• Pelimanni

    Nach der vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hineinreichenden Runo-Praxis, die durch Heldengesänge auf pentatonische Melodien gekennzeichnet war, begann sich in Finnland im 17. Jahrhundert eine gänzliche Abwendung vom Primat der Vokalmusik abzuzeichnen.

  • Oratorio al stilo (più) moderno

    Sicher handelte es sic bei der kaum aus dem Dunkel der Geschichte herausgetretene Römerin Camilla de Rossi um eine Komponistin, die an den neuesten Entwicklungen ihrer Zeit besonders interessiert war. Dies bezeugen nicht nur ihre Oratorien, die auf dem Übergangsgrat zwischen dem hohen Barock Versailler Schule und dem durch die Empfindsamkeit beeinflussten Spätbarock anzusiedeln sind. Sie schrieb…

  • Balladen und „Schlösser in Spanien“

    Ihren Durchbruch  bei einem breiteren Publikum erlebte May Dickson mit balladesken Liedern, etwa mit I Passed by your Window, To a Miniature oder Bless this House, von denen einige in den australischen Schulkanon eingingen und bis heute gepflegt werden. Die selbstbewusste Liedbegleiterin zog im Jahr 1912, ermuntert durch den Musikverleger Allan & Co., mit ihrem Mann, dem Pfarrer Frederick…

  • Auf einer Bühne: Elektronik mit Streichquartett

    Begabte Musiker, Tonmeister und Plattenproduzenten aus dem den USA benachbarten Staat Puerto Rico versuchten schon vor etlichen Generationen in New York Karriere zu machen, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg, ein Trend, der nahezu bis heute anhält.

  • Uhr-Sprünge

    Zum Thema kommt einem zunächst Strawinskys 1913 komponiertes Skandalballett Le Sacre du Printemps in den Sinn, dessen Programm im Titel vage auf eine unbestimmte slawische Vorzeit archaischer Natur und Religion verweist. Das Rohe, gelegentlich Brutistische, das einer erdachten zivilisationslosen Gesellschaft mittels schriller dissonanter Akkordik zugeschrieben wird, erscheint harmonisiert durch die naturhaft gelebte Liebe als zusammenführendes und -haltendes Prinzip.

  • Sonderweg zwischen Renaissance und Barock

    Hier darf einmal einer in der nordwestliche Hemisphäre verbreiteten Forschungsmeinung widersprochen werden, die portugiesische Komponisten des 17. Jahrhunderts (die hauptsächlich der Kirche zugearbeitet haben) in die Polyphonie der Spätrenaissance einsortiert.

  • Instruktion, Interpretation und fremde Musik aus Europa

    Warum nannte gerade der nicht eben bescheidene Ehrenkomponist des Jahres 2020, Ludwig van Beethoven, einen wichtigen Klavierzyklus op. 119 und op. 126 Bagatellen? Wohl aus demselben Grund, den J.S. Bach hatte, einen wichtigen Teil seines Werks für Tasteninstrumente Clavierübung zu nennen, also mit didaktischer Absicht. Demnach liegt keine Bescheidenheitsgeste mit dem Zweck vor, Komplimente zu fischen;…

  • Elegie für einen Wal

    In New York und um New York herum: Die meiste Zeit ihres Arbeitslebens verbrachte Ludmila Ulehla (1923 – 2009) als emsige Komponistin, daneben Pianistin und Violinistin dort, auch als sie nicht mehr in Manhattan studierte, sondern an der Hoff-Bartehlsen Music Scholl in Scarsdale lehrte.

  • Wissenschaftler trifft verrückten Professor

    Einen Wettkampf zwischen zwei Dub-Größen auf Tonträger mitverfolgen zu können, ist nicht alltäglich: Auf Jamaica trafen sich zwei nicht nur in der Karibik bekannte Toningenieure und Abmischer, die schon vielfach zusammengearbeitet haben. Also nannten sie ihren Staffellauf um die beste Musik Scientist meets The Crazy Mad Professor At Channel One.  

  • Te Ahua, Te Atarangi: Bild vom Morgenhimmel

    Die Komponistin Gillian Whitehead hatte lange eine Ausnahmestellung inne. Mit einer Maori-Familie im Hintergrund und unter wenigen weiblichen Fachkollegen war es um 1971 eine kleine Sensation, dass sie für ihr Streichquartett Te Ahua, Te Atarangi (1970) den 1. Preis beim neuseeländischen Kammermusikwettbewerb erhielt. Gerade auf diesem Gebiet ließ sie zahlreiche weitere Werke folgen: One (1979) besetzte sie…