit und seines flüssigen Humors. So stand kurz vor Faschingsende an einem Sonntag für Spätaufsteher,…
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Ernst im Narrenkostüm?
Solange wir Politiker haben, die über sich selbst lachen können, mag die parlamentarisch-demokratische Welt noch einigermaßen in Ordnung sein. Als Otto von Bismarck verkleidet zu gehen, entspricht im Fasching, rheinseits Karneval genannt, jedoch nicht zwingend dem Zweck der närrischen Tage: Hier kündet die Repräsentation von „preußischem Ernst“ oder dem Willen zur Repräsentation der Staatsmacht. In…
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Kritisch zu lesen: Neues Erhellende über Musik
Das Hören von Popularmusik, von stark chiffrierter oder auch von Musik mit hohem Abstraktionsgrad, ihre historisch basierte Reflexion und ihre Interpretation durch Musiker, Dirigenten und Wissenschaftler gehen im idealen Fall miteinander einher. Daher kann es sich lohnen, bereits neu erschienene und kommende Musikbücher in Augenschein zu nehmen. Leider erst in diesem Frühjahr ist mit einem…
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Drei Epochen – drei Opernstile
Im 18. Jahrhundert war es in Portugal nicht nur möglich, sondern geradezu üblich, dass die Verantwortung für ein Musikstudium im Schoß der Kirche lag und diese für den Unterricht zuständig war. João de Sousa Carvalho besuchte zunächst das Colegio dos Sántos Reis in Vila Viçosa, nahm sein Studium zum Musiker und (späteren) Komponisten regelrecht aber…
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Raritäten und eine Aktualisierung
Bis in die Sattelzeit, die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein war es üblich, dass Orchester vom Cembalo aus dirigiert wurden. Etwas ungewöhnlich scheint es daher, wenn heute ein seit beinahe vierzig Jahren etablierter Dirigent vom modernen Klavier aus dirigiert, allerdings keineswegs den Continuo-Part spielt, sondern die solistische Rolle innehat: So verhält es sich bei…
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Rhythmisch getunt: Weihnachtsliedgut
Das Ensemble Münchner Saitentratzer verlegte zwei Tage vor Weihnachten 2023 den Gottesdienst am Heiligen Abend schon einmal vor. Es wurden alle weithin bekanntesten Lieder gespielt, allerdings in neuem Gewand. Es hat zudem bereits Tradition, dass das um zwei andere Musiker ergänzte Ensemble einmal in der Woche vor Weihnachten im Theater im Fraunhofer auftritt und tat…
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Filmmusik – symphonisch, federleicht und berührend
Auf sein Konto gehen nahezu fünfhundert (!) Kompositionen für Kino und Fernsehen: Henry Mancini, mehrfach mit Academy Awards ausgezeichnet, dürfte damit zu den erfolgreichsten Filmmusikschaffenden der westlichen Hemisphäre gehören. Dass er selbst mit seinem anrührenden Titelsong Moon River zu Blake Edwards Breakfast at Tiffany’s (1961) nach dem Roman von Truman Capote eine solche Breitenwirkung erzielen…
